
Grustner von Grustdorff zu Reinsperg und Paschbach (veraltet auch von Grußdorf) war der Name eines briefadeligen Geschlechts aus der gefürsteten Grafschaft Tirol, das in Reichsritter- und erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhoben wurde und 1834 im Mannesstamm erloschen ist.
Das ursprünglich bürgerliche, wappenfähige Geschlecht war bereits Ende des 15. Jahrhunderts in Eppan ansässig. Nach Kneschke erhielt bereits der kaiserliche Hauptmann Ludwig Grustner am 9. März 1498 den Ritterstand. Am 24. Oktober 1559 erlangten die Brüder Georg und Stephan Grustner einen Wappenbrief. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Adam Grustner, Amtmann zu Freudenstein, der für seine Verdienste in den Türkenkriegen 1580 vom Tiroler Landesfürst Erzherzog Ferdinand II. von Österreich-Tirol das bereits seinen Vorfahren verliehene Wappen bestätigte und in erblichen Adelsstand erhob. Darauf bestätigte Kaiser Ferdinand II. am 16. März 1624 in Wien den Söhnen des Nobilitierten, Ludwig und Christoph von Grustner den verliehenen Adel. Zugleich gewährte der Kaiser den Brüdern eine Wappenbesserung, erhob den Wohnsitz Reinsberg in Pizal im Gericht Altenburg zum Freisitz und verlieh ihnen das Adelsprädikat "Grustner von Grustdorf". Auf Befehl Erzherzogin Claudias vom 17. März 1636 wurde die Familie Tiroler Landstand. Aus der Ehe des Ludwig von Grustner mit Anna Franzin zu Zinnenberg gingen die Söhne Adam, oberösterreichischer Hofkammerrat; Christoph, tirolischer Generaleinnehmer; und Stephan kaiserlicher Ungeldeinnehmer hervor. Diesen bestätigte Kaiser Leopold I. in Wien am 9. März 1668 erneut den Adel sowie das Adelsprädikat "von Grustdorf zu Reinsperg, sowie 1672 eine erneute Wappenbesserung. Christoph Grustner von Grustdorf fungierte als k. k. Generaleinnehmer und Gotthard Grustner von Grustforf († 1723) starb als Abt des Klosters Fiecht. Der Sohn von Johann Anton Grustner von Grustdorf, Kasimir (* 1690 in Eppan; † 27. Juli 1754) war Chorherr in Wilten sowie Stiftssekretär. Am 27. Februar 1750 erlangte Adam Anton Wilhelm Grustner von Grußdorf auf Reinsperg und Paschbach, Geheimer Rat, Hofmarschall und Landpfleger der Fürstprobstei Berchtesgaden den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand. Mti den Brüdern Johann und Joseph Grustner von Grustdorf ist das Geschlecht im Mannesstamm erloschen. Letzterer starb 1834 als k. k. Hauptmann in Pest.