Hanny Fries

Hanny Fries eigentlich Johanna Katharina Fries (* 27. November 1918 in Zürich; † 7. Dezember 2009 ebenda) war eine Schweizer Malerin, Zeichnerin und Illustratorin.

Leben und Werk

Hanny Fries stammte aus einer Malerfamilie. Ihr Vater Willy Fries war zugleich ihr erster Lehrer. Ihre Mutter war die Schriftstellerin Katharina Fries-Righini (1894–1973), einzige Tochter des Malers Sigismund Righini. In Zürich studierte Hanny Fries an der Kunstgewerbeschule und in Genf an der École des Beaux-Arts. In Genf lernte sie ihren ersten Ehemann Ludwig Hohl kennen, dessen Nachlass sie betreute.

Hanny Fries lebte und arbeitete in Zürich. Dort heiratete sie Hans Aeschbacher, von dem sie sich kurze Zeit später scheiden liess. Später war sie mit ihrem 2010 verstorbenen Partner Benno Blumenstein zusammen. Fries verfügte über eine grosse Beobachtungsgabe, mit der sie gerne im Cafe Olivenbaum zu Zeichnungen inspirieren liess. Zeichnerisch begleitete sie von 1954 bis 1983 das Schauspielhaus Zürich. Ihre Zeichnungen illustrierten Theaterkritiken – etwa die meisten Uraufführungen von Friedrich Dürrenmatt – in der NZZ, in der Tat, in der Weltwoche und im Tages-Anzeiger. Fries war in der Zürcher GSMBK engagiert. Fries’ Atelier befand sich im Dolderquartier an der Klosbachstrasse 150 und wurde von ihrem Urgrossvater Francesco Righini (1837–1914) erbaut.

Familiengrab. Righini-Steinbrecher, Righini-Macpherson, Fries-Righini, Fries-Blumenstein. Friedhof Enzenbühl, Zürich
Grab, Friedhof Enzenbühl in Zürich

Hanny Fries war regelmässig im Ausland unterwegs, insbesondere in Städten und Dörfern Südfrankreichs, Korsikas und der Toskana sowie in Venedig. Ihr Interesse galt dem alltäglichen Leben und Treiben jenseits touristischer Attraktionen. Ab 1970 wurde ihr der kleine Küstenort Castiglione della Pescaia in der Toskana zu ihrem beliebten Reiseziel. Während vieler Jahre verbrachte sie jeweils den Frühling im Süden Frankreichs, den Sommer in Castiglione, besuchte Strände, Pinienwälder oder beobachtete das Leben auf Dorfplätzen.

Ihre Hauptarbeiten umfassen Theaterzeichnungen, in der Malerei (Öl, Gouachen, grossformatige Aquarelle) Motive von Wartesälen, Parkbänke, Brioches und Stillleben sowie Email-Wandgestaltungen und Lithografien. Ausserdem hat sie über 120 Bücher illustriert. 1981 wurde sie mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet.

Hanny Fries fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich. Zu ihrem 100. Geburtstag wurden 2018 Werke in ihrem Atelierhaus gezeigt. Dieses ist heute auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Werke

Illustrierte Bücher (Auswahl)

Literatur

Commons: Hanny Fries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Stiftung Righini: Die Künstlerfamilie. Abgerufen am 9. März 2026.
  2. ↑ Dürrenmatt im Schauspielhaus Zürich, Theaterzeichnungen 1954-1983. Stadt Zürich, 2007, archiviert vom Original am 18. September 2018; abgerufen am 4. September 2026.
  3. ↑ Martin Germann: Hanny Fries (1918–2009) als Buchillustratorin. In: Librarium, Jg. 56 Nr. 2/3, 2013, S. 82.
  4. ↑ Hanny Fries – Eigentum ohne Besitz. Hanny Fries – Malerin (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive) NZZ libro, abgerufen am 8. Dezember 2009
  5. ↑ Kunstpreis der Stadt Zürich 1981 für Hanny Fries.In: Schweizer Kunst = Art suisse = Arte svizzera = Swiss art, Heft 1, 1982, S. 13–15.
Personendaten
NAME Fries, Hanny
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Malerin
GEBURTSDATUM 27. November 1918
GEBURTSORT Zürich
STERBEDATUM 7. Dezember 2009
STERBEORT Zürich