| Haloparvum | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Haloparvum | ||||||||||||
| Chen et al. 2016 |
Haloparvum (gängige Abkürzung Hpv.) ist eine Gattung halophiler (salzliebender) Archaeen aus der Familie Haloferacaceae (Reich Methanobacteriati).
Der Erstbeschreibung der Gattung Haloparvum und ihrer Typusart Hpv. sedimenti liegen zwei extrem halophile Archaeenstämme, DYS4 (Referenzstamm) und Y2 zugrunde, die beide aus den Steinsalzvorkommen der Jiangcheng-Salzmine in der chinesischen Provinz Yunnan isoliert wurden. Die Zellen der beiden Stämme sind gramnegative, unbewegliche, pleomorphe (in der Gestalt variable) Stäbchen. Die Zellen bildeten hellrot pigmentierte Kolonien. Beide Stämme, DYS4 und Y2, benötigten für ein optimales Wachstum Salzkonzentrationen von 2,6–3,4 ᴍ (mol/ℓ) NaCl, einen pH-Wert von 7,5–8,0 und eine Temperatur von 42 °C bei aeroben Bedingungen; auch Magnesiumionen (Mg2+) sind für das Wachstum erforderlich.
Die wichtigsten polaren Lipide der beiden Stämme DYS4 und Y2 der Typusart Hpv. Haloparvum sind Phosphatidylglycerol (PG), Phosphatidylglycerolphosphat-Meethylester (PGP-Me), Phosphatidylglycerolsulfat (PGS) und sulfatiertes Mannosylglucosyl-Diether (S-DGD). Bei den Stämmen DYS4 und Y2 ist ein 2016 nicht weiter identifizierter kleiner Glykolipidfleck (minor glycolipid spot) vorhanden, der die beiden Stämme und damit die Gattung Haloparvum von den eng verwandten Gattungen Halorubrum und Halopenitus unterscheidet. Der Lipidkern des Glykolipids ist sn-2,3-Diphytanylglycerin (C20C20).
Der G+C-Gehalt der Stämme DYS4 und Y2 beträgt 68,2 bzw. 67,0 mol%. Die Sequenzähnlichkeit des 16S-rRNA-Gens zeigte 2016, dass die damals nächsten bekannten Verwandten der Stämme DYS4 und Y2 folgende sind:
Die phylogenetische Analyse des 16S-rRNA-Gens und des rpoB-Gens (kodiert den β-Abschnitt der RNA-Polymerase) ergab, dass die Stämme DYS4 und Y2 eine eigenständige Linie (Klade) bilden, die eng mit den Gattungen Halorubrum und Halopenitus verwandt ist. Der Der Verwandtschaftsgrad zwischen den Stämmen DYS4T und Y2 beträgt 90,0 ± 0,5 %. Daher wurden beide Stämme derselben neuen, Hpv. sedimenti genannten Spezies der neuen, als Haloparvum bezeichneten Gattung zugeordnet. Alle drei Gattungen werden von der LPSN derselben Familie Haloferacaceae zugeordnet.
Eine zweite Spezies, Hpv. alkalitolerans, wurde noch im selben Jahr 2016 beschrieben. Der Referenzstamm MK62-1 ist danach ein gramnegatives, pleomorphes, aerobes, halophiles Archaeon. Er wurde aus handelsüblichem Meerwasser-Salz auf den Philippinen isoliert. Der Stamm MK62-1 wäschst bei 2,1–4,7 ᴍ (mol/ℓ) NaCl (Optimum bei 2,1–2,6 ᴍ NaCl), pH 6,5–9,5 (Optimum bei pH 7,0–7,5) und 20–55 °C (Optimum bei 45–50 °C).
Die derzeit akzeptierte Taxonomie basiert auf der List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN) und dem National Center for Biotechnology Information (NCBI), ergänzt um Einträge aus der Genome Taxonomy Database (GTDB), Stand: 3. Januar 2026:
Gattung Haloparvum Chen et al. 2016(L,N)
Wo nicht anders angegeben ist der erste Stamm (bzw. das erste MAG) Typusstamm (englisch type strain) für die jeweilige Spezies.
Der Gattungsname Haloparvum setzt sich zusammen aus altgriechisch ἅλς hals, deutsch ‚Salz‘ (Genitiv (gen. ἅλως hálōs)) und lateinisch parvum ‚klein‘, ‚winzig‘; der Name bedeutet also ‚Winzling des Salzes‘ oder ‚salzliebender, kleiner Organismus‘.