Nach seinem Studium arbeitete Guido Reif als Dramaturg an Theatern in Bielitz, Brünn und Wien. Von 1933 bis 1938 schrieb er als Journalist für mehrere Arbeiterzeitungen, später war er Hauptschriftleiter der Prager illustrierten Wochenschau (Untertitel „Kultur–Unterhaltung–Verkehr: Ratgeber für Besucher der Stadt Prag, Unterhaltungs- und Vergnügungsanzeiger, Theater- und Konzertprogramme, Neue Filme, Veranstaltungsvorschau“) sowie ab 1941 des Prager Jahrbuchs und auch für die Gesamtgestaltung des Letzteren zuständig. Öffentliche Bekanntheit als Feuilletonjournalist erlangte er unter anderem durch einen kritischen Kommentar zu Gerhart Hauptmanns historischer Tragödie Florian Geyer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Reif Leiter der „Abteilung künstlerisches Wort“ am Landessender Dresden. Mit Beginn der Spielzeit 1949/50 arbeitete er als Dramaturg und in der Spielzeit 1952/53 (neben Carl Ballhaus und Werner Simon) auch als Spielleiter am Staatstheater Dresden. Hier brachte er auch mehrere selbst geschriebene Stücke sowie von ihm aus der tschechischen Sprache übersetzte Stücke zur Aufführung. Unter der Regie von Guido Reif erlebte Friedrich WolfsFloridsdorf am 20. Mai 1953 in Dresden seine Uraufführung auf einer deutschen Bühne, gleichzeitig war es das letzte Schauspiel Wolfs, das noch zu seinen Lebzeiten auf eine deutsche Bühne kam. Nebenbei war Reif in Dresden auch für die Gestaltung der Programmhefte und Jahrbücher der Staatstheater verantwortlich.
Guido Reif starb am 6. Dezember 1953 nach langer, schwerer Krankheit in Dresden. Zur Widerkehr seines 1. Todestages führten die Dresdner Staatstheater am 6. Dezember 1954 Miloslav Stehliks „Der Weg ins Leben“ auf, das in der Übersetzung von Reif und unter seiner Regie 1952 in Dresden Premiere auf einer deutschen Bühne hatte.
1936: 2 Paar Bretteln. Eine Geschichte von viel Schnee und noch mehr Liebe. Zeitgenössischer Verlag, Leipzig/Reichenberg/Wien, 87 S. (Illustration auf S. 11 von Fritz Brosche, gedruckt in der Buchdruckerei „Graphia“ in Reichenberg-Oberrosenthal).
1941: Licht aus dem Dunkeln. In: Stadt Prag (Hg.): Die Stadt am Strom: Dichter erzählen von Prag und seiner Geschichte. Gauverlag Bayrische Ostmark, Bayreuth 1941, S. 33–41.
1941: Das Ende des Kaspar Rucky von Rudz. In: Prager Jahrbuch 1940/41. Verlag der Prager Wochenschau, Prag 1941, S. 47–49.
1951: Volksverbundenes Theater: Erlebnisse und Ergebnisse der Dresdner Gastspielreise. In: Theater der Zeit 6(1951)19, S. 19f.
Einzelnachweise
↑Emil Ulischberger: Schauspiel in Dresden. Ein Stück Theatergeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart in Wort und Bild. Henschelverlag, Berlin 1989, S. 84.
↑Thomas Dietzel, Hans-Otto Hügel: Deutsche literarische Zeitschriften 1880-1945: Ein Repertorium. Bd. 1. K.G. Saur, München u.a. 1988, S. 986.
↑Michael Eckardt: „So drängen Entstehung und Geschichte (…) zum Vergleich“: Der Aufsatz „Meißen und Prag“ aus der Prager Wochenschau (1941) – eine Indizienkette zur Klärung der Autorschaft. In: Monumenta Misnensia 15(2022), S. 90–101.
↑Prager Jahrbuch 1941/42. Verlag Oskar Kuhn, Prag 1942, S. 2.
↑Kurt Lothar Trank: Gerhart Hauptmann in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 1959, S. 32.
↑Deutsches Bühnen-Jahrbuch, Band 57 (1949), S. 455.
↑Emil Ulischberger: Schauspiel in Dresden. Ein Stück Theatergeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart in Wort und Bild. Henschelverlag, Berlin 1989, S. 197.
↑Gestaltung und Gestalten: Jahrbuch der Dresdner Staatstheater, 9. Jahrgang 1953/54. Henschelverlag, Berlin 1954, S. 6.