Die Einteilung der Lebewesen in Systematiken ist kontinuierlicher Gegenstand der Forschung. So existieren neben- und nacheinander verschiedene systematische Klassifikationen. Das hier behandelte Taxon ist durch neue Forschungen obsolet geworden oder ist aus anderen Gründen nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik.

Halimium ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae). Deutschsprachige Trivialnamen sind Steinrose, teilweise Felsenrose, Sonnenrose oder Sonnenteppich. Oft wird auch der Begriff Zistrose verwendet, da einige Experten Halimium unter Cistus subsumieren.
Die Halimium-Arten sind meist immergrüne, stark verzweigte Sträucher oder Zwergsträucher mit Wuchshöhen von 40 bis 150 Zentimetern. Der Durchmesser größerer Sträucher kann bis zu 1 Meter betragen.
Die Laubblätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind bei einer Länge von 1 bis 5 Zentimetern und einer Breite von 0,2 bis 3 Zentimetern linealisch oder ei-lanzettlich.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkronen haben einen Durchmesser von 1,5 bis 4 Zentimetern. Der Blütenstand ist rispig. Die Blütenkronblätter sind weiß, gelb oder gelb mit dunkelrötlichen Basalflecken. Es sind bis zu fünf Kelchblätter vorhanden. Die zwei äußeren sind sehr klein. Die fünf Kronblätter sind breit und keilförmig. Es sind einige Staubblätter ausgebildet. Der Fruchtknoten ist oberständig, die Griffel sind keulig und kurz. Die Kapseln sind ca. zentimetergroß, eiförmig, 2–3-klappig und im bleibenden Kelch eingeschlossen.
Einige Arten, wie Halimium halimifolium oder Halimium lasianthum, haben einen dunkelroten oder braunen basalen Fleck, von dem man annimmt, dass er Insekten zur Bestäubung anlockt.
Wie bei den Zistrosen gibt es Parasitismus durch Zistrosenwürger. So wächst beispielsweise der Gelbe Zistrosenwürger auf der Woll-Steinrose (Halimium lasanthium (Lam.) Greuter).

Die Halimium-Arten gedeihen im subtropisch-mediterranen Klima Europas, Nordafrikas und Kleinasiens. Das Zentrum der Artenvielfalt liegt im westlichen Mittelmeerraum, vor allem auf der Iberischen Halbinsel. Im Gegensatz zu der eng verwandten Gattung Cistus gibt es keine natürlichen Vorkommen auf den Kanarischen Inseln. Ihre Habitate sind sonnige Standorte auf sandigen Böden in Küstennähe, oft auch Dünen und Strände, Macchien, Korkeichenwälder, lichte Wälder der mediterranen Hartlaubzone. oder die Garique, Steinrosen können genauso wie Zistrosen bestandsbildend sein.
Die Gattung Halimium wurde 1836 durch Édouard Sprach in den Annales des Sciences Naturelles Botanique, sér. 2, 6, S. 365 aufgestellt. Der Artikel über Halimium stammt vom französischen Botanik-Professor Michel Félix Dunal aus Montpellier.
Der Gattungsname Halimium, der vom altgriechischen Wort halimon stammt, („latinisiert“: halimon). Er bezeichnet die Strauch-Melde (Atriplex halimus L.) Dunal hat diesen Sektionsnamen geschaffen, da eine charakteristischste Art: Halimium halimifolium (L.) Willk. bzw. Cistus folio Halimi de Clusio ein Blattform hat, die der strauchartigen Melde bzw. halimon ähnelt.
Historisch wurden die Halimium-Arten meist unter Cistus eingeordnet. Je nach „Sichtweise“ geht man von sieben bis zwölf Arten aus. Die Gattung Halimium ist eng mit der Gattung Cistus (Zistrosen) verwandt. Daher gibt es auch Gattungshybriden der beiden Gattungen Cistus und Halimium, die unter × Halimiocistus geführt werden.
Molekulargenetische Forschungsergebnisse der spanischen Botaniker Guzmán und Vargas stellten 2009 die bisherige Taxonomie in Frage und zeigten auf, dass die Stellung von Halimium umbellatum anders sein könnte. Abgetrennt vom restlichen Zweig der Halimium-Arten befindet sich die Position von Halimium umbellatum zwischen der roten und der weiß-rötlichen Klade der Gattung Cistus. Doch andere Autoren folgten dieser Ansicht nicht.
Historisch wurde die Gattung in vier Sektionen aufgeteilt, die heutige Kenntnissen aber widersprechen: Sektion 1 COMMUTATA (Halimium calycinum) Sektion 2 HOMORHODION (Halimium atriplicifolium, Halimium lasianthum, Halimium ocymoides) Sektion 3 CHYRSORHODION (Halimium halimifolium, Halimium lasiocalycinum) und Sektion 4 HALIMIOIDES (Halimium umbellatum).




J.-P. Demoly sieht Halimium atlanticum als eine neue Art. Der Zistrosen- und Halimium-Experte Robert G. Page geht von nur sieben Arten (white-flowered: Halimium umbellatum, Halimium voldii / yellow-flowered Halimium atriplicifolium, Halimium calycinum, Halimium halimifolium, Halimium lasianthum, Halimium ocymoides) aus.
Es gibt etwa zwölf Arten mit etwa fünf Unterarten, die derzeit in zwei gelb-blütige und eine weiß-blütige Klade eingeordnet werden.
In dem Standardwerk Flora Europaea sind 9 Arten verzeichnet. Hier wird H. calycinum als C. commutatum bezeichnet. Die drei Arten: H. atlanticum, H. lasiocalycinum und H. voldii fehlen. Die 2-bändige Ausgabe "Claves de la Flora de España, (1981)" von M. Garcia Rollan beschreibt 8 Arten, hier fehlt zusätzlich H. vertillicatum.
Klade 1 (gelb-blütig)
Klade 2 (gelb-blütig)
Klade 3 (weiß-blütig)
außerdem gibt es Hybriden mit Zistrosenarten bzw. -hybriden (Cistus) der sogenannten Nothogattung × Halimiocistus wie × Halimiocistus sahucii (= Halimium umbellatum × Cistus salviifolius), × Halimiocistus × ingwersenii (= Halimium umbellatum × Cistus inflatus) oder × Halimiocistus wintonensis 'Merrist Wood Cream' (= Halimium lasianthum 'Formosum' × Cistus salviifolius).
Mehrere Halimium-Arten, Hybriden bzw. Zuchtstieren werden als Zierpflanzen verwendet, vor allem in Steingärten. Beliebt sind prämierte Zuchtformen wie Halimium ocymoides ‘Susan’ mit hellgelben Blüten und einem rotbraunen Basalfleck (Royal Horticultural Society's Award of Garden Merit). Außerdem wird die Gelbe Steinrose (Halimium halimifolium) in der algerischen Volksmedizin zur Behandlung von Magen-Darm-Schmerzen eingesetzt.