
Guy Carawan (* 28. Juli 1927 in Los Angeles; † 2. Mai 2015) war ein amerikanischer Folkmusiker und Musikwissenschaftler. Er lehrte von 1959 bis Ende der 1980er Jahre am Highlander Research and Education Center (Highlander Folk School) in Monteagle, später Knoxville, dann New Market, Tennessee, und dokumentierte in zahlreichen Büchern und Schallplatten Protestsongs der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der Gewerkschaften, meist gemeinsam mit seiner Frau Candy Carawan.
Carawans Mutter stammte aus Charleston, South Carolina, sein Vater betrieb eine Tabakplantage in North Carolina. Später baute sein Vater in Kalifornien Asbest ab und starb an Asbestose. Guy Carawan schloss 1949 ein Studium der Mathematik am Occidental College ab, später ein Master-Studium in Soziologie an der University of California in Los Angeles (UCLA). In den frühen 1950er Jahren beteiligte er sich an der Erneuerung der Folkmusik in Greenwich Village (New York City) und lernte dort Frank Hamilton, Pete Seeger und Jack Elliott kennen. 1953 reiste er gemeinsam mit Hamilton und Elliott durch die Südstaaten und hielt sich, auf Vermittlung von Pete Seeger, erstmals am Highlander Center auf. Dieses bildete unter der Leitung von Myles und Zilphia Horton viele später bekannt gewordene Aktivistinnen und Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung fort, darunter Martin Luther King und Rosa Parks. 1957 lernte er in London den Musikwissenschaftler Alan Lomax kennen.
1959 übernahm Carawan eine Stelle als Musikkoordinator am Highlander Center. Dort war er an der Popularisierung der Protesthymne We Shall Overcome beteiligt. Während der Protestaktionen in Greensboro und Nashville 1960 regte er viele Aktivistinnen und Aktivisten zum Singen älterer Protestlieder an, darunter We Shall Overcome. 1961 lernte er in Nashville Candy Anderson kennen, seine spätere Frau, mit der er danach häufig gemeinsam auftrat und gemeinsam veröffentlichte. 1962 nahmen sie ihre erste gemeinsame Schallplatte auf, Freedom in the Air, die für das Student Non-Violent Coordinating Committee (SNCC) die Protestbewegung in Albany, Georgia, dokumentierte. 1963 zog das Paar nach Atlanta. In den späten 1960er Jahren unterstützten Guy und Candy Carawan streikende Kohle-Bergarbeiter in den östlichen Appalachen. In den 1970er Jahren bereisten sie Honduras und Nicaragua. 1978 nahm er auf Einladung Hannes Waders am ersten Treffen der Folk Friends bei Husum (Schleswig-Holstein) teil.
Carawan nahm insgesamt 39 Alben auf. Er schrieb Filmmusik für den Film Malcolm X (1992) und die Serie Bones – Die Knochenjägerin (2005).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Carawan, Guy |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Folkmusiker und Musikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 28. Juli 1927 |
| GEBURTSORT | Los Angeles |
| STERBEDATUM | 2. Mai 2015 |