Gorensteinring

Ein Gorensteinring ist ein Ring, der in der kommutativen Algebra, einem Teilgebiet der Mathematik, untersucht wird. Ein Gorensteinring ist ein Cohen-Macaulay-Ring mit bestimmten zusätzlichen Eigenschaften. Eine Gorensteinsingularität ist eine Singularität, deren lokaler Ring ein Gorensteinring ist.

Benannt wurden die Ringe nach Daniel Gorenstein, obwohl dieser immer behauptete, nicht einmal die Definition zu verstehen.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit kommutativer Algebra. Insbesondere sind alle betrachteten Ringe kommutativ und haben ein Einselement. Ringhomomorphismen bilden Einselemente auf Einselemente ab. Für weitere Details siehe Kommutative Algebra.

Definition

Ist ein noetherscher lokaler -dimensionaler Ring mit maximalem Ideal , so nennt man eine Menge ein Parametersystem von , wenn diese Menge ein - primäres Ideal erzeugt. (Man kann zeigen, dass ein noetherscher lokaler Ring immer ein Parametersystem besitzt.)

Ist

ein lokaler Cohen-Macaulay-Ring mit maximalem Ideal ,
ein Parametersystem und
das entsprechende -primäre Ideal,

so ist die Zahl

unabhängig vom gewählten Parametersystem.

Diese Zahl wird der Typ von genannt.

Ein lokaler Gorensteinring ist ein Cohen-Macaulay-Ring vom Typ 1.

Einen noetherschen Ring nennt man Gorensteinring, wenn alle seine Lokalisierungen von maximalen Idealen lokale Gorensteinringe sind.

(Diese Definition folgt Kunz 1980. Häufig wird ein Gorensteinring über die injektive Dimension definiert, siehe unten.)

Eigenschaften

Beispiele

Der Schnittpunkt wird durch den Ring
beschrieben. Er ist eine Singularität, denn ist eindimensional, aber das maximale Ideal von kann nur durch zwei Elemente erzeugt werden. Andererseits ist ein Gorensteinring, da jedes im maximalen Ideal enthaltene reguläre Element eine irreduzible Untervarietät erzeugt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ D. Eisenbud: Commutative Algebra. Springer, 2004, ISBN 0-387-94269-6, S. 525.