Gottfried Luze

Gottfried Luze (* 13. November 1857 in Wulzeshofen; † 21. Oktober 1940 in Wien-Hernals) war ein österreichischer Entomologe, Käfersammler und Bürgerschul-Oberlehrer.

Leben und Wirken

Zusammen mit seinem Freund und Koleopterologen Maximilian Bernhauer (1866–1946) sammelte und beschrieb Luze mehrere Käferarten, vor allem aus Kärnten, den Krainer Alpen und dem Altvatergebirge. Hauptsächlich widmete er sich dabei der Käferfamilie der Kurzflügler (Staphylinidae Latreille 1802), in der er 169 Arten und 10 Gattungen beschrieb. Auf diesem Gebiet arbeitete er sich zu einem Spezialisten heraus. Insbesondere der Gattung Tachinus (Gravenhorst 1802) schenkte er viel Aufmerksamkeit. In seinen Arbeiten hatte Luze die Systematik der bis dahin bekannten und der neu entdeckten Arten dieser Gattung komplett revidiert. Bernhauer widmete ihm die 1901 erstbeschriebene Art dieser Gattung, Tachinus luzei (Bernhauer 1901).

Luze wird in den Wiener Adressbüchern seit 1888 geführt und verbrachte offenbar die meiste Zeit seines Lebens in Wien. Seine erste von 34 Arbeiten veröffentlichte er 1900. Das Erscheinen seiner Artikel endete 1911 abrupt mit der Veröffentlichung einer Erstbeschreibung von Philonthus (Rabigus) auropilosus (Luze 1912). Fast alle seine Arbeiten erschienen in den Verhandlungen der kaiserlich königlichen zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. Ein einziger Aufsatz, der sich nicht mit den Kurzflüglern beschäftigte, wurde in der Berliner Entomologischen Zeitschrift (1902) veröffentlicht. In einigen seiner Arbeiten dankte Luze vielen der zeitgenössischen Wiener und österreichischen Koleopterologen, einschließlich Bernhauer, mit dem er fachlich und freundschaftlich eng verbunden war. Luze war Mitglied der kaiserlich königlichen zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien.

Dedikationsnamen

Werke (Auszug)

Einzelnachweise

  1. ↑ Franz Heikertinger: Erinnerungen an Ludwig Ganglbauer und seine Zeit. Zum 25. Todestage des Verfassers der "Käfer von Mitteleuropa". In: Koleopterologische Rundschau. Band 23, 1937, ISSN 0075-6547, S. 93–110 (Online [PDF; 1,8 MB]).
  2. 1 2 3 Max Bernhauer: Neue Staphyliniden der paläarktischen Fauna nebst Bemerkungen. In: Deutsche Entomologische Zeitschrift. Jg. 1901, Nr. 2, 1902, ISSN 0012-0073, S. 241–251 (biodiversitylibrary.org).
  3. ↑ František G. Rambousek: Ein Lebensbild Dr. Max Bernhauer's. In: Coleopterologische Rundschau. Jg. 5, Nr. 9/10, 1916, ISSN 0075-6547, S. 73–76 (Online [PDF; 674 kB]).
  4. ↑ Ludwig Ganglbauer: Coleopteren. In: Botanik und Zoologie in Österreich in den Jahren 1850 bis 1900. Festschrift. Wien 1901, S. 349–369 (biodiversitylibrary.org).
  5. 1 2 Lee H. Herman: Catalog of the Staphylinidae (Insecta: Coleoptera). 1758 to the end of the second millennium. Teil 1: Introduction, history, biographical sketches, and omaliine group. In: Bulletin of the American Museum of Natural History. Band 265, Nr. 1, 2001, ISSN 0003-0090, S. 102–103 (Online [PDF; 10,8 MB]).
  6. ↑ Michael Schülke: Studien zur Systematik und Faunistik der Gattung Tachyporus Gravenhorst (Col., Staphylinidae, Tachyporinae). Teil 3:17: Beitrag zur Kenntnis der Tachyporinen. In: Entomologische Nachrichten und Berichte. Band 39, Nr. 1/2, 1995, ISSN 0232-5535, S. 81–89.
  7. ↑ Verhandlungen der kaiserlich-königlichen zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. Jg. 50, 1900, ISSN 0084-5647, S. XVI.
  8. ↑ Ludwig Ganglbauer: Ein neuer Dichotrachelus aus den Ostalpen. In: Verhandlungen der kaiserlich-königlichen zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. Band 45, 1896, ISSN 0084-5647, S. 180 f. (biodiversitylibrary.org).
Personendaten
NAME Luze, Gottfried
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Entomologe
GEBURTSDATUM 13. November 1857
GEBURTSORT Wulzeshofen
STERBEDATUM 21. Oktober 1940
STERBEORT Wien