HANAC-Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
I99 Sonstige und nicht näher bezeichnete Krankheiten des Kreislaufsystems
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das HANAC-Syndrom, Akronym für Hereditäre Angiopathie, Nephropathie, Aneurysma Cramps, ist eine sehr seltene angeborene Multisystemerkrankung mit den namensbildenden Hauptmerkmalen. Erkrankt sind die kleinen Gefäße des Gehirns mit Aneurysmen im Gehirn sowie außerhalb des Hirnes in den Nieren, der Muskulatur und im Auge. Die Erkrankung kann zu den Hereditären Angiopathien gezählt werden.

Die Bezeichnung wurde durch die Autoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 2005 durch die französischen Ärzte Emmanuelle Plaisier, Sonia Alamowitch, Olivier Gribouval und Mitarbeitern vorgeschlagen.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über 6 betroffene Familien berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant.

Ursache

Der Erkrankung liegen Mutationen im COL4A1-Gen auf Chromosom 13 Genort q34 zugrunde, welches für das Kollagen-Typ 4α1 kodiert.

Dieses Gen ist bei einer Reihe von Erkrankungen beteiligt, s. Kollagen-Typ 4α1

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aufgrund der klinischen Befunde, der Spiegelung des Augenhintergrundes (Ophthalmoskopie), der Nierensonographie und der Kernspinuntersuchung des Gehirnes und kann durch den Nachweis der Mutation bereits vorgeburtlich gestellt werden.

Differentialdiagnostik

Abzugrenzen sind:

Therapie

Die Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Eintrag zu HANAC-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  2. ↑ E. Plaisier, S. Alamowitch, O. Gribouval, B. Mougenot, A. Gaudric, C. Antignac, E. Roullet, P. Ronco: Autosomal-dominant familial hematuria with retinal arteriolar tortuosity and contractures: a novel syndrome. In: Kidney International. Band 67, Nummer 6, Juni 2005, S. 2354–2360, doi:10.1111/j.1523-1755.2005.00341.x, PMID 15882279.
  3. ↑ Angiopathy, hereditary, with nephropathy, aneurysms, and muscle cramps. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  4. ↑ Emmanuelle Plaisier und Pierre Ronco: COL4A1-Related Disorders. In: M. P. Adam, G. M. Mirzaa, R. A. Pagon et al. (Herausgeber), GeneReviews®, 2016
  5. ↑ Eintrag zu Retinale Vaskulopathie mit zerebraler Leukoenzephalopathie und systemischen Manifestationen. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  6. ↑ Eintrag zu Leukenzephalopathie, familiäre vaskuläre, COL4A1-assoziierte. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)