Gusel Jachina (* 1. Juni 1977 in Kasan) (auch Guzel Shamilevna Yakhina, russisch Гузель Шамильевна Яхина, Betonung: Guzél Shamílevna Yákhina, tatarisch Гүзәл Шамил кызы Яхина) ist eine russische Schriftstellerin und Filmemacherin.
Jachinas Mutter ist Ärztin, ihr Vater Ingenieur. In ihrer Kindheit sprach Jachina gut Tatarisch. Nach ihrem Umzug von Kasan nach Moskau im Jahr 1999 verlor sie mangels Gesprächspartnern zunehmend die aktive Beherrschung ihrer Muttersprache, versteht Tatarisch jedoch weiterhin auf Alltagsebene. Sie besuchte ein Lyzeum für Physik und Mathematik sowie eine Kunstschule. Anschließend trat Jachina in die Fußstapfen ihrer Großeltern, die Lehrer waren, und studierte an der Kasaner Tatarischen Staatlichen Geisteswissenschaftlich-Pädagogischen Universität Germanistik und Anglistik auf Lehramt. Später absolvierte sie an einer Moskauer Filmhochschule eine Ausbildung im Fach Drehbuch. Der Stoff zu ihrem späteren Debütroman Suleika öffnet die Augen entstand zunächst als ihre erste Studienarbeit in Form eines Drehbuchs. Nach ihrer Ausbildung arbeitete Jachina zunächst in der Werbung und veröffentlichte erste Texte in den russischen Literaturzeitschriften Newa und Oktjabr. Teile von Suleika öffnet die Augen erschienen in der Zeitschrift Sibirskije Ogni.
Jachina ist verheiratet und hat eine Tochter. Nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 verließ die Kriegsgegnerin Russland und ging nach Kasachstan.
Jachinas Debütroman Suleika öffnet die Augen ist teilweise von der Lebensgeschichte ihrer Großmutter Raissa Schakirowna Schakirowa inspiriert. Diese wurde 1930 mit ihren Eltern und Schwestern nach Sibirien deportiert und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend bis zur Rückkehr der Familie im Jahr 1946. Neben den Erinnerungen ihrer Großmutter verarbeitete Jachina zahlreiche Memoiren anderer im Zuge der Entkulakisierung deportierter Menschen. Der Roman erzählt von der tatarischen Bäuerin Suleika, die nach der Ermordung ihres Mannes nach Sibirien verschleppt wird und sich unter den Bedingungen der Verbannung ein neues Leben aufbauen muss.
Mit Eisen veröffentlichte Jachina 2026 eine dokumentarisch angelegte und fiktionalisierte Romanbiografie über den sowjetischen Filmregisseur Sergei Eisenstein. Der Roman zeichnet Eisensteins Leben von seiner Kindheit im großbürgerlichen Elternhaus in Riga über seine Karriere als filmischer Avantgardist und seine Aufenthalte in Westeuropa, Hollywood und Mexiko bis zu seiner Arbeit unter der stalinistischen Diktatur nach. Dabei verbindet Jachina die persönliche und psychologische Entwicklung des Regisseurs mit der Geschichte des sowjetischen Films und den politischen Umbrüchen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein zentrales Thema ist das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischer Freiheit, propagandistischer Verwertbarkeit und dem Überleben eines Künstlers unter den Bedingungen von Zensur und politischem Terror. Ausführlich behandelt der Roman auch Eisensteins filmisches Werk, seine Montagetechniken, den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm sowie die internationale Rezeption seiner Filme. Die deutsche Übersetzung stammt wie bei Jachinas früheren Romanen von Helmut Ettinger.
| Personendaten | |
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| NAME | Jachina, Gusel |
| ALTERNATIVNAMEN | Shamilevna Yakhina, Guzel; Яхина, Гузель Шамилевна (russisch); Гүзәл Шамил кызы Яхина (tatarisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | russische Filmemacherin und Schriftstellerin tatarischer Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1977 |
| GEBURTSORT | Kasan |