Guðmundur Sigurjónsson Hofdal

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen sitzenden jungen Mann im Anzug; hinter ihm stehen zwei Personen in isländischer Frauentracht.
Guðmundur Sigurjónsson Hofdal in Reykjavík (1905)

Guðmundur „Gordon“ Sigurjónsson Hofdal (* 15. April 1883 in Suður-Þingeyjarsýsla, Island, damals zu Dänemark; † 1967 in Reykjavík, Island) war ein Eishockey- und Leichtathletiktrainer.

Karriere

1905 zog Guðmundur nach Reykjavík, wo er als Kaufmann tätig war und Glíma trainierte, die isländische Version des Ringens. Bei den Olympischen Sommerspielen 1908 in London demonstrierte er diese Sportart zusammen mit sechs weiteren isländischen Athleten. 1913 zog er nach England, um dort Sport und Physiotherapie zu studieren. Bald darauf emigrierte er nach Kanada, wo er sich Gordon Sigurjonsson nannte, und nahm mit den kanadischen Streitkräften am Ersten Weltkrieg teil.

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt zwölf aufgereihte Männer in einer Eissporthalle, vier davon in Anzügen, die übrigen in dunklen Trikots mit der Aufschrift „Canada“ und mit Hockey-Ausrüstung.
Das Team der Winnipeg Falcons bei den Olympischen Sommerspielen 1920 (Guðmundur Sigurjónsson ganz links)

Bei den Olympischen Sommerspielen 1920 in Antwerpen gewann er als Cheftrainer mit der kanadischen Nationalmannschaft, die sich aus Spielern der Winnipeg Falcons zusammensetzte, die Goldmedaille im olympischen Eishockeyturnier. Im selben Jahr gewann er zudem mit den Falcons den Allan Cup.

Aufgrund des Erfolgs mit dem Eishockeyteam wurde er während der Sommerspiele, die sich über mehrere Monate hinzogen, vom schwedischen Leichtathletikverband als Trainer verpflichtet und zog nach Schweden.

Ende 1920 zog er nach Island zurück, wo er Glíma unterrichtete, die isländische Delegation 1948 zu den Olympischen Sommerspielen in London begleitete und ein Glíma-Lehrbuch schrieb.

Privatleben

1924 wurde Guðmundur wegen sexueller Handlungen mit anderen Männern, was in Island bis 1940 verboten war, zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Damit war er der erste und einzige Isländer, der wegen Homosexualität im Gefängnis saß.

Erfolge und Auszeichnungen

Literatur

Commons: Gordon Sigurjonsson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Theódór Árnason: Lundúnaför íslenzkra glímumanna. In: Unga Ísland. Band 4, Nr. 9, 1908, S. 66–69 (isländisch, timarit.is).
  2. ↑ Kjartan Bergmann Guðjónsson: Laglega Hallgrímur kappanum brá. In: Lesbók Morgunblaðsins. Band 67, Nr. 3, 1992, S. 4–5 (isländisch, timarit.is).
  3. 1 2 Valgerður Þ. Jónsdóttir: Glæpurinn gegn náttúrlegu eðli. In: Morgunblaðið. Band 104, Nr. 227, 2016, S. 13 (isländisch, timarit.is).
  4. ↑ Þorvaldur Kristinsson: Saga Guðmundar glímukappa – Glæpurinn gegn náttúrulegu eðli. In: samkynhneigd.is. Abgerufen am 19. Juli 2026 (isländisch).
  5. ↑ Guðmundur Sigurjónsson. In: Félagið Jón Sigurðsson (Hrsg.): Minningarrit íslenzkra hermanna 1914–1918. Winnipeg, Manitoba 1923, S. 197 (isländisch, archive.org).
  6. ↑ Événement historique national du club de hockey des Falcons de Winnipeg. Abgerufen am 19. Juli 2026 (französisch, isländisch).
  7. ↑ Thorgerdur Thorvaldsdóttir: Iceland 1869–1992: From Silence to Rainbow Revolution. In: Jens Rydström und Kati Mustola (Hrsg.): Criminally Queer. Homosexuality and Criminal Law in Scandinavia 1842–1999. aksant, Amsterdam 2007, S. 122–123 (englisch, PDF (Memento vom 7. Juli 2022 im Internet Archive)).
  8. ↑ Valgerður Þ. Jónsdóttir: Glæpurinn gegn náttúrlegu eðli. In: Morgunblaðið. Band 104, Nr. 227, 2016, S. 12 (isländisch, timarit.is).
  9. ↑ Ásta Kristín Benediktsdóttir: „Rise, thou youthful flag of Iceland!“ – Moonstone and Sjón’s Queer Anti-Patriotism. In: Fionnuala Dillane und Gunnþórunn Guðmundsdóttir (Hrsg.): Iceland – Ireland: Memory, Literature, Culture on the Atlantic Periphery. Brill, Leiden 2022, S. 138 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. ↑ Edda Sif Pálsdóttir: Glímukappi eini Íslendingurinn sem hefur verið dæmdur fyrir mök við aðra karlmenn. In: RÚV. 19. Juli 2024, abgerufen am 19. Juli 2026 (isländisch).
Personendaten
NAME Guðmundur Sigurjónsson Hofdal
ALTERNATIVNAMEN Guðmundur Sigurjónsson; Guðmundur S. Hofdal; Gordon Sigurjonsson
KURZBESCHREIBUNG isländisch-kanadischer Eishockeytrainer
GEBURTSDATUM 15. April 1883
GEBURTSORT Suður-Þingeyjarsýsla, Island, Dänemark
STERBEDATUM 1967
STERBEORT Reykjavík, Island