Gummimotor

Gummimotor-Modellflugzeug Planophore von Alphonse Pénaud, Frankreich 1871

Ein Gummimotor ist ein simpler und leichter Drehantrieb samt mechanisch-elastischem Energiespeicher. Typisch wird er in einfachen Flächenflugzeug-Modellen zum zeitlich begrenzten Antrieb einer Luftschraube verwendet.

Geschichte

Graupner „Ultra Stunt“

Der Gummimotor wurde um 1870 vom französischen Techniker Alphonse Pénaud entwickelt.

Aufbau und Funktion

Flugzeugklassen

Der Gummimotor wird häufig in Flugmodellen zum Antrieb der Luftschraube verwendet. Oft sind diese Flugmodelle einfaches Kinderspielzeug.

Es gibt jedoch auch sehr anspruchsvolle Modellflugzeuge in den internationalen Modellflugklassen F1G (Flugmodelle mit Gummimotor (Winterpokal)) und F1B (Wakefield). Hier werden spezielle Gummis eingesetzt, die normalerweise als Füllstoff von Golfbällen dienen. Insbesondere in der Modellflugklasse F1B werden sehr komplexe Propellerköpfe verwendet, die sogar eine drehmomentabhängige Blattverstellung ermöglichen. Deren Gummimotoren haben ein Gummigewicht von maximal 30 g und werden mit 400 bis 500 Umdrehungen aufgezogen.

Thermikbremse

Damit ein kreisendes Segelflugmodell – mit oder ohne Gummimotor per Handwurf gestartet – weniger Gefahr läuft, bei guter Thermik zu entfliegen, kann eine sogenannte Thermikbremse verbaut werden, die ebenfalls auf einem gespannten Gummizug basiert.

Für hohe Flugdauer wird das – funkfernsteuerungsfreie – Modell auf Kreisflug und geringes Sinken oder weites Gleiten getrimmt, z. B. durch geeignete Ballastierung und Einstellen der Ruder und Steuerflächen.

Ein Gummizug wird so auf das Höhenleitwerk wirkend montiert, dass es dieses hinten stark bis zu einem festen Anschlag hochklappen kann, womit ein Vorwärtsflug gebremst und rasches Sinken ausgelöst wird. Verhindert wird das vorerst durch einen anderen Gummiring, der das Leitwerk nach unten in der Flugposition fixiert.

Als Zeitauslöser dient ein mit dem zweiten Gummiring verbundenes Stück hinten frei hinunterhängendes Stück Baumwollschnur (Docht, gewebt, mit konzentrierter Kalisalpeterlösung getränkt und getrocknet, ein pyrotechnischer Artikel), die, eventuell geschützt durch ein Röhrchen (snuffer tube) ziemlich unabhängig von Wind oder Anströmung während des Flugs mit einem typischen Fortschrittstempo verglimmt und zuletzt den gespannten Gummi 2 verschmort und zum Reißen bringt, wodurch der Gummizug 1 aktiviert wird.

Die Auslösung per Glimmschnur ist für 1967 dokumentiert. Glimmschnur mit 6 mm Durchmesser und Minuten-Graduierung ist auch heute erhältlich.

SIG empfiehlt, Glimmschnur in ein „snuffer tube“ einzubauen.

Um 1970 kam es zu einem Brand eines Getreidefelds, ausgelöst durch eine Glimmschnur, berichtet ein Deutscher.

Eine Glimmschnurvorrichtung hat nur etwa 1 Gramm Masse.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Glimmschnur rc-network.de, Beitrag: Stefan Kreuz, 16. Januar 2007, abgerufen am 9. März 2024.
  2. ↑ Der kleine UHU
  3. ↑ AMIGO V (Graupner 1966–1989) (Memento des Originals vom 23. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ SIGSH331 Glimmschnur (Memento des Originals vom 23. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Sig Shure-Fire D-T Fuse, 5 ft.) abgerufen am 23. Dezember 2019.
  5. ↑ sigsh331-sig-de-thermalizer-fuse-5
  6. ↑ Der kleine Kumpel II-B (GK 126)
  7. ↑ Streil Cesi (Freiflug-Wurfgleiter) (Memento des Originals vom 23. Juni 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.