HTL Wien 10

HTL Wien 10 Ettenreichgasse
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Schulform Höhere Technische Bundeslehranstalt
Gründung 1889
Ort Wien-Favoriten
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 9′ 57″ N, 16° 22′ 19″ OKoordinaten: 48° 9′ 57″ N, 16° 22′ 19″ O
Träger Stadt Wien
Schüler 1020 (1. November 2012)
Lehrkräfte 140 (1. November 2012)
Leitung Stefan Wenka
Website www.htlwien10.at
Eingangsbereich der HTL Wien 10
Gründungsschulgebäude als Werkmeisterschule, heute denkmalgeschützter Altbau der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Favoriten

Die HTL Wien 10 ist eine Höhere Technische Lehranstalt in der Ettenreichgasse 54 in Wien-Favoriten (10. Bezirk).

Geschichte

Der Politische Geselligkeitsverein im X. Bezirke der Stadt Wien machte am 6. August 1884 eine Eingabe für die Errichtung einer Staatsgewerbeschule im X. Bezirke beim Handelsministerium. Der Geselligkeitsverein trat dabei für die Gewerbetreibenden einer rasch expandierten Industrie im Bezirk auf. Die staatlichen Stellen hatten Verständnis für die Eingabe, zumal die Staatsgewerbeschule in der Schellinggasse überlaufen war und zahlreiche Schüler mit Wohnsitz in Favoriten in angrenzenden Bezirken zur Schule gehen mussten. Zur Finanzierung war die Stadt Wien wie auch die niederösterreichischen Nachbargemeinden anfangs nicht bereit. Am 5. März 1886 fasste der Wiener Gemeinderat den Beschluss, ein Areal am Erlachplatz anzukaufen, und verpflichtete sich, das Schulgebäude zu betreiben und zu erhalten. Der an der Staatsgewerbeschule in der Schellinggasse unterrichtende Professor Johann Hauptfleisch erhielt den Auftrag, ein Bauprogramm für eine Werkmeisterschule mit mechanisch technischer Richtung, mit einer mechanischen Lehrwerkstätte und einer gewerblichen Fortbildungsschule zu entwickeln. Nachdem das Bauprogramm aus finanziellen Gründen reduzierte worden war, wurde der Direktor des Staatsgewerbeschule in der Schellinggasse Architekt Camillo Sitte mit der Ausarbeit der Baupläne beauftragt. Die Bauausführung wurde mit August 1889 im Zeitplan fertig. Johann Hauptfleisch, als provisorischer Leiter in Aussicht genommen, bearbeitete die Anstellung der Lehrer. Bezüglich der Einrichtung der Schule war Hauptfleich weitgehend auf Schenkungen angewiesen und wurde dabei Professor Johann Arzberger von der Technischen Hochschule unterstützt. Am 31. August 1889 wurde die Schule eröffnet.

Bereits 1890 wurde an eine Erweiterung der Schule mit der Errichtung von Spezialabteilungen für Elektrotechnik und einer Müllerei, und die Lehrwerkstätte mit einer Formerei, eine Gießerei und eine Modelltischlerei ergänzt werden, und am 14. September 1894 wurde die fertige Erweiterung abgenommen. Danach erbat Hauptfleisch den Ankauf weiterer Grundstücke bei der Schule für zukünftige Erweiterungen. Dem wurde nicht entsprochen. Carl Hochenegg inspizierte 1901 die Schule mit viel Lob. Mit einem Schreiben von Bürgermeister Karl Lueger an den Unterrichtsminister wurde der Baubeginn einer Aufstockung zum 26. November 1906 mitgeteilt.

Allgemeines

Die HTL Wien 10 bildet bereits seit dem Jahr 1889 Techniker aus – damals noch unter dem Namen „k. u k. Staatsgewerbeschule“ für Berufsbilder wie Schiffsmaschinist oder Werkmeister für Elektrotechnik. Heutzutage liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf den Bereichen Elektronik, Energietechnik, Maschinenbau und Mechatronik.

Die Schule besteht aus folgenden Abteilungen mit diesen Ausbildungszweigen:

AbteilungHöhere AbteilungFachschuleKollegVorstand
Elektronik und technische InformatikHöhere Abteilung Elektronik und Technische InformatikFachschule für ElektronikKolleg für Elektronik InformationstechnologieChristian Pöllendorfer
ElektrotechnikHöhere Abteilung ElektrotechnikFachschule für ElektrotechnikKolleg für ElektrotechnikSebastian Massinger
MaschinenbauHöhere Abteilung MaschinenbauFachschule für MaschinenbauKolleg für MaschineningenieurswesenBernd Bauer
MechatronikHöhere Abteilung MechatronikBernd Bauer

Die Schule wird von Stefan Wenka geleitet, die Werkstätte von Walter Pitschmann.

Ausbildungen

Labor- und Werkstatttrakt
Höhere Lehranstalt

5 Jahre mit Reife- und Diplomprüfung, für Elektrotechnik, Elektronik und Technische Informatik, Maschineningenieurwesen, Umwelttechnik, Mechatronik.

Die Ausbildung an den Höheren Lehranstalten dauert fünf Jahre und schließt mit einer Reife- und Diplomprüfung ab. Mit dieser erlangen die Absolventen eine Anzahl von Gewerbeberechtigungen, die Unternehmerprüfung sowie die Studienberechtigung für Fachhochschul-Studiengänge (unter Anrechnung einschlägiger Vorkenntnisse) und Universitäten. Die Absolventen der Höheren Lehranstalten sind dank ihrer umfangreichen theoretischen und praktischen Ausbildung für den sofortigen Einsatz als mittlere oder höhere Führungskräfte prädestiniert. Nach dreijähriger facheinschlägiger Berufspraxis wird ihnen über Antrag die Standesbezeichnung „Ingenieur“/„Ingenieurin“ zuerkannt.

Fachschule

4 Jahre mit Abschlussprüfung, für Elektrotechnik, Elektronik, Maschinen- und Anlagentechnik.

Die Ausbildung an den Fachschulen dauert vier Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung, die gewerbliche Begünstigungen nach sich zieht, die Unternehmerprüfung ersetzt und den Zugang zu weiterführenden Bildungseinrichtungen eröffnet. Eine Weiterqualifizierung ist z. B. mit der Berufsreifeprüfung oder einem Aufbaulehrgang sowie dem anschließenden Besuch einer Fachhochschule oder einer Universität möglich.

Kolleg/Aufbaulehrgang

4 Semester mit Reife- und Diplomprüfung, für Elektronik-Informationstechnologien, Maschineningenieurwesen-Automatisierungstechnik.

Das/der viersemestrige Kolleg/Aufbaulehrgang ist Absolventen einer AHS, eines Vorbereitungslehrgangs oder einschlägiger Fachschulen zugänglich und führt zur Diplomprüfung bzw. Reife- und Diplomprüfung (mit den vorstehend erwähnten Berechtigungen).

Stromerzeugung am Dach der HTL Wien 10

10 kW Photovoltaikanlage am Dach der HTL Wien 10

Am Dach der HTL Wien X befinden sich mehrere Anlagen zur alternativen Stromerzeugung:

10 kW Photovoltaikanlage

Die Anlage ist eine der ältesten netzgekoppelten Anlagen in Wien und wurde im September 1989 anlässlich der 100-Jahr-Feier der Schule in Betrieb genommen.

Technische Daten:

255 kW Photovoltaikanlage

Die Anlage wurde 2014 von Wien-Energie in Form eines Bürgersolarkraftwerks in Betrieb genommen.

Technische Daten:

5 kW Übungsanlage

Wurde 2015 in Betrieb genommen

600 W Windkraftwerk

Wurde 2014 in Betrieb genommen

Leitung

Literatur

Commons: HTL Wien 10 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Schulleitung. Abgerufen am 19. Oktober 2022.
  2. ↑ Rudolf Jelinek: Zwischen Doppeladler und Hakenkreuz. 1889–1945. (100-Jahre-Festschrift, 125-Jahre-Festschrift).
  3. ↑ HTL Wien 10 – Photovoltaikanlage am Dach der HTL Wien 10. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Dezember 2018; abgerufen am 23. Dezember 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.