Gorasde (auch Goratz, Göratz) ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet der Stadt Kupferberg und des Marktes Wirsberg im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern).
Die Siedlung befand sich unmittelbar südöstlich von Kupferberg und lag Langenroth (Ober-, Unter-) gegenüber, jenseits der Schorgast. Die Flur, in der Gorasde einst lag, wurde später zwischen Wirsberg-Neufang und Kupferberg aufgeteilt (heutiger Flurname Görlitz).
Es handelt sich um einen ehemaligen "Brückenkopf", wie sie am westlichen Gebirgsrand des Frankenwaldes häufiger zu finden sind. Bereits um 1409 wird der Ort in den Quellen als „wüst“ bezeichnet, was auf ein früheres Wüstfallen (spätes Mittelalter) hinweist. Der Ort war um 1096 im Besitz der Familie des Wigger von Langheim. Die Urkunde berichtet, dass Arnold, Sohn des Wigger, sein Gut in Langenrodo (heute Langenroth, Ober-, Unter-) und Gorasde gegen Anteile an die Burg Kunstadt eintauscht. Offenbar bekam er die Güter dieser beiden Orte von Bischof Rupert wiederum zu Lehen. Noch im Jahr 1476 erhielt Karl von Guttenberg vom Bamberger Bischof u. a. Goratsch zu Lehen.
Historische Erwähnungen des Ortsnamens sind 1096 Gorasde, 1399 Goraß, 1409 Goratz, 1434 Göratz und 1476 zu Goratsch. Als Grundform kann slawisch *Goražďь, eine Ableitung mit dem besitzanzeigenden Suffix -j- von dem Personennamen (Übernamen) *Gorazd-, erschlossen werden. Somit ergibt sich die Bedeutung 'Siedlung des Gorazd-'. Der Ortsname weist auf eine etymologische Parallele zum tschechischen Sprachraum hin, vgl. etwa den Namen der Kleinstadt Horažďovice (zum Personennamen Horazděj). Ernst Eichler erwähnt als weiteren Vergleichsnamen den serbokroatischen Ortsnamen Goražde.
Gorasde wurde in der älteren Literatur häufig mit Görau (1137 Goren, 1251 Goeren) im Landkreis Lichtenfels gleichgesetzt. Diese Zuweisung wird allerdings aus sprachlichen Gründen abgelehnt.
Link zur Urkunde mit der Ersterwähnung von Gorasde: http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Material/Frankenwald_Konrad/Frankenwald9Langenrodo1096UrkBbg.144.jpg