
James Gordon Lindsay (* 18. Juni 1906 in Zion, Illinois, USA; † 1. April 1973 in Dallas, Texas) war ein US-amerikanischer Pfingstpastor, Autor, Organisator, Mitbegründer der Bewegung Healing Revivals (deutsch: Erweckungen durch Heilungen) und Gründer des Christ for the Nations Institute CFNI (deutsch: Institut Christus für die Nationen).
Gordon Lindsay war ein Sohn von Thomas Lindsay und Effie geborene Ramsey und wuchs zuerst in der von John Alexander Dowie theokratisch geführten Stadt Zion im Norden von Illinois auf. Nach dem Bankrott der Stadt zog die Familie nach Idaho, dann zu Finis E. Yoakum in Pisgah in Kalifornien und später nach Portland in Oregon. Seine Eltern waren Teil der Pfingstgemeinschaft, doch fand Gordon Lindsay erst 1925 auf einer Evangelisationsveranstaltung von Charles Fox Parham zum Glauben in pfingstlicher Ausprägung. Eine Zeit lang begleitete er den Evangelisten und Heiler John G. Lake auf seinen Missionsreisen und unterstützte die Assemblies of God, ehe er selbst als Wanderprediger umherzog und landesweit enge Kontakte zu verschiedenen Pfingstgemeinden knüpfte. 1933 lernte er Freda Schimpf (1915–2010) an einer seiner Versammlungen kennen, und am 14. November 1937 heiratete er sie. Sie wurden dadurch sesshaft und er Pastor einer Pfingstgemeinde in Ashland in Oregon.
Über den gemeinsamen Freund Jack T. Moore († 1975) lernte er den Heilungsevangelisten William M. Branham in Sacramento kennen, dessen Manager er ab Juni 1947 wurde. Zur Förderung der Bekanntheit William Branhams rief Gordon Lindsay im April 1948 die Monatszeitschrift Voice of Healing (deutsch: Stimme der Heilung) ins Leben, aus der über die Jahre eine feste Institution zur Förderung von Heilungsevangelisten wurde. Die Zeitschrift, die nach einem Jahr eine Auflage von etwa 30.000 Exemplaren erreichte, wurde ein wichtiges Sprachrohr des sogenannten Healing Revivals (Heilungserweckungen) in den USA und Kanada, das neben William Branham Heiler wie Oral Roberts, F. F. Bosworth, Jack Coe, A. A. Allen und T. L. Osborn förderte. Zu den jährlich stattfindenden Tagungen der Voice of Healing fanden sich ab 1950 jeweils bis zu 1000 Heilungsevangelisten ein. Mit W. A. Raiford gründete er zur gleichen Zeit die Full Gospel Fellowship of Churches and Ministers International (deutsch: Internationale Gemeinschaft des vollen Evangelium der Kirchen und Dienste) und ein Radioprogramm.
Gordon Lindsay hatte das Anliegen, so viele Menschen wie möglich für das Evangelium von Jesus Christus zu gewinnen, weshalb er 1956 das Evangelisationsprojekt Winning the Nations Crusade (deutsch: Kreuzzug zur Gewinnung von Nationen) ins Leben rief und 1961 die Native Church Crusade (deutsch: Kreuzzug für einheimische Kirchen) zur Finanzierung von Missionierungsprogrammen gründete. Gemeinsam mit seiner Frau schuf er 1970 das Christ for the Nations Institute, eine charismatisch orientierte Bibelschule, die ihren Sitz im texanischen Dallas hat und sich der weltweiten Mission widmete. Neben seiner Tätigkeit als Pastor, Manager und Verleger, verfasste Gordon Lindsay über 250 Broschüren und Bücher, darunter eine Biografie von John Alexander Dowie und William Branham, die sich beide als letzte Endzeitpropheten angesehen hatten. Neben endzeitlichen Themen zeigte er auch großes Interesse für das Ufo-Phänomen und vertrat die Ansicht, dass es sich hierbei um Engelwesen handeln könne.
1970, nur drei Jahre nach der Gründung des Christ for the Nations Institutes starb Gordon Lindsay. Seine missionarische Arbeit wurde von seiner Frau und seinen Kindern fortgesetzt. Die Bewegung Healing Revivals dagegen verlor ihren wichtigsten Förderer, deren Bedeutung nahm bereits 1958 wieder ab.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lindsay, Gordon |
| ALTERNATIVNAMEN | Lindsay, James Gordon (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Pfingstpastor, Autor und Gründer des Christ for the Nations Institute (CFNI) |
| GEBURTSDATUM | 18. Juni 1906 |
| GEBURTSORT | Zion, Illinois |
| STERBEDATUM | 1. April 1973 |
| STERBEORT | Dallas, Texas |