
Das Dekret Haec sancta („Diese heilige [Synode]“), früher auch Sacrosancta betitelt, wurde vom Konzil von Konstanz am 6. April 1415 veröffentlicht. Es enthält einen Abschnitt zu der sogenannten Superioritätsfrage, ob der Papst über einem allgemeinen Konzil oder umgekehrt ein solches über dem Papst stehe. Die Frage steht im Zusammenhang mit dem päpstlichen Primat.
Der betreffende Abschnitt lautet:
„Et primo (declarat), quod ipsa in spiritu sancto legitime congregata concilium generale faciens, et ecclesiam catholicam militantem repraesentans, potestatem a Christo immediate habet, cui quilibet cuiuscumque status vel dignitatis, etiam si papalis existat, obedire tenetur in his quae pertinent ad fidem et extirpationem dicti schismatis, ac reformationem dictae ecclesiae in capite et in membris.“
„Diese im Heiligen Geiste rechtmäßig versammelte Synode, die ein allgemeines Konzil darstellt und die streitende katholische Kirche repräsentiert, hat ihre Vollmacht unmittelbar von Christus; ihr ist jedermann, welchen Standes oder welcher Würde auch immer, auch wenn es die päpstliche sein sollte, gehalten zu gehorchen in dem, was den Glauben, die Ausrottung des besagten Schismas und die allgemeine Reform dieser Kirche Gottes an Haupt und Gliedern betrifft.“
Das Dekret spielte eine wesentliche Rolle bei der Ausformung des Konziliarismus.
In der Theologie gibt es vier Auffassungen zu diesem Dekret: