Grinder (Segeln)

Mehrere Grinder auf dem Vorschiff der Alinghi

Grinder bezeichnet eine Vorrichtung auf einem Segelschiff zum Antrieb einer Winsch (Winde).

Name

Grinder ist ein verbreiteter Anglizismus, der eine Antriebsart für Winschen auf Segelyachten bezeichnet.

In den sechziger Jahren waren teilweise noch sogenannte Hebelwinschen üblich, die mit einem Hebel am Winschsockel angetrieben wurden. Als Gegenstück dazu entwickelte man dann Winschen, die mit einer in die Oberseite der Trommel gesteckten Kurbel angetrieben wurden. Die Vorteile lagen auf der Hand – man konnte nun im Kreis kurbeln und musste nicht mehr einen Hebel hin- und herbewegen. Allerdings ähnelte das Kurbeln an diesen Winschen dem Mahlen mit einer Kaffeemühle – der Begriff war erfunden.

Anfang der 70er wurde insbesondere für die großen Schotwinschen zusätzlich noch ein Fernantrieb entwickelt, der dann den Namen Coffee grinder übernahm. Die Bedeutung wandelte sich somit, nicht mehr die Winsch, sondern die von ihr getrennten Kurbeln wurden als Coffee grinder bezeichnet.

Im Englischen ist dieser Ausdruck dagegen unüblich, der englische Ausdruck für „Grinder“ ist Pedestal (Sockel, Aufbau, Podest). Allerdings werden die Personen, die den Coffee grinder bedienen, sowohl im Englischen als auch im Deutschen als Grinder bezeichnet.

Aufbau

An einer im Cockpit oder an Deck stehenden Säule ist beidseitig je eine Kurbel auf einer horizontalen Achse, ähnlich einem auf dem Kopf stehenden Fahrradantrieb, angebracht. Über Kegelzahnräder, eine Kette oder einen Zahnriemen wird die Drehbewegung unter Deck zu einem Verteilgetriebe geleitet. Von dort aus wird die Kraft zu einer oder gleichzeitig mehreren Winschen geleitet. Dabei lassen sich meistens sowohl die Drehrichtung als auch das Übersetzungsverhältnis der jeweiligen Aufgabe anpassen.

Unterschied und Vorteile zu einer Winschbedienung mit aufgesteckter Kurbel

Nachteile

Verwendung

Grinder werden vor allem auf großen Regattaschiffen eingesetzt, auf kleineren Booten sind die aufzubringenden Lasten so klein, dass sich ihr Einsatz nicht lohnt. Unter ca. 13 bis 15 Meter Bootslänge werden Grinder daher nicht verbaut. Auch Fahrtenschiffe, die weniger Wert auf optimale Bedienbarkeit legen, verwenden üblicherweise keine Grinder, da diese an Deck relativ viel Platz beanspruchen.

Weitere Bedeutung

Als Grinder wird auch der Bediener eines Grinders bezeichnet. Dies ist auch im Englischen so. Der Begriff 'Coffee Grinder' wird im Englischen nur für besonders große Winschtrommeln benutzt, unabhängig davon, wie sie angetrieben werden.