Graz Live 1961

Graz Live 1961
Livealbum von Jimmy Giuffre 3

Veröffent-
lichung

Juni 2019

Aufnahme

27. Oktober 1961

Label(s)

ezz-thetcis

Format(e)

2 LP, CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

11

Länge

1:15:12

Besetzung

Produktion

Bernhard „Benne“ Vischer, Christian Dalucas, George Schmid, Mario DaRugna, Werner X. Uehlinger

Aufnahmeort(e)

Großer Saal der Arbeiterkammer, Graz

Chronologie
The Jimmy Giuffre 3 & 4: New York Concerts
(2014)
Graz Live 1961 —

Graz Live 1961 ist ein Musikalbum der Jimmy Giuffre 3. Die am 27. Oktober 1961 live im Großen Saal der Arbeiterkammer in Graz entstandenen Aufnahmen des ORF erschienen im Juni 2019 auf ezz-thetics.

Hintergrund

Die erste Version seines schlagzeuglosen Trios gründete Jimmy Giuffre Ende 1956 mit dem Gitarristen Jim Hall und dem Bassisten Ralph Peña; das Album The Jimmy Giuffre 3 erschien 1957 bei Atlantic Records. für die LP Trav’lin‘ Light kam Posaunist Bob Brookmeyer für Peña in das Trio, ab 1959 wieder verschiedene Bassisten, zunächst Red Mitchell (Seven Pieces), anschließend Buddy Clark, Ray Brown bzw. Wilfred Middlebrooks.

Mit den bei Verve Records erschienenen Alben Fusion und Thesis (1961) änderte Giuffre die musikalische Ausrichtung vom Cool Jazz hin zur Avantgarde. Der experimentierfreudige Holzbläser besetzte die Jimmy Giuffre 3 von 1961 mit dem Pianisten Paul Bley und dem Bassisten Steve Swallow (der damals noch Kontrabass spielte). Es wurde zu einem der wichtigsten Free-Jazz-Ensembles der ersten Generation, notierte George Grella. Hinzu kamen zwei Live-Alben, Flight, Bremen, 1961 (hatART, 1992) und Emphasis, Stuttgart, 1961 (hatART, 1993), die zusammen als Bremen & Stuttgart 1961 (Emanem, 2016) wiederveröffentlicht wurden. Das Konzert des Trios in Graz 1961 erhielt die erste offizielle Veröffentlichungserlaubnis von Juanita Giuffre, Carol Goss-Bley und Steve Swallow.

Von der Europatournee des Trios war zuvor bei HatHut Records 1993 der Mitschnitt von 7. November 1961 auf dem Album Emphasis, Stuttgart 1961 erschienen.

Titelliste

  1. Ictus (Carla Bley) 3:01
  2. Brief Hesitation 4:34
  3. The Gamut 5:16
  4. Suite for Germany 12:10
  5. Trance 7:09
  6. Cry, Want 10:08
  7. Carla (Paul Bley) 6:59
  8. Whirr 5:29
  9. Temporarily (Carla Bley) 5:22
  10. Scootin’ About 7:06
  11. That’s True, That’s True 7:58

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Jimmy Giuffre.

Rezeption

Die Gruppe würde zurückhaltend agieren, schrieb George Grella (Daily Bandcamp) und ihre musikalische Ausrichtung eher in europäischer Folk-Tradition und Klassischer Moderne als in afroamerikanischer Musik wurzeln, doch alle habe das Bestreben geeint, einer im Moment entstehenden Musik Ausdruck zu verleihen. Jahrzehntelang bewegte sich diese Musik am Rande des Jazz und entwickelte nach und nach einen grundlegenden Einfluss auf die internationalen Stile des Free Jazz. Diese Archivaufnahme sei ein wahrer Genuss.

Die Musik, die zuvor auf zwei Bootlegs zweifelhafter Qualität erschienen war, liege nun auf einer einzigen 75-minütigen CD mit durchgehend einwandfreier Klangqualität vor, schrieb John Eyles (Squid’s Ear). Die drei Musiker würden nicht wie ein Jazztrio agieren, bei dem Klavier und Bass die Begleitung eines Solisten übernehmen; stattdessen – dank gemeinsamer Erfahrung und beeindruckender Hörfähigkeiten – solierten alle drei effektvoll die ganze Zeit und schaffen es auf wundersame Weise, die drei Stränge zu einer kohärenten, integrierten Musik zu verweben. Wie bei den anderen Alben dieser Gruppe sei es müßig, einzelne herausragende Stücke zu nennen, denn alles, was sie spielten, klinge hypnotisch schön und auch Jahrzehnte nach der Aufnahme noch zeitlos. Graz Live 1961 verdiene es, als Klassiker anerkannt zu werden.

Einzelnachweise

  1. ↑ Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen 29. Oktober 2025)
  2. 1 2 George Grella: About Yesterday’s and Today’s Ezz-Thetics. In: Daily Bandcamp. 5. November 2025, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  3. ↑ Jimmy Giuffre 3* – Emphasis, Stuttgart 1961. In: Discogs. Abgerufen am 1. November 2025 (englisch).
  4. ↑ Jimmy Giuffre 3: Graz Live 1961. In: Discogs. Abgerufen am 1. November 2025 (englisch).
  5. ↑ John Eyles: immy Giuffre 3 – Graz Live 1961. In: Squid's Ear. 29. Juni 2019, abgerufen am 4. März 2026 (englisch).