Government Digital Service

Der Government Digital Service ist eine Einheit des Cabinet Office der Regierung des Vereinigten Königreichs, das die Aufgabe hat, die Bereitstellung öffentlicher Online-Dienste umzugestalten. Er wurde im April 2011 gegründet, um die Strategie „Digital by Default“ umzusetzen, die in einem 2010 für das Kabinettsbüro erstellten Bericht mit dem Titel „Directgov 2010 and beyond: revolution not evolution“ vorgeschlagen wurde. Sie wird von der Public Expenditure Executive (Efficiency & Reform) überwacht. Der Hauptsitz der GDS befindet sich im Whitechapel Building in London, der CEO ist seit Februar 2021 Tom Read.

„Digital by Default“ Strategie

Die Strategie wurde in einem Bericht mit dem Titel „Directgov 2010 and beyond: revolution not evolution“ vorgeschlagen, der von Martha Lane Fox, der Gründerin von lastminute.com, erstellt wurde. In einem Interview sprach Francis Maude, der für die GDS zuständige Minister, über „mächtige Oligopole“ und die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter als Ursache für viel beachtete Misserfolge in der IT des öffentlichen Sektors, wie z. B. NHS Connecting for Health. Die GDS soll „die Bereitstellung digitaler Dienste in der gesamten Verwaltung vorantreiben und den Abteilungen bei der Entwicklung neuer digitaler Bereitstellungsmodelle Unterstützung, Beratung und technisches Know-how bieten“. Der Schwerpunkt dieser Strategie liegt auf der Anwendung von Methoden der agilen Softwareentwicklung und der lean Softwareentwicklung, die in erster Linie von kleinen und mittleren Unternehmen und nicht von großen Anbietern bereitgestellt werden.

Die GDS verfügt über einen Digitalen Beirat, der sich aus hochrangigen externen Experten zusammensetzt, halbjährlich zusammentritt und die GDS in strategischen Fragen berät.

Inzwischen beschäftigt der GDS bereits 800 Mitarbeitende. Im Jahr 2015 lag Zahl bei 500 und im Jahr 2013, also zwei Jahre nach dessen Gründung bereits bei 200.

Seit Mitte 2013 fördert die GDS das Konzept „Government as a Platform“ (Regierung als Plattform), eine Idee, die Tim O’Reilly 2009 in einem Artikel in Forbes erstmals vorstellte. Government as a Platform (Regierung als Plattform) stellt „eine neue Vision für die digitale Verwaltung vor: eine gemeinsame Kerninfrastruktur aus gemeinsam genutzten digitalen Systemen, Technologien und Prozessen, auf der es einfach ist, brillante, nutzerorientierte Behördendienste aufzubauen“.

Projekte

Vorbild für andere Länder

Der GDS hat ähnliche Projekte in anderen Teilen der Welt beeinflusst, darunter den United States Digital Service, 18F (USA), den Canadian Digital Service und DigitalService GmbH des Bundes.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Wayback Machine. In: Wikipedia. 10. Oktober 2021 (en:Special:PermanentLink/1049209336 [abgerufen am 11. Oktober 2021]).
  2. ↑ New minister pays a visit to GDS’s new HQ – Government Digital Service. Abgerufen am 11. Oktober 2021 (englisch).
  3. ↑ Tom Read. Abgerufen am 11. Oktober 2021 (englisch).
  4. ↑ Maude sets out 'digital by default', single-platform vision for UK government. 12. Juni 2012, abgerufen am 11. Oktober 2021 (englisch).
  5. ↑ Ben Rooney: The U.K.'s Digital Plan to Innovate Government. In: Wall Street Journal. 19. September 2012, ISSN 0099-9660 (wsj.com [abgerufen am 11. Oktober 2021]).
  6. ↑ Lina Rusch, Matthias Punz: Entwickeln für den Staat. In: Der Tagesspiegel Online. 16. September 2020, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 11. Oktober 2021]).
  7. ↑ GDS mission – the next phase – Government Digital Service. Abgerufen am 11. Oktober 2021 (englisch).
  8. ↑ Government Digital Service: the best startup in Europe we can't invest in. 15. November 2013, abgerufen am 11. Oktober 2021 (englisch).