Haartextur

Die Haartextur beschreibt die natürliche Form und Struktur der Haarstränge einer Person. Die drei Hauptaspekte zur Einordnung sind das Lockenmuster, das Volumen und die Konsistenz der Haare. Alle Haare von Säugetieren bestehen aus Keratine, daher ist die Zusammensetzung der Haarfollikel nicht die Ursache für unterschiedliche Haarmuster. Es gibt verschiedene Theorien zu den Lockenmustern der Haare. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Form des Haarschafts Einfluss auf die Lockigkeit der Haare hat. Ein sehr runder Schaft führt zu weniger Disulfidbrücken im Haarstrang. Dadurch liegen die vorhandenen Brücken direkt nebeneinander, was zu glattem Haar führt.

Je flacher der Haarschaft wird, desto lockiger wird das Haar, da sich durch die flache Form mehr Cysteinreste dicht aneinanderlagern. Dies führt zu einer gekrümmten Form, die mit jeder zusätzlichen Disulfidbrücke lockiger wird. Während die Form des Haarfollikels das Lockenmuster bestimmt, bestimmt seine Größe die Haardicke. Mit zunehmendem Umfang des Haarfollikels nimmt auch seine Dicke zu. Das Haarvolumen einer Person kann daher dünn, normal oder dick sein. Die Haarstruktur lässt sich fast immer in drei Kategorien einteilen: fein, mittel und dick. Diese Eigenschaft wird durch das Volumen des Haarfollikels und den Zustand des Haares bestimmt. Feines Haar hat den geringsten Umfang, dickes Haar den größten, und mitteldickes Haar liegt dazwischen. Dickes Haar hat eine offenere Schuppenschicht als dünnes oder mitteldickes Haar und ist daher am porösesten.

Klassifizierungssysteme

Es gibt verschiedene Systeme, mit denen Menschen ihre Lockenmuster klassifizieren. Die Kenntnis des eigenen Haartyps ist ein guter Anfang für die richtige Haarpflege. Generell wird zwischen den vier Typen unterschieden: glatt, wellig, lockig und kraus. Die Kenntnis des eigenen Haartyps ist ein guter Anfang für die richtige Art und Weise, wie dieses gestylt und gepflegt werden sollte. Doch es gibt nicht nur eine Methode, den Haartyp zu bestimmen. Außerdem ist es möglich und völlig normal, mehrere Haartypen zu haben, beispielsweise eine Mischung aus 3a- und 3b-Locken.

Andre Walker System

Das Andre-Walker-Haartypisierungssystem ist das am weitesten verbreitete System zur Klassifizierung von Haaren. Es wurde von Oprah Winfreys Hairstylist Andre Walker entwickelt. Laut diesem System gibt es vier Haartypen: glatt, gewellt, lockig und kraus.

Andre Walker Haartypen
Type 1: Glatt
1a Glatt (fein/dünn) Das Haar ist in der Regel sehr fein, dünn und glatt mit wenig bis gar keinem Volumen.
1b Glatt (mittel) Glattes Haar, das sich durch leichten Volumen und Fülle auszeichnet.
1c Glatt (grob) Das Haar ist in der Regel knochenglatt, grob und schwer zu locken.
Type 2: Wellig
2a Wellig (fein/dünn) Das Haar weist ein deutliches „S“-Muster auf, lässt sich leicht glätten oder locken und ist in der Regel für eine Vielzahl von Frisuren geeignet.
2b Wellig (mittel) Neigt dazu, kraus zu sein und ist etwas schwer zu stylen.
2c Wellig (grob) Eher grob, kraus oder sehr kraus mit dickeren Wellen, oft schwerer zu stylen.
Type 3: Lockig
3a Lockig (locker) Zeigt ein deutliches „S“-Muster und neigt dazu, Dicke, Volumen und/oder Frizz zu kombinieren.
3b Lockig (eng) Zeigt ein deutliches „S“-Muster, die Locken reichen von Spiralen bis hin zu spiralförmigen Korkenziehern.
Type 4: Krausig
4a Krausig (weich) Das Haar ist in der Regel sehr drahtig und empfindlich, eng gelockt und kann ein lockiges Muster aufweisen.
4b Krausig (drahtig) Wie 4a, aber mit einem weniger ausgeprägten Lockenmuster, sieht eher aus wie ein „Z“ mit scharfen Winkeln.

FIA-System

Hierbei handelt es sich um eine Methode, die das Haar basierend auf Struktur, Haardicke und Haarvolumen klassifiziert.

FIA Haarklassifizierung

Lockigkeit

Glatt
1a Komplett glatt und sehr dünn.
1b Gatt, aber mit einer leichten Welle, die für etwas Volumen sorgt.
1c Glatt mit einzelnen sichtbaren S-Wellen (z. B. im Nacken oder an den Schläfen).
Wellig
2a Locker-dünn mit durchgehend gestreckten S-Wellen.
2b Deutlich sichtbare, mittelstarke S-Wellen (ähnlich z. B. geflochtenem, feuchten Haar).
2c Deutliche S-Wellen, teilweise mit spiralfömiger Krümmung.
Lockig
3a Große, lockerer Spirallocken.
3b Elastische Korkenzieherlocken.
3c Sehr enge, fest sitzende Korkenzieherlocken.
Kraus/Coliy
4a Sehr enge gewickelte S-Locken.
4b Z-förmig (eng gewunden, scharf abgwinkelt).
4c überwiegend Z-förmig (stark geknickt, weniger auseprägt).

Stränge

F Fein

Dünne Strähnen, die im Licht manchmal fast durchscheinend wirken.

Einzelne Haare sind selbst vor einem kontrastierenden Hintergrund kaum zu erkennen.

Feines Haar fühlt sich schwer zu fühlen an oder wie ein hauchdünner Seidenfaden.

M Mittel

Die Strähnen sind weder fein noch grob.

Mittellanges Haar fühlt sich an wie ein Baumwollfaden, ist aber nicht steif oder rau.

Es ist weder fein noch grob.

C Grob

Dickes Haar, dessen ausgefallene Haare in der Regel leicht zu erkennen sind.

Grobes Haar fühlt sich hart und drahtig an.

Volumen

an Hand des Umfang eines vollen Pferdeschwanzes

i DünnUmfang weniger als 5 cm
ii Normalvon 5 bis 10 cm
iii Dickmehr als 10 cm

Einzelnachweise

  1. 1 2 Curly Hair Gene. Abgerufen am 8. Oktober 2026.
  2. 1 2 3 Hair type, texture and density | Hairdressing Training. In: Hairdressing.ac.uk. Abgerufen am 28. Januar 2015.