Hammerich & Lesser

Hammerich & Lesser war ein deutsches Verlagshaus.

Johann Friedrich Hammerich (1763–1827) hatte 1789 einen Verlag gegründet. Altona war lange Zeit liberaler als die Nachbarstadt Hamburg. Hammerich profitierte von einer milderen Pressezensur. Im Verlag erschienen u. a. die Übersetzungen griechischer Mythologie von Johann Heinrich Voß und zahlreiche Zeitschriften und Periodika. Der Verlag wurde unter dem Namen „Johann Friedrich Hammerich“ bis ca. 1850 geführt. Letzter Eigentümer war Wilhelm Boye Theodor Lesser.

Ab 1811 betrieben Johann Friedrich Hammerich und der Buchdrucker Peter Hermann Heineking (1773–1857) eine Druckerei. Nach dem Tod von Hammerich im Jahr 1827 blieb die Druckerei bestehen. Heineking betrieb in den folgenden Jahren zusätzlich eine Gemäldehandlung. Die Buchdruckerei bestand fort und wurde 1831 von dem Neffen Ernst Friedrich Hammerich (1803–1885) und Wilhelm Boye Theodor Lesser (1805–1885) unter dem Namen

weitergeführt. Lesser schied im April 1869 aus der Firma aus und Ernst Friedrich Hammerich wurde alleiniger Eigentümer 1909 wurde Hinrich Springer Teilhaber der Firma. Seit 1912 verlegte er die Wochenzeitung Altonaer Bürgerzeitung, seit 1924 die erfolgreichen Altonaer Nachrichten. Unter dem Namen Theodor Lesser existierte auch eine Leihbibliothek.

Johann Friedrich Hammerich hatte 1789 auch eine Buchhandlung gegründet. Hier hatte 1813 Otto Karl Theodor Busch (1791–1825) als Gehilfe begonnen. 1819 verkaufte Hammerich Busch die Buchhandlung. Die Witwe von Theodor Busch führte die Buchhandlung bis 1827 und verkaufte sie an Karl Aue. Aue baute zusätzlich ein Verlagsgeschäft auf. 1841 verkaufte er die Buchhandlung an Carl Theodor Schlüter.

Wilhelm Boye Theodor Lesser hatte Anfang September 1829 in erster Ehe Amalia Maria Caecilia Hammerich (1810–1831), der Tochter des Flensburger Kaufmanns Hinrich Wilhelm Hammerich, geheiratet. In zweiter Ehe hatte er 1837 Emilie Jensen geheiratet. Lesser war erster Vorsitzender des Hamburg-Altonaer Buchändler-Vereins von 1860 bis 1862, den er mit anderen gegründet hatte.

Bei J. F. Hammerich gedruckte Werke (Auswahl)

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ weitere Namen: Hammerich, J. F. Hammerich, Joh. Fr. Hammerich
  2. ↑ An Herrn Claudius, Wandsbek, an Herrn Klopstock, Altona. Homer-Uebersetzer Voß und sein Altonaer Verleger Hammerich. In: Hamburger neueste Zeitung. 22. Juni 1938, S. [4], (Digitalisat); 150 Jahre Hammerich-Verlag in Altona. In: Hamburger neueste Zeitung. 16. Dezemeber 1939, S. [5], (Digitalisat)
  3. ↑ Schleswig-Holsteinische Provinzialberichte (1792–1798), Schleswig-Holsteinische Blätter für Polizei und Kultur (1799–1800), [August Hennings] (Hrsg.): Annalen der leidenden Menschheit (1795–1801), August Hennings (Hrsg.): Genius der Zeit: ein Journal (1794–1800), Der Freihafen. Galerie von Unterhaltungsbildern aus den Kreisen der Literatur, Gesellschaft und Wissenschaft. (1838–1844) etc.
  4. ↑ Bekanntmachung. In: Hamburgischer Correspondent. 29. April 1882, Morgen-Ausgabe, S. 7, (Digitalisat)
  5. ↑ Das Datum 1811 wird u. a. erwähnt: Die Firma Hammerich & Lesser. J. F. Hammerich und Hammerich und Heineking. In: Altonaer Nachrichten. 18. Juni 1927, 3. Beilage, S. [12], (Digitalisat). Eine der ersten auffindbaren Anzeige („Predigt zur Feyer des Krönungsfestes …“) mit dem Namen erschien am 22. August 1815 im Altonaischer Mercurius. Nr. 134, S. 2595 [11], (Digitalisat)
  6. ↑ Todesanzeige: Sanft entschlief … im fast vollendeten 85sten Lebensjahre, … In: Altonaer Nachrichten. 8. März 1857, S. 4, (Digitalisat)
  7. ↑ Eine bekannte Persönlichkeit … In: Hamburger Fremdenblatt. 31. Januar 1885, S. [6], (Digitalisat). Das Datum „1829“, das bei sich Hammerich, Joh. Friedr. In: Otto August Schulz (Hg.): Allgemeines Adreßbuch für den deutschen Buchhandel, den Antiquar-, Colportage-, Kunst-, Landkarten- und Musikalien-Handel sowie verwandte Geschäftszweige, 1847, Band 9, Otto August Schulz, Leipzig (Digitalisat) findet, läßt sich u. a. mit einer Anzeige im Altonaischer Mercurius. 16. Februar 1829, S. 536 [16], (Digitalisat) widerlegen.
  8. ↑ † Ernst Fr. Hammereich, seit 54 Jahren Inhaber … In: Die Reform. 21. April 1885, S. 1, (Digitalisat)
  9. ↑ (* 8. September 1805, † 28. Januar 1885), Quelle: Göke, Lesser.
  10. ↑ Königlich Preußischer Staats-Anzeiger, Nr. 85, 12. April 1869, S. 1515, Digitalisat
  11. ↑ [Johann Friedrich] H.[Hammerich]: 223. Otto Karl Theodor Busch, in: Neuer Nekrolog der Deutschen, 3. Jg. 1825, Zweites Heft, Voigt, Ilmenau 1827, S. 1563–1564, Digitalisat
  12. ↑ Ob Carl Adolph Felix Aue (1802–1874), so der vollständige Name, kaufte oder über Heirat mit der Witwe Besitzer wurde, ist noch unklar.
  13. ↑ Königl. priv. Buchhandlung von Karl Aue, Busch's Nachfolger in Altona, Digitalisat
  14. ↑ 150 Jahre Schlütersche Buch- und Kunsthandlung. In: Hamburger neueste Zeitung. 25. November 1939, S. [4], (Digitalisat)
  15. ↑ Anzeige in: Altonaischer Mercurius. 8. September 1829, S. 3157 [13], (Digitalisat)
  16. ↑ Sie war eine Pflegetochter. Dazu: Stammfolge Lesser (aus Nordhausen). In: Hamburger Neueste Zeitung. Zweite Beilage, 26. Juli 1939, S. [5], (Digitalisat)
  17. ↑ Lebensdaten zu Amalia Caecilia siehe: Grabmale (Heiliggeistkirche, Altona). In: Renata Klee-Gobert, Heinz Ramm (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 2: ALTONA, ELBVORORTE. (Im Auftrag d. Kulturbehörde hrsg. v. Günther Grundmann). 2. Aufl., Christians, Hamburg 1970, ISBN 3-7672-0595-5, S. 98
  18. ↑ Avertissements. In: Königlich privilegirte Altonaer Adreß-Comtoir-Nachrichten. 28. Januar 1837, S. 38 [2], (Digitalisat)