Gunter Reus

Gunter Reus (* 1950 in Neunkirchen) ist ein deutscher Journalist und Hochschullehrer. Er ist außerplanmäßiger Professor für Journalistik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und seit 2018 im Ruhestand.

Akademische und journalistische Laufbahn

Reus legte am Staatlichen Knabenrealgymnasium Neunkirchen (Saar) 1969 das Abitur ab und begann an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ein Studium der Germanistik, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Nach einem Promotionsstipendium nahm er 1973 die Arbeit an seiner Dissertation Oktoberrevolution und Sowjetrussland auf dem deutschen Theater auf, mit der er 1977 zum Dr. phil. promovierte. Die Studie erschien 1978.

Nach einer einjährigen Hospitation an den Städtischen Bühnen Mainz arbeitete Reus von 1976 bis 1978 als Deutschlehrer an einer privaten Sprachschule. Parallel dazu war er als freier Journalist für die Allgemeine Zeitung Mainz und den Südwestfunk tätig. Danach verpflichtete er sich für fünf Jahre beim Deutschen Akademischen Austauschdienst und lehrte an der Universität Lille (Frankreich) als Lektor für deutsche Sprache, Landeskunde und Literatur. Er kooperierte mit dem dortigen Goethe-Institut und veröffentlichte in deutschen und französischen Zeitschriften.

1983 kehrte Reus nach Deutschland zurück und begann ein Volontariat bei der Frankfurter Neuen Presse. Nach dessen Abschluss wurde er Lokalredakteur der Taunus-Zeitung in Bad Homburg und der Frankfurter Stadtredaktion der Neuen Presse. Dort arbeitete er regelmäßig am Feuilleton mit.

1987 wechselte Reus in die Journalistenausbildung und wurde Akademischer Rat an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) oblag ihm die Lehre im Studienschwerpunkt Stil, Sprache, Formen und Arbeitstechniken des Journalismus. Daneben schrieb er weiterhin für diverse Medien, vor allem für das Feuilleton der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. 1996 habilitierte Reus kumulativ und erhielt nach einem Vortrag über „Peter Handkes Reisebericht ,Gerechtigkeit für Serbien‘ und die Funktionen von Journalismus und Literatur“ die Venia Legendi im Fach Journalistik. Von 1987 bis 1999 verantwortete er die Hochschulzeitschrift pressto, die er zusammen mit den Studierenden gestaltete. 1996 wurde er zum Privatdozenten, 1999 zum Außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 2001 an wirkte er als Sprecher des Studienganges Multimediale Kommunikation und von 2008 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2018 als Studiengangsleiter Musik und Medien.

Mitgliedschaften, Kooperationen, weitere Redaktions- und Lehrtätigkeit

Gunter Reus ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK). Viele Jahre engagierte er sich in Senat, Konzil und Personalrat der Hochschule in Hannover. Er arbeitete als Jurymitglied für die Kinder- und Jugendbuchliste des Saarländischen Rundfunks und in der Jury für den Juniorenpressepreis des Verbandes der Niedersächsischen Jugendredakteure. Zusammen mit britischen und französischen Kolleginnen und Kollegen setzte er sich für ein europäisches Journalistendiplom ein und betreute ein Kooperationsprojekt mit der Fakultät für Journalistik der Universität Tomsk in Sibirien. An zahlreichen in- und ausländischen Hochschulen und Bildungseinrichtungen hielt er Vorträge und leitete Seminare für Volontäre und Redakteure.

Von 2002 bis 2007 gestaltete Reus den Informationsdienst „Aviso“ der DGPuK. 20 Jahre lang, von 2003 bis 2023, war er verantwortlicher Redakteur der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Publizistik, bevor er 2024 in das Herausgebergremium der Online-Zeitschrift Journalistik/Journalism Research eintrat.

Sonstiges

Die Schwerpunkte der Lehr- und Forschungstätigkeit von Gunter Reus liegen auf den Gebieten Sprache und Stil der Massenmedien, Pressegeschichte und Feuilletonforschung.

Reus lebt in Ronnenberg bei Hannover. Er ist verheiratet mit Cornelia Kunz-Reus und hat vier Kinder.

Schriften

Monografien

Editionen

Aufsätze (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Hochschule für Musik, Theater und Medien, Emeriti: Prof. Dr. Gunter Reus, abgerufen am 1. März 2025
  2. ↑ Oktoberrevolution und Sowjetrußland auf dem deutschen Theater. Zur Verwendung eines geschichtlichen Motivs im deutschen Schauspiel von 1918 bis zur Gegenwart. Bouvier Verlag Herbert Grundmann, Bonn 1978.
  3. ↑ Autoreninfo auf literaturkritik.de
  4. ↑ Gunter Reus bei Deutsche Journalistenakademie.de
  5. ↑ Pöttker, H. Personalien. Publizistik 55, 431–437 (2010). https://doi.org/10.1007/s11616-010-0099-9, online mit Bibliothekszugang Gunter Reus 60 Jahre
  6. ↑ Publizistik 66, S. 139–141 (2021). DOI https://doi.org/10.1007/s11616-021-00639-2, online mit Bibliothekszugang Gunter Reus 70 Jahre, abgerufen am 2. März 2025
  7. ↑ Journalistik, Herausgeber Gunter Reus abgerufen am 1. März 2025
  8. ↑ Journalistikon, Gunter Reus, abgerufen am 2. März 2025
Personendaten
NAME Reus, Gunter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Journalist und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 1950
GEBURTSORT Neunkirchen (Saar)