Flussjungfern

Flussjungfern

Asiatische Keiljungfer (Gomphus (Stylurus) flavipes)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Aeshnoidea
Familie: Flussjungfern
Wissenschaftlicher Name
Gomphidae
Rambur, 1842

Die Flussjungfern (Gomphidae) sind eine Familie der Großlibellen (Anisoptera). Sie gehören damit auch zu den Libellen (Odonata). Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Tropen Ostasiens und Südamerikas. Weltweit bilden sie 91 Gattungen mit etwa 950 Arten, von denen es in Deutschland nur sieben Arten gibt, die zum Teil gefährdet sind.

Die Imagines der Flussjungfern sind meist mittelgroße bis große Libellen. Besonders unter den Hageniinae finden sich sehr große und kräftig gebaute Arten, die eine Körperlänge von etwa neun Zentimetern erreichen oder überschreiten können. In Europa ist der Seedrache (Lindenia tetraphylla) mit bis zu acht Zentimetern Körperlänge die größte Art der Familie. Charakteristisch für die Flussjungfern sind die deutlich voneinander getrennten Komplexaugen. Sie sind schwarz-gelb oder schwarz-grün gezeichnet. Wie ihr Name bereits andeutet, findet man die Tiere vor allem an Bächen und Flüssen, die meisten Arten können sich aber auch in Stillgewässern entwickeln. Auf ihren Jagdflügen fliegen sie auch weitab der Gewässer, vornehmlich in bewaldeten Gebieten.

Phylogenie

Die Flussjungfern gelten als morphologisch ursprüngliche Familie der Großlibellen, die zahlreiche plesiomorphe Merkmale erhalten haben, zum Beispiel in der Flügeladerung. Nach molekularen Merkmalen (Phylogenomik, Vergleich homologer DNA-Sequenzen) ist ihre Schwestergruppe die pazifisch verbreitete Familie der Petaluridae, mit denen sie unter anderem die weit getrennten Komplexaugen gemeinsam haben. Diese beiden sind vermutlich Schwestergruppe der anderen Großlibellen zusammengenommen.

Innerhalb der Familie werden acht Unterfamilien unterschieden, die nach den molekularen Ergebnissen aber nicht alle monophyletisch sind. In Zukunft sind daher Veränderungen des Systems zu erwarten.

Arten

Ein markantes Merkmal der Flussjungfern (hier: Gomphus vulgatissimus) sind die deutlich getrennt stehenden Komplexaugen

Die folgende Übersicht stellt die europäischen Vertreter der Flussjungfern dar.

Seedrache (Lindenia tetraphylla), Männchen
Fossil von Cordulagomphus tuberculatus aus der Santana-Formation Brasiliens, im Naturhistorischen Museum Wien

Flussjungfern – Gomphidae

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Frank Louis Carle, Karl M. Kjer, Michael L. May: A molecular phylogeny and classification of Anisoptera (Odonata). In: Arthropod Systematics and Phylogeny. 73 (2), 2015, S. 281–301. (PDF)
  2. ↑ Frank Louis Carle: The classification, phylogeny and biogeography of the Gomphidae (Anisoptera). In: Odonatologica. 15, 1986, S. 275–326. cit. nach Frank Suhling, Ole Müller: Die Flußjungfern Europas. (= Die neue Brehm-Bücherei. Band 628). Westarp Wissenschaften, Magdeburg 1996, ISBN 3-89432-459-7, S. 11–13.
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