Gottfried Glechner

Gottfried Glechner

Gottfried Glechner (* 3. Juli 1916 in Freiling, Gemeinde Gurten, Oberösterreich; † 10. Oktober 2004 in Braunau am Inn) war ein österreichischer Schriftsteller und Philologe. Er ist der Vater des Malers und Schriftstellers Wolfgang Glechner.

Biographie

Werdegang bis 1979

Gottfried Glechner war das achte von neun Kindern einer Bauernfamilie. Er legte 1936 die Matura am Bischöflichen Knabenseminar Kollegium Petrinum in Linz-Urfahr ab. Drei Jahre Theologiestudium schlossen sich an. 1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen und diente sechs Jahre als Soldat. Nach der Heimkehr im Sommer 1945 inskribierte er an der Universität Innsbruck Deutsch und Latein und schloss dieses Studium samt Lehramtsprüfung und Doktorat in vier Jahren ab. Als Sprachforscher untersuchte Gottfried Glechner die Dialektgeographie und die Etymologie der Ortsnamen des Innviertels.

Die Stationen seiner anschließenden Lehrtätigkeit waren die Gymnasien Kremsmünster, Ried und schließlich Braunau, wo er ab 1960 lebte und bis zu seiner Pensionierung unterrichtete.

Schriftsteller 1979 bis 2004

Friedhof Braunau am Inn, Grab Gottfried Glechners

Seinen ersten Band Erzählungen, „Unser Dorf“, bäuerliche Geschichten in oberösterreichischer Mundart veröffentlichte Gottfried Glechner erst 1979, im Alter von 62 Jahren, wurde aber dann rasch bekannt damit, vor allem in Oberösterreich und Bayern. Es folgten beinahe im Jahrestakt ein gutes Dutzend weiterer Bücher.

Sein Ruf als Publikumsmagnet bescherte dem passionierten Vortragskünstler innerhalb weniger Jahre Einladungen für mehr als 500 Lesungen, in denen er live und auch via Rundfunk mit seinen Werken einen großen Kreis von Zuhörern in ganz Österreich und Bayern begeistern konnte.

Nach seinem Tod 2004 wurde Gottfried Glechner am Friedhof Braunau am Inn begraben.

Auszeichnungen

1996 erhielt Gottfried Glechner für sein Werk die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich. Nach seinem Tod wurde in Gurten der Gottfried-Glechner-Weg benannt.

Werkverzeichnis

Bedeutung

Gottfried Glechners Erzählungen spielen in der traditionellen bäuerlichen Welt seiner Jugend, weitgehend noch vor Mechanisierung der Landwirtschaft. Die meisten sind in oberösterreichischer (Innviertler) Mundart verfasst, deren Farbenreichtum Gottfried Glechner meisterhaft einsetzt. Er gewinnt der ländlichen Welt vor allem positive und humorvolle Aspekte ab.

Gottfried Glechners Werke erfreuen sich im süddeutsch-österreichischen Raum nach wie vor großer Beliebtheit. 2006, zwei Jahre nach seinem Tod, fand ein Open-Air-Gottfried-Glechner-Lesefest statt, bei dem auf sechs Lesebühnen simultan vor ca. 1.000 Zuhörern seine Werke gelesen wurden.

Pflege seines Nachlasses

Quellen

Personendaten
NAME Glechner, Gottfried
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 3. Juli 1916
GEBURTSORT Gurten bei Ried im Innkreis, Oberösterreich
STERBEDATUM 10. Oktober 2004
STERBEORT Braunau am Inn