Gostkowo (Bytów)

Gostkowo
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Gostkowo (Polen)
Gostkowo (Polen)
Gostkowo
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytów
Gmina: Bytów
Geographische Lage: 54° 13′ N, 17° 29′ OKoordinaten: 54° 13′ 26″ N, 17° 28′ 35″ O
Einwohner: 304 (2023)
Postleitzahl: 77-114

Gostkowo [ɡɔstˈkɔvɔ] (deutsch Gustkow, früher Gostkow; kaschubisch Gòstkòwò) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina Bytów im Powiat Bytowski.

Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, im Urstromtal der Słupia, etwa elf Kilometer nördlich der Stadt Bytów und 77 Kilometer westlich der Großstadt Danzig.

Geschichte

Die Landgemeinde Gustkow entstand am 30. September 1928 durch Eingliederung des Gutsbezirks Klein Gustkow in die Landgemeinde Groß Gustkow und Umbenennung der Landgemeinde Groß Gustkow in Gustkow.

Im Gemeindegebiet von Gustkow gab es mehrere vorgeschichtliche Funde:

Die erste Erwähnung stammt aus dem Zeitraum von ca. 1400 bis 1409. Der Landrichter Bartke von Gustkow wird im Marienburger Treßlerbuch genannt und 1412 wird derselbe mit der Besetzung von Stüdnitz beauftragt.

Folgende Besitzverhältnisse sind belegt:

Das ehemalige Gutshaus Klein Gustkow ist ein zweigeschossiger verputzter Feldstein- und Ziegelbau aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Laut dem Narodowy Instytut Dziedzictwa (Register für historische Denkmäler) in Polen (Registrierungsnummer: A-253) wurde das Gutshaus um 1850 umgebaut und um einen Park erweitert. Im Dorf gab es eine Fachwerkschmiede.

Klein Gustkow war mehrfach im 17. Jahrhundert und dann wieder von 1832 bis etwa 1900 in Puttkamerschem Besitz, in der zweiten Periode im Besitz eines Nebenzweiges des Hauses Treblin (dt. Karstnitz). Letzter Besitzer aus der Familie Puttkamer war Klaus von Puttkamer (1837–1900). Die Flächengröße von Klein Gustkow betrug damals 567 ha.

1918 ging es in den Besitz der Laubmeyer über.

Am 1. April 1927 hatte das Gut Klein Gustkow eine Flächengröße von 574 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 183 Einwohner. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Klein Gustkow in die Landgemeinde Groß Gustkow eingegliedert, die bei dieser Gelegenheit in Gustkow umbenannt wurde.

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Gustkow eine Flächengröße von 16,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 107 bewohnte Wohnhäuser an sieben verschiedenen Wohnstätten:

  1. Alwinenhof
  2. Charlottenhof
  3. Forstsekretärgehöft Groß Gustkow
  4. Gustkow
  5. Mühle
  6. Waldarbeiterkolonie Abbau Groß Gustkow
  7. Waldarbeiterkolonie Groß Gustkow

Um 1935 hatte Gustkow unter anderem drei Gasthöfe, eine Niederlassung der Neuen Spar- und Darlehnskasse, eine Bäckerei, eine Mühle, zwei Schmieden, eine Stellmacherei, zwei Tischlereien und ein Zimmereigeschäft. 1925 wurden 861 Einwohner gezählt, 711 Einwohner im Jahr 1939.

Bis 1945 bildete Gustkow eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Die Gemeinde war Sitz des Amtsbezirks Gustkow.

Vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gutskow Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald darauf wurde Gustkow zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach kamen Polen in das Dorf, von denen die einheimischen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Wohnungen gedrängt wurden. Für Gustkow wurde die polonisierte Ortsbezeichnung ‚Gostkowo‘ eingeführt. In der Folgezeit wurden die einheimischen Dorfbewohner von der polnischen Verwaltungsbehörde aus Gustkow vertrieben.

Zum Dorf gehören heute auch Zbysław und Sarniak (28 Einwohner). Es gibt im Dorf einen Außenposten der Freiwilligen Feuerwehr.

Demographie

Entwicklung der Einwohnerzahl bis 1945
Jahr Groß Gustkow Klein Gustkow Gesamt
1819 160 60 220
1855 642 186 828
1885 607 159 766
1905 672 192 864
1925 - - 861
1933 - - 756
1939 - - 711

Im Jahr 2023 wurden 304 Einwohner gezählt.

Kirche

Kirchspiel bis 1945

Die vor 1945 in Gustkow lebenden Einwohner gehörten mit großer Mehrheit der evangelischen Konfession an. Im Jahr 1925 befanden sich unter den 861 Einwohnern 737 Protestanten und 106 Katholiken. Die evangelischen Einwohner Gustkows gehörten zum evangelischen Kirchspiel Bütow.

Für die Katholiken in Gustkow war das katholische Kirchspiel Bütow zuständig.

Polnisches Kirchspiel seit 1945

Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch.

Amtsbezirk Gustkow

Der Amtsbezirk Gustkow umfasste ehemals die Gemeinden Dampen und Gustkow (zwei Gemeinden).

Folgende Amtsvorsteher sind belegt:

Verkehr

Die Ortschaft ist über die Provinzstraße Nr. 212 an das Straßennetz angebunden.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Gostkowo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Herdecke: Amtsbezirk Gustkow, In: Territorial.de.
  2. ↑ G. Bronisch u. a.: Mus. B., Mus. St.
  3. ↑ G. Bronisch u. a.: Mus. B., Abb. 16.
  4. ↑ G. Bronisch u. a.: Mus. B., Mus. St., Abb. 23.
  5. ↑ G. Bronisch u. a.: Mus. B., Mus. St., Priv. Bes. Abb. 37. Vgl. auch: H. Schumann, Kultur Pommerns, Taf. IV, 26. Monatsbl. 7, 1893, S. 175. Blume I, S. 121; II, S. 50, 63, 182. M. Jahn, Reitersporn, S. 58, 113. W. Petzsch, Greifswalder Mitteilungen IX, 1936, S. 40, Abb. 3.
  6. ↑ G. Bronisch u. a.: Mus. B, Priv. Bes.
  7. 1 2 Klaus-Dieter Kreplin: Adel und Gutshäuser im historischen Kreis Bütow. Hrsg.: Klaus-Dieter Kreplin. 1. Auflage. 2015, S. 10.
  8. 1 2 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1935. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1934, S. 465 ff. (Stammreihe).
  9. ↑ Fortsetzung: Ausgabe: GGT/T.B (Briefadel). 1942. Jahrgang 41, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 409 f. (Rekowski) und 426 ff. (Wrycz-Rekowski in der Google-Buchsuche).
  10. ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises. Bütow 1858, S. 104–107.
  11. ↑ Verband des Geschlechtes v. Puttkamer. e.V.: Haus Klein-Gustkow. In: puttkamer.org. 9. August 2023, abgerufen am 9. August 2023.
  12. ↑ Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, In: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 397.
  13. 1 2 3 Die Gemeinde Gustkow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Memento vom 29. Dezember 2019 im Internet Archive), Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011.
  14. ↑ Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1035.
  15. ↑ Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.