Hans-Georg Zuber (* 1. November 1916 in Stolp; † 2. Mai 1995 in Kranzberg) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr.
Zuber war Sohn eines Diplom-Ingenieurs und Leutnants der Reserve, der am 21. Dezember 1916 in Verdun gefallen war. Sein Stiefvater war der Polizei-Major und Reserveoffizier Paul Zickowski, der nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 in Stolp zu Tode kam. Zuber trat am 1. April 1936 als Offizieranwärter beim Panzer-Regiment 5 in Wünsdorf in die Wehrmacht ein. In dem Verband diente er bis Dezember 1936 und trat im Oktober 1937 zum Luftwaffe der Wehrmacht über. Er wurde zum Beobachter ausgebildet und im Januar 1938 zum Leutnant ernannt. Von Mai 1938 bis April 1939 war er Navigationsoffizier in der Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 2 in Briest und Stendal und absolvierte dabei den Fallschirmsprung-Lehrgang. Von Mai bis Juli 1939 war er Lehrer an der Großen Kampffliegerschule in Lechfeld, von August 1939 bis 1943 Zugführer, Bataillons-Adjutant und Kompaniechef im Fallschirm-Jäger-Regiment 1 in Stendal mit Einsätzen in Polen, Norwegen (Narvik), Kreta, der Sowjetunion, Frankreich und Italien, wurde am 1. August 1942 zum Hauptmann befördert, von 1943 bis April 1944 Sachbearbeiter für Neuaufstellungen im Stab des XI. Fliegerkorps in Berlin-Tempelhof und von April bis September 1944 Bataillonsführer und Bataillonskommandeur des I. Bataillons des Fallschirm-Jäger-Lehr-Regiments in Frankreich. Von September 1944 bis Juni 1946 war er in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.
1946 war Zuber Dolmetscher im Landratsamt von Naila und von 1947 bis 1952 Chefdolmetscher und Übersetzer beim Landeskommissariat der Vereinigten Staaten für Bayern und später beim Generalkonsulat der Vereinigten Staaten in München. Von April 1948 bis Oktober 1952 studierte er als Werkstudent die Fächer Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Am 5. Oktober 1951 legte er die erste Prüfung ab, durchlief von Oktober 1952 bis 1955 das Rechtsreferendariat am Landgericht München, promovierte am 24. Juli 1952 an der juristischen Fakultät zum Doktor der Rechte, legte am 24. Oktober 1955 die zweite juristische Prüfung ab und war vom Januar 1955 bis November 1956 als Regierungsassessor im Angestelltenverhältnis bei der Regierung von Unterfranken.
Am 2. November 1956 trat Zuber als Major in die Bundeswehr ein, war zunächst bis April 1958 Generalstabsoffizier für Militärisches Nachrichtenwesen (G 2) der 106. Luftlandebrigade in Esslingen am Neckar und absolvierte dabei von November 1956 bis April 1958 den Generalstabslehrgang an der Ecole Supérieure de Guerre in Paris. Formal wurde er dem 1. Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg zugeordnet. Von April 1958 bis September 1959 war er G 2 und Generalstabsoffizier für Personalwesen (G 1) der 1. Luftlandedivision in Esslingen am Neckar, von Oktober 1959 bis Oktober 1962 Generalstabsoffizier für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) im deutschen Anteil des NATO-Oberkommando Allied Forces Central Europe in Fontainebleau in Frankreich, von November 1962 bis September 1963 G 3 in der Abteilung Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, von Oktober 1963 bis September 1965 Chef des Stabes des NATO Defense College in Paris, von Oktober 1965 bis April 1968 G 3 im deutschen Anteil des Supreme Headquarters Allied Powers Europe der NATO in Paris und später in Mons in Belgien, von Mai 1968 bis November 1969 stellvertretender Brigadekommandeur der Panzerbrigade 18 in Neumünster und von Dezember 1969 bis März 1971 Referatsleiter im Planungsstab des Bundesministers der Verteidigung in Bonn.
Im April 1971 wurde Zuber zum Brigadegeneral ernannt und Chef des Stabes des Hauptquartiers der Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland der NATO in Rendsburg. Von April bis Mai 1973 leistete er Dienst nach Weisung des Chefs des Stabes des Territorialkommandos Schleswig-Holstein in Kiel, bevor er im Mai 1973 Leiter der Gruppe Verteidigungspolitik im Bundeskanzleramt in Bonn wurde. Im Juli 1975 wurde er temporär zum Generalmajor ernannt und Leiter der Operationsabteilung des Internationalen Militärstabes im NATO-Hauptquartier in Brüssel. Am 4. Oktober 1977 erfolgte die reguläre Ernennung zum Generalmajor. Mit Ablauf des Juni 1978 wurde er in den Ruhestand versetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zuber, Hans-Georg |
| ALTERNATIVNAMEN | Zuber, Hans Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr |
| GEBURTSDATUM | 1. November 1916 |
| GEBURTSORT | Stolp |
| STERBEDATUM | 2. Mai 1995 |
| STERBEORT | Kranzberg |