Hanoch Jacoby

Hanoch Jacoby (1970)

Hanoch Jacoby, auch Hanoch Yaakobi, (hebräisch חנוך יעקבי; geboren 2. März 1909 als Heinrich Jacoby in Königsberg in Preußen, Deutsches Reich; gestorben 13. Dezember 1990 in Tel Aviv) war ein israelischer Bratschist, Musikpädagoge und Komponist, der wegen des Nationalsozialismus nach Palästina auswanderte.

Leben

Heinrich Jacoby war ein Sohn des Rechtsanwalts Siegfried Jacoby (1874–1928) und der Malerin Antonie Behrendt (1879–1968), unter seinen drei Brüdern, denen ebenfalls die Flucht nach Palästina gelang, war der israelische Diplomat Yoram Konrad Jacoby. Er studierte von 1927 bis 1930 in Berlin an der Staatlichen Hochschule für Musik unter anderem bei Paul Hindemith, Emil Bohnke und Josef Wolfsthal. 1929/30 spielte er die Bratsche in Michael Taubes Kammerorchester und ab 1930 war er Mitglied des Südwestdeutschen Rundfunkorchesters in Frankfurt am Main. Jacoby heiratete Sabine Wittmann (1907–1936), sie hatten eine Tochter. In zweiter Ehe war er mit Alice Kanel (1915–2009) verheiratet, sie hatten vier Kinder. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er als Jude entlassen, er emigrierte mit Frau und Kind in die Türkei und von dort 1934 nach Palästina.

Mit der Cellistin Thelma Yellin und den Violinisten Emil Hauser und Wolfgang Alexander Schocken gründete er 1934 das Jerusalem Quartett. Er wurde Musiklehrer am von Emil Hauser gegründeten Palestine Conservatory. 1947 schloss er sich der Abspaltung New Jerusalem Conservatoir an und war von 1954 bis 1958 dessen Direktor.

Jacoby spielte die Solo-Bratsche im Jerusalem Symphony Orchestra und ab 1958 im Israel Philharmonic Orchestra in Tel Aviv bis zum Jahr 1974. Nach einem Jahr als Gastdozent und Gastmusiker am Technion in Haifa war er noch Mitglied im Herzliyah String Quartet.

Jacoby komponierte in einem der europäischen Musiktradition verpflichteten Stil und verband diesen mit orientalisch-jüdischer Melodik. Er komponierte drei Sinfonien, ein Violinkonzert und ein Bratschenkonzert, sowie Suiten, Kammermusik für verschiedene Besetzungen und Solo-Instrumentalstücke. Seine Kantate A Day Will Come erhielt 1952 einen „Engel-Preis“ der Stadt Tel-Aviv.

Literatur

Commons: Hanoch Jacoby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Thelma Yellin-Bentwich, bei jewishvirtuallibrary
Personendaten
NAME Jacoby, Hanoch
ALTERNATIVNAMEN Jacoby, Heinrich; Yaakobi, Hanoch
KURZBESCHREIBUNG israelischer Bratschist, Musikpädagoge und Komponist
GEBURTSDATUM 2. März 1909
GEBURTSORT Königsberg in Preußen
STERBEDATUM 13. Dezember 1990
STERBEORT Tel Aviv