H-Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
D76.3 Sonstige Histiozytose-Syndrome
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das H-Syndrom, englisch histiocytosis-lymphadenopathy plus syndrome, ist eine sehr seltene angeborene Form einer systemischen Histiozytose mit den namensgebenden Hauptmerkmalen Hyperpigmentierung, Hypertrichose, Hepatosplenomegalie, Herzfehler, Hörverlust, Hypogonadismus und gelegentlich Hyperglykämie.

Zu diesem Syndrom werden hinzugerechnet:

Die Bezeichnung H-Syndrom wurde im Jahre 2008 durch die Israelischen Hautärzte V. Molho-Pessach und Mitarbeiter vorgeschlagen.

Die Erkrankung ist nicht zu verwechseln mit dem HHH-Syndrom (Triple-H-Syndrom).

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über etwa 100 Patienten berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.

Ursache

Der Erkrankung liegen Mutationen im SLC29A3-Gen auf Chromosom 10 Genort q22.2 zugrunde, welches für den Nukleosidtransporter hENT3 kodiert. Das gleiche Gen ist auch bei der Rosai-Dorfman-Erkrankung und der Dysosteosklerose betroffen.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus den charakteristischen Hautveränderungen und der Kombination klinischer Merkmale. Die Blutsenkung ist massiv beschleunigt, im Blutserum findet sich eine leichte Mikrozytäre Anämie, und erhöhte Leberwerte. Die Diagnose wird durch genetische Untersuchung bestätigt.

Differentialdiagnose

Abzugrenzen sind das Torg-Winchester-Syndrom, Hämochromatose, das POEMS-Syndrom und die Rosai-Dorfman-Erkrankung.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Eintrag zu H-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  2. ↑ Eintrag zu Hypertrichose, pigmentierte, mit Insulin-abhängigen Diabetes mellitus-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  3. ↑ Eintrag zu Faisalabad-Histiozytose. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  4. ↑ Eintrag zu Sinushistiozytose, familiäre, mit massiver Lymphadenopathie. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  5. ↑ V. Molho-Pessach, Z. Agha, S. Aamar, B. Glaser, V. Doviner, N. Hiller, D. H. Zangen, A. Raas-Rothschild, Z. Ben-Neriah, S. Shweiki, O. Elpeleg, A. Zlotogorski: The H syndrome: a genodermatosis characterized by indurated, hyperpigmented, and hypertrichotic skin with systemic manifestations. In: Journal of the American Academy of Dermatology, Band 59, Nr. 1, Juli 2008, S. 79–85; doi:10.1016/j.jaad.2008.03.021, PMID 18410979.
  6. ↑ Histiocytosis-lymphadenopathy plus syndrome. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)