
Das Royal Hampshire Regiment war ein Linieninfanterieregiment der britischen Armee, das von 1881 bis 1992 bestand.
Das Regiment wurde im Rahmen der Childers-Reformen am 1. Juli 1881 unter dem Namen Hampshire Regiment aufgestellt, durch Zusammenschluss des 37th (North Hampshire) Regiment of Foot mit dem 67th (South Hampshire) Regiment of Foot. Das Regiment führte die Traditionen der beiden Vorgängerregimenter weiter. Die Soldaten des ehemaligen 37th Regiment bildeten im neuen Regiment das 1. Bataillon, die des 67th Regiment das 2. Bataillon. Hinzu kamen die Miliz- und Freiwilligen-Bataillone der Grafschaft Hampshire. Das Regiment trug seit den Childers-Reformen scharlachrote Uniformen mit zunächst weißen Aufschlägen. 1904 wurde die Farbe der Aufschläge zu gelb geändert, diese Farbe hatten bereits die beiden Vorgängerregimenter verwendet. Ab trug es blaue Uniformen mit gelben Aufschlägen und gelber Paspelierung.
Das 1. Bataillon befand sich zum Zeitpunkt der Zusammenlegung in Irland. Von dort aus verlegte es im Laufe der 1880er Jahre nach Malta, Indien und Burma. Bis 1903 blieb es in Indien und Aden stationiert. Das 2. Bataillon befand sich bei der Gründung des Regiments in Indien. Es nahm am Dritten Burma-Krieg (1885–1887) teil, bevor es 1900 nach Großbritannien zurückkehrte. Ab 1900 wurde es im Burenkrieg (1899–1902) eingesetzt und kämpfte unter anderem in der Schlacht von Paardeberg (1900). Es folgten weitere Stationierungen auf den Bermudas, in Südafrika, auf Mauritius sowie erneut in Indien.
Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) wurden die beiden regulären Bataillone des Regiments an die Westfront verlegt – das 1. Bataillon im Jahr 1914 und das 2. Bataillon im Jahr 1916. Letzteres war zudem in Ägypten und auf Gallipoli (1915) im Einsatz. Beide Bataillone verblieben für den Rest des Krieges in Frankreich. Darüber hinaus stellte das Regiment 31 weitere Bataillone auf – bestehend aus Reserve-, Territorial- und New-Army-Einheiten. Diese waren im Inland, an der Westfront, in Indien, Mesopotamien, Saloniki sowie in Ägypten eingesetzt.
Nach dem Krieg übernahm das 1. Bataillon Besatzungsaufgaben in der Türkei und in Ägypten. Anschließend war es von 1925 bis 1939 in Indien stationiert. Das 2. Bataillon kämpfte während der Intervention der Entente-Mächte im Russischen Bürgerkrieg (1917–1922) in Nordrussland sowie in Irland während des Irischen Unabhängigkeitskrieges (1919–1921). Den Großteil der verbleibenden Zwischenkriegszeit verbrachte es in England, unterbrochen lediglich durch Besatzungsaufgaben in Deutschland (1928) sowie in Palästina (1936–1938).

Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) wurde das 2. Bataillon nach Frankreich verlegt, musste jedoch 1940 aus Dünkirchen evakuiert werden. Es verblieb anschließend im Vereinigten Königreich, bevor es im November 1942 im Rahmen der Operation Torch bei Algier landete und am Tunesienfeldzug teilnahm. Später war es in Italien (1943), Ägypten, Palästina, Syrien (1944) sowie Griechenland (1945) im Einsatz und erreichte bei Kriegsende Österreich. Auch die Territorialbataillone 1/4., 2/4. und 5. kämpften als Hampshire Brigade (128th Brigade) in Tunesien und Italien. Nach der Landung bei Salerno 1943 nahm die Brigade an zahlreichen Gefechten in Italien teil, unter anderem bei Monte Cassino (1944). Unterdessen war das 1. Bataillon bei Kriegsausbruch nach Ägypten verlegt worden. Von dort aus erfolgte die Verlegung nach Palästina (1940) und Malta (1941). Nach der Rückkehr nach Ägypten kämpfte die Einheit auf Sizilien (1943) und in Italien (1943–1944), bevor sie am D-Day, im Juni 1944, in der Normandie landete. Anschließend kämpfte sich das Bataillon durch Frankreich und die Niederlande, unter anderem im Rahmen der Operation Market Garden, bevor es nach Großbritannien zurückkehrte. In Frankreich stieß das zur Territorial Army gehörende 7. Bataillon zum 1. Bataillon. Es wurde als Verstärkung in die Normandie entsandt und kämpfte sich von dort aus bis nach Deutschland vor. Das Regiment stellte zudem mehrere Bataillone für den Dienst im Inland auf. Diese dienten als Ausbildungseinheiten oder wurden für andere Aufgaben umgegliedert; so wurde beispielsweise das 10. Bataillon in das Royal Armoured Corps überführt.
Am 28. November 1946 wurde der Regimentsname zu Royal Hampshire Regiment erweitert. Am 10. August 1948 wurde es, wie alle anderen Linieninfanterieregimenter der britischen Armee auf ein einziges Bataillon verkleinert, wobei das 1. Bataillon das Personal des aufgelösten 2. Bataillons übernahm. 1951 begann ein 14-jähriger Zeitraum, den das Regiment in Westdeutschland verbrachte, unterbrochen lediglich durch einen zweijährigen Einsatz (1954–1956) im Rahmen des Malayan Emergency (1948–1960). 1970 wurde das Regiment auf eine einzige Kompanie reduziert, wuchs jedoch 1972 wieder zu einem vollständigen Bataillon an. Im selben Jahr erfolgte zudem der erste Einsatz im Nordirlandkonflikt; in den folgenden zwanzig Jahren kamen acht weitere Einsätze dort hinzu. In den 1960er und 1970er Jahren war das Regiment zudem zeitweise auf Zypern und in Hongkong stationiert. Anfang der 1980er Jahre kehrte es jedoch nach Westdeutschland zurück. Sein letzter Auslandseinsatz führte es nach West-Berlin (1983–1986); anschließend war das Regiment in England und Nordirland stationiert.
Am 9. September 1992 wurde das Regiment mit dem Queen’s Regiment zum Princess of Wales’s Royal Regiment verschmolzen. Das Princess of Wales’s Royal Regiment führt die Tradition des Royal Hampshire Regiment bis heute weiter.
Colonel-in-Chief des Regiments war:
Colonel of the Regiment waren:
Zusätzlich zu den Battle Honours, die das Regiment von seinen beiden Vorgängerregimentern weiterführte, wurden dem Regiment folgende Battle Honours verliehen (englische Originalbezeichnungen):