Fürst von Chimay

Schloss Chimay
Schloss Chimay
Wappen von Chimay

Die Freiherrschaft Chimay, eine der zwölf „Pairies“ mit Sitz und Stimme in der Curia der Reichsunmittelbaren Pfalzgrafschaft Hennegau, wurde 1473 zur Grafschaft Chimay und am 9. April 1486 zum Reichsfürstentum Chimay erhoben. Sie gehörte lange Zeit dem älteren (in den heutigen Fürsten ausgestorbenen) Zweig des Hauses Croÿ, bevor sie 1612 an einen jüngeren (in den heutigen Fürsten ausgestorbenen) Zweig des Hauses Arenberg kam. Am französischen Königshof des Ancien Régime hatte der Reichsfürst von Chimay den besonderen Status eines Prince étranger (ausländischen Fürsten).

1686 wurde Chimay vom Haus d'Alsace-Henin-Liétard, Reichsgrafen zu Boussu (Hennegau), beerbt. Der Reichsfürstenstand wurde am 4. September 1735 bestätigt für alle männlichen und weiblichen Nachkommen des Alexandre de Chimay, aus dem Haus Alsace-Hénin-Liétard. Dessen Erbe wurde wiederum 1804 die gräfliche Familie de Riquet de Caraman. Der erste Prince de Chimay aus der Familie de Caraman (Philipp VIII., 16. Prince de Chimay) erlebte schon 1806 das Ende des Alten Reiches, nachdem der Hennegau bereits 1792 und erneut 1794 von französischen Truppen besetzt worden und 1797 von Frankreich annektiert worden war. Nach dem Wiener Kongress erlangte er 1824 die Anerkennung seines (Reichs-)Fürstentitels von seinem neuen Souverän im Königreich der Vereinigten Niederlande, sein jüngerer Bruder 1827 ebenfalls die niederländische Anerkennung, 1834 bestätigte das neue Königreich Belgien den Titel, der dort bis heute gilt. Die jüngere Linie starb 1973 aus, die ältere existiert weiterhin und besitzt das Schloss Chimay.

Freiherren von Chimay, Pairs de Hainaut

Haus Nesle

Haus Châtillon

Guy II. verschenkt Soissons 1367 an Elisabeth von England, die mit Enguerrand VII. de Coucy verheiratet ist. Die Erben Guys II. verkaufen Blois und Dunois an den Herzog von Orléans. Die Herrschaft Chimay geht an die Herren von Moreuil und von diesen an die Croy.

Grafen von Chimay (1473–1482)

Haus Croÿ

Wappen von Jean II. de Croÿ

Fürsten von Chimay

Haus Croÿ

Haus Arenberg

Haus Hénin-Liétard

Wappen von Philippe Louis d'Alsace-Hénin-Liétard (1646–1688)

Haus Caraman

Wappen von François Joseph de Riquet de Caraman

Hauptlinie

  • François Joseph Philippe de Riquet, Comte de Caraman (1771–1843) dessen Neffe, 1824 in den Niederlanden anerkannt als 16. Prince de Chimay
  • Joseph de Riquet (1808–1886), dessen Sohn, 1843 17. Prince de Chimay, 1867 Prince de Caraman
  • Marie Joseph Guy Henri Philippe de Riquet (1836–1892), dessen Sohn, 1886 18. Prince de Chimay, 2. Prince de Caraman
  • Marie Joseph Anatole Élie de Riquet (1858–1937), dessen Sohn, 1892 19. Prince de Chimay, 3. Prince de Caraman ⚭ I. Clara Ward; ⚭ II. Anne Marie Le Veneur de Tillières (1889–1962)
  • Joseph Marie Alexandre Pierre Ghislain de Riquet (1921–1990), dessen Sohn, 1937–1990 20. Prince de Chimay, 1937–1944 4. Prince de Caraman, verzichtete auf seine belgischen Titel zugunsten seines jüngeren Bruders
  • Élie Marie Charles Pierre Paul de Riquet (1924–1980), dessen Bruder, 1944 5. Prince de Caraman
  • Philippe Joseph Marie Jean de Riquet (* 1948), dessen Sohn, 1990 21. Prince de Chimay, 6. Prince de Caraman

Nebenlinie

  • Alphonse de Riquet (1810–1865) 1827 ad personam niederländischer, 1834 ad personam belgischer Prince de Chimay, Sohn von François Joseph Philippe de Riquet, 16. Prince de Chimay
  • Alphonse de Riquet (1844–1928), dessen Sohn, 1865 erblicher belgischer Prince de Chimay
  • Alphonse de Riquet (1899–1973), dessen Sohn, Prince de Chimay

Literatur