
Gustav Karl Heinrich Steinlein (* 14. Juni 1864 in Hersbruck; † nach 1937) war ein deutscher Architekt, Landesbaurat, Zeichner und Autor.
Steinlein wurde in Hersbruck geboren (nach anderen Quellen in Nürnberg). Er war der Sohn des königlichen Notars Albert Steinlein zu Hersbruck, der am 7. Oktober 1867 dort im Alter von 40 Jahren verstarb. Zunächst besuchte er die Lateinische Schule in Hersbruck, dann die Königliche Kreis-Realschule und die Industrieschule in Nürnberg.
Danach studierte Steinlein in München an der seinerzeit noch so genannten Technischen Hochschule. Seit 1883 gehörte er der Studentenverbindung Polytechnischer Club München (seit 1931 Münchener Burschenschaft Franco-Bavaria in der DB) an. 1886/1887 erhielt er als Student der dortigen Hochbauabteilung ein staatliches Stipendium. Ab 1891 war er als Assistent an der Technischen Hochschule tätig. 1918 erlangte er dort den Dr.-Ing. mit der Schrift „Die Baukunst Alt-Münchens, eine städtebauliche Studie über die Münchner Bauweise von der Gründung der Stadt bis Ende des 16. Jahrhunderts“, die er Gustav von Kahr widmete. Sie erschien 1920 im Bayerischen Heimatschutz und als gediegener Sonderdruck.
Ab 1892 arbeitete Steinlein für das Münchner Unternehmen „Zwislers Steingeschäft“ und ab 1912 leitete er mindestens 25 Jahre lang die daraus hervorgehende Zweigstelle München der Marmorindustrie Kiefer in Kiefersfelden. In letzterem Zeitraum war er auch Schriftleiter der Süddeutschen Bauzeitung (später Die Bauzeitung). Zudem wirkte er als freier Architekt in München. Als Autor und Architekturzeichner erlangte er vor allem durch seine Werke München im sechzehnten Jahrhundert und Die Baukunst Alt-Münchens Bekanntheit. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Sandtnerischen Stadtmodell Münchens und fertigte Zeichnungen davon an.
Steinlein setzte sich für traditions- und materialgebundenes Bauen ein. Die „sachliche“ Bauweise der Nachkriegszeit lehnte er ab. Er war Mitglied im Deutschen Werkbund.
Für seine Verdienste auf dem Gebiet des Heimatschutzes wurde Steinlein 1912 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern mit der Prinzregent-Luitpold-Medaille in Silber ausgezeichnet. 1926 wurde ihm der Titel Landesbaurat verliehen.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Steinlein, Gustav |
| ALTERNATIVNAMEN | Steinlein, Gustav Karl Heinrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt, Landesbaurat und Autor |
| GEBURTSDATUM | 14. Juni 1864 |
| GEBURTSORT | Hersbruck |
| STERBEDATUM | nach 1937 |