Der Grum-Preis (Nagrada Slavka Gruma) ist ein slowenischer Dramenpreis, der nach dem slowenischen Dramatiker Slavko Grum benannt ist.
Über den Preis
Der Grum-Preis wird seit 1979 alljährlich im Rahmen der Woche des slowenischen Dramas (Teden slovenske drame) im Prešeren-Theater (Prešernovo gledališče) in Kranj verliehen. Es handelt sich um die bedeutendste Auszeichnung, die in Slowenien für dramatisches Schaffen vergeben wird. Der Preis umfasst neben dem Dramentexten im engeren Sinn auch neue Formen dramatischen Schaffens, angenommen werden auch Manuskripte; es gibt keine genremäßige Beschränkung, seit 2002 werden aber Texte für Jugendtheater nicht mehr berücksichtigt. Beteiligen können sich alle Theater sowie freie Theatergruppen mit einer oder mehreren Produktionen auf Grundlage eines slowenischen Dramentextes. Die Jury nominiert zwischen drei und sieben Stücken für die engere Auswahl, wobei die nicht ausgezeichneten Nominierten in der Konkurrenz für die nächste Preisvergabe verbleiben. Da Dramatiker bei der Vergabe großer Preise wie dem Prešeren-Preis selten zum Zug kommen, hat der Grum-Preis eine besondere Bedeutung für die Schaffung öffentlicher Aufmerksamkeit für das Theaterschaffen und für die Evidentierung slowenischer Dramentexte, deren Zugänglichkeit in Buchausgaben nur selektiv gegeben ist.
Zusammen mit dem Grum-Preis wird im Rahmen der Woche des slowenischen Dramas auch der Preis für junge Dramatiker(Nagrada za mladega dramatika, erstmals 2012) sowie alle drei bzw. zwei Jahre eine Auszeichnung für Leistungen auf dem Gebiet der Dramaturgie (Grün-Filipičevo priznanje, seit 1979) vergeben. Der 1999 gestiftete große Preis der Woche des slowenischen Dramas für die beste Inszenierung wurde 2004 in Šeligo-Preis (Šeligova nagrada) umbenannt, 2006 wurde erstmals auch ein Publikumspreis vergeben.
2006 – Matjaž Zupančič, Razred (dt. Die Klasse, aus dem Slowenischen von Erwin Köstler. Szenische Lesung am Wiener Volkstheater, 4. Dezember 2006 unter Mitwirkung des Übersetzers, Erstaufführung)
2007 – Draga Potočnjak, Za naše mlade dame [Für unsere jungen Damen]
2008 – Rok Vilčnik (rokgre), Smeti na Luni [Der Müll auf dem Mond]
2017 – Simona Hamer, Razglednice ali strah je od znotraj votel, od zunaj pa ga nič ni [Ansichtskarten oder die Angst ist innen hohl, außen ist aber nichts zu sehen]
2018 – Vinko Möderndorfer, Romeo in Julija sta bila begunca [Romeo und Julia waren Flüchtlinge]
2021 – Maja Šorli, Tega okusa še niste poskusili [Diesen Geschmack haben Sie noch nicht gekostet]
Literatur
Martina Trabesinger: Slowenische Literaturpreise und deren Vergabekriterien. Klagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Dipl.-Arb. 2011.
Einzelnachweise
123Mateja Pezdirc Bartol: Grumova nagrada v slovenskem literarnem sistemu. In: Sodobna slovenska književnost (1980–2010). Ur. Alojzija Zupan Sosič. Ljubljana: Znanstvena založba FF (Obdobja, 29), 203–209.
↑Grumova nagrada.In:Portal slovenskih pisateljev.ArchiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am4.Juni 2009;abgerufen am 3.November 2021.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.drustvo-dsp.si
12In: Drei Dramen. [Dušan Jovanović: Wand, See; Gregor Strniša: Die Menschenfresser; Rudi Šeligo: Anna. Aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof und Erik Prunč.] Klagenfurt/Celovec, Salzburg: Wieser 1990.