Gottfried Wilhelm Becker

Gottfried Wilhelm Becker (* 22. Februar 1778 in Leipzig; † 17. Januar 1854 ebenda), auch Godefroy Becker, Guillaume Boulanger oder "*r" war Arzt und populärwissenschaftlicher Schriftsteller.

Lebenslauf

Über seinen Werdegang ist wenig bekannt. 1801 schrieb er seine Dissertation über das Thema De nisu formativo und war fortan praktischer Arzt in Leipzig.

Becker gehörte zur Gruppe der medizinischen Volksaufklärer des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie folgten der in der Aufklärung verwurzelten allgemeinen Tendenz zur Popularisierung in den Wissenschaften und in der Medizin, mit der die Aufklärer die gesellschaftliche Exklusivität des Wissens beenden wollten. Wegen der Fülle der von ihm veröffentlichten Werke kann man ihn als Polygraphen bezeichnen. Weitere Vertreter seiner Zunft waren beispielsweise Philipp Cornelius Heineken oder Johann Friedrich Ernst Albrecht.

Anhand der von Becker verfassten Bücher nicht-medizinischen Inhalts lässt sich erkennen, dass er am Kriegsgeschehen in bzw. bei Leipzig ( Völkerschlacht bei Leipzig 1813) direkten Anteil hatte und vermutlich als Feldarzt eingesetzt wurde. Beckers Werk Gemälde von Leipzig und seiner Umgebung von 1823 gibt allgemeine Informationen über das Leipzig des frühen 19. Jahrhunderts. Neben historischen Daten erfährt der Leser über die Topographie im Allgemeinen. Leipzigs Lage, Klima, Luftbeschaffenheit und Witterung, Boden und Erzeugnisse desselben, Flüsse etc. Becker beschreibt Straßen, öffentliche Gebäude und Einrichtungen der Stadt und liefert statistische Daten über die Einwohner Leipzigs (Zahl, Geburts- und Sterberaten, Hochzeiten).

Beckers Ehefrau (* 1777) starb 1813, einer der zwei Söhne (* 1803 bzw. 1804) schon 1815 im Alter von 12 Jahren.

1828 erfolgte eine „Bestrafung von Dr. Gottfried Wilhelm Becker wegen unerlaubten Ausbietens von Arzneimitteln“.

Becker starb am 17. Januar 1854 in Leipzig und vermachte sein Haus, Neukirchhof 26, der Stadtgemeinde als Dr. Becker Blinden-Stiftung.

Veröffentlichungen

  1. Band: Ein Haus- und Hülfsbuch für Eltern und Erzieher, die ohne Arzt seyn müssen, oder seine Bemühungen unterstützen wollen. Friese, Pirna 1807. (Digitalisat)
  2. Band: Der Arzt der Kinder oder Anleitung die Krankheiten der Kinder zu erkennen und zweckmäßig zu behandeln. Friese, Pirna 1809. (Digitalisat)

Werke nicht-medizinischen Inhalts waren

Hinzu kamen zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen sowie mehrere Aufsätze in Hufelands Journal der Heilkunde und anderen Zeitschriften.

Commons: Gottfried Wilhelm Becker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Digitalisat, auf books.google.ch/books
  2. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  3. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  4. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  5. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  6. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  7. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  8. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
Personendaten
NAME Becker, Gottfried Wilhelm
ALTERNATIVNAMEN Becker, Godefroy (Pseudonym); Boulanger, Guillaume (Pseudonym); *r (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mediziner und Autor
GEBURTSDATUM 22. Februar 1778
GEBURTSORT Leipzig
STERBEDATUM 17. Januar 1854
STERBEORT Leipzig