Guido Schlimbach (* 6. August 1966 in Köln) ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Liturgiewissenschaftler, Publizist und Kunstvermittler.
Nach dem Abitur am städtischen Gymnasium in Köln-Porz studierte Schlimbach Philosophie und Theologie, zunächst von 1986 bis 1988 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, von 1990 bis 1992 an der Universität Wien und dann wieder in Bonn bis 1993. Nach dem Examen (Dipl.-Theol.) schloss er 1993 bis 1997 das Studium der Sozialarbeit (Dipl. Soz. Arb.) an der Katholischen Fachhochschule NRW in Köln an. 2009 promovierte er an der katholisch-theologischen Fakultät in Bonn bei Albert Gerhards mit einer 2004 bis 2008 verfassten Dissertation zum Thema „Die Kunst-Station Sankt Peter Köln im Spannungsfeld von Religion und Kunst“.
Nach dem Studium der Sozialarbeit begann Schlimbach als Jahrespraktikant im Anerkennungsjahr 1998 bei Aidshilfe NRW e.V., dem Landesverband der Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen. Danach wurde er Pressesprecher des Verbands. Seit 2020 ist er stellvertretender Landesgeschäftsführer. In den Jahren von 2005 bis 2007 war er kommissarischer Sprecher der Deutschen Aidshilfe e.V. in Berlin.
Seit 2000 arbeitet Schlimbach auch freiberuflich als Theologe und Kunstvermittler. An der Kunst-Station St. Peter (Köln) arbeitete er zunächst für Friedhelm Mennekes. Seit 2008 ist er ehrenamtlich Mitglied im Kunstbeirat, der Auswahl und Einladungen der Künstler für Ausstellungen bzw. Kunstinterventionen vornimmt, und seit 2011 künstlerischer Leiter der Kunst-Station Sankt Peter Köln. Unter anderem war er verantwortlicher Kurator für die Ausstellungsreihe Replace Rubens, in der 2020/21 in St. Peter das Bild Kreuzigung Petri von Peter Paul Rubens während seiner Restaurierung nacheinander durch Werke zeitgenössischer Künstler ersetzt wurde, beginnend von Mai bis November 2020 mit der Installation Grauer Spiegel von Gerhard Richter. Anlässlich eines Gastvortrags von Schlimbach bescheinigte ihm das Zentrum für Theologie und Kunst an der Karls-Universität in Prag 2018, dass er „als künstlerischer Leiter der Kunst-Station Sankt Peter […] diesen weltbekannten spirituellen Ort führt, in dem Kunst, Musik und Liturgie aufeinandertreffen.“ Neben seinem Engagement für die Kunst-Station Sankt Peter Köln ist er Kurator von Kunstausstellungen auch an anderen Stellen, so etwa in der Wolfsburg (Mülheim an der Ruhr).
Seit 2008 zählt er zum Kreis der Referenten / Gastgeber in freier Mitarbeit am Kunstmuseum Kolumba des Erzbistums Köln. Seit 2012 unterrichtet er mit Lehraufträgen für katholische Liturgik am Institut für Kirchenmusik der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Im Sommersemester 2023 erteilte ihm die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main erstmals einen Lehrauftrag für „Christliche Kunst“.
Seit 2012 ist Schlimbach regelmäßiger Teilnehmer des Dialogs zwischen dem Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, und Vertretern des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.). Dieser trug mit dazu bei, dass Overbeck die in einer Talkshow von Anne Will geäußerte kritische Position gegenüber homosexuellen Lebensweisen später revidierte. Inzwischen vertritt Overbeck die Ansicht, dass auch sie äußerst respekt- und liebevolle zwischenmenschliche Beziehungen sein und dass auch schwule Männer Priester werden könnten. Zuletzt fand ein solches öffentliches Gespräch im Oktober 2022 in der Aidshilfe Essen statt. An ähnlichen Gesprächen war Schlimbach auch zwischen dem Katholikenausschuss in der Stadt Köln und dem Kölner Lesben- und Schwulentag beteiligt.
Zu Ostern 2024 schaltete sich Schlimbach in die Debatte um eine Kunstinstallation des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein im Wiener Stephansdom ein. Die kontrovers diskutierten Bilder stießen vor allem im konservativ-rechtskatholischen Bereich auf großen Widerstand. In einem Beitrag für die Internationale Katholische Communio äußerte er dagegen den Verdacht, der als „Schockmaler“ bekannt gewordene Helnwein sei eher aufgrund des absehbaren Medienechos eingeladen worden als wegen der künstlerischen Qualität seiner Arbeiten. In der Wiener Die Furche wurde hervorgehoben, dass die von Schlimbach aufgezeigte künstlerisch-theologische Kritik etwas anderes sei, als mit einem wie auch immer gearteten Volksempfinden das Feld zwischen Kunst und Kirche neu zu belasten.
Monographien
Als Herausgeber
Beiträge
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schlimbach, Guido |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher römisch-katholischer Theologe, Liturgiewissenschaftler, Publizist und Kunstvermittler |
| GEBURTSDATUM | 6. August 1966 |
| GEBURTSORT | Köln |