Haimo Wisser

Haimo Wisser (* 10. Februar 1952 in Wien; † 25. April 1998 in Schwaz) war ein österreichischer Komponist, Autor, Musiker und Liedermacher. Neben Werken für Orchester oder Instrumente schrieb er unter anderem Film-, Bühnen- und Hörspielmusiken sowie Kabarettprogramme.

Leben und Werk

Haimo Wisser wurde als Sohn eines Lehrerehepaares in bürgerlichen Verhältnissen geboren und war der Halbbruder des Schriftstellers Daniel Wisser. Nach der Matura im Jahr 1970 studierte er Theaterwissenschaft an der Universität Wien und an der Wiener Musikhochschule Kontrabass, Gitarre und Elekto-Akustik. Er gründete mehrere Popmusik-Gruppen, als Bassist wirkte er bei der Wiener Prog-Rock-Gruppe „Paternoster“ und spielte mit dieser 1972 die gleichnamige LP ein. Während ausgedehnter Reisen nach Afrika und Indien beschäftigte er sich mit Rhythmen und Klängen der afrikanischen und indischen Musik und erlernte das Tabla-Spiel sowie weitere Instrumente im Selbststudium.

Um 1977 übersiedelte er nach Absam/Tirol, von wo seine Frau stammte. Die Ehe, aus der zwei Söhne hervorgingen (* 1978 und 1981), wurde geschieden.

Von 1985 an beschäftigte er sich intensiv mit Synthesizern, Samplern und Musikcomputern; er galt als Pionier dieser Musik und arbeitete auch für Kollegen. So schuf er Produktionen u. a. für Erich Urbanner, Werner Pirchner, Bert Breit, Martin Lichtfuss. Er komponierte Filmmusik (Petri tårar, 1995), vor allem aber Musik für Bühnenstücke, insbesondere für die Tiroler Volksschauspiele (etwa 1996 zu Felix Mitterers Abraham). Seine Musik reicht von lyrischen Gitarrenklängen bis hin zu genauestens angelegten rhythmischen und klanglichen Mustern, die im weiteren Sinne zur „minimal music“ gezählt werden können. Die Elektronik oder elektronischen Anteile bei Aufführungen übernahm er häufig selbst.

Wisser schrieb Kabarettprogramme, zunächst gemeinsam mit Franz Wippel, dann mehrfach mit Gunter Schneider, später mit seiner Lebensgefährtin Maria Außerlechner. Wisser hob bewusst die Trennung zwischen Sprache und Musik auf – Sprache ist rhythmisches Material, musikalische Elemente transportieren „Mitteilungen“. In seinen Liedern und Gedichten reicht das Sprachspiel von etymologischen Entdeckungen bis zum Verhörkalauer. Wisser war Mitglied der Grazer Autorenversammlung.

Nachlass

Wissers Nachlass, bestehend aus Notizen, Schnitt- und Zuspiellisten, Beschreibungen, Texten, Noten und zahlreichen Partituren befindet sich im Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck. Ein Verzeichnis aller musikalischen Arbeiten, gibt Aufschluss über Besetzungen, Zusammenhänge, Länge, Aufnahmen etc. Im Nachlass befinden sich außerdem Hunderte verschiedenartige Tonträger mit Klängen, Zuspieleinheiten, Mitschnitten, auch mit Software von zeitgenössischen Kompositions- und Notenprogrammen.

Werke (Auswahl)

Orchesterwerke

Elektronische Musik

Lied- und Kabarettprogramme

Bühnenmusik

Filmmusik

Hörspielmusik

Hörspiele

Literarische Werke

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Philipp Tröstl: Haimo.xml Wisser, Haimo. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8., Stand: 24. Mai 2023; abgerufen am 7. Juli 2024
  2. 1 2 3 Haimo Wisser. (PDF; 2,7 MB) Universität Innsbruck; abgerufen am 7. Juli 2024.
  3. ↑ Paternoster (1972). Abgerufen am 7. Juli 2024 (englisch).
  4. ↑ Nachlass Haimo Wisser. Universität Innsbruck – Forschungsinstitut Brenner-Archiv; abgerufen am 7. Juli 2024.
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 Werkeverzeichnis von Haimo Wisser. Musikdatenbank von mica – music austria, Aktualisierungsdatum: 29. März 2023; abgerufen am 7. Juli 2024.
  6. ↑ Österreichischer Förderungspreis für Musik – PreisträgerInnen 1971 bis 2009. (Memento des Originals vom 26. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bmkoes.gv.at; abgerufen am 8. Juli 2024.
  7. ↑ Anerkennungspreis des „Prix ars electronica“. Ars Electronica; abgerufen am 7. Juli 2024.
Personendaten
NAME Wisser, Haimo
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Komponist, Musiker und Sprachspieler
GEBURTSDATUM 10. Februar 1952
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 25. April 1998
STERBEORT Schwaz