Hans-Rudolf Wiedemann

Hans-Rudolf Wiedemann (* 16. Februar 1915 in Bremen; † 4. August 2006 in Kiel) war ein deutscher Pädiater, Hochschullehrer und Autographensammler.

Das Grab von Hans-Rudolf Wiedemann und seiner Ehefrau Gisela geborene von Sybel auf dem Parkfriedhof Eichhof

Leben

Wiedemanns Vater war praktischer Arzt. Die Mutter stammte aus einer Medizinerfamilie. Wiedemann studierte Medizin an der Universität Freiburg, der Universität München, der Universität Hamburg, der Universität Lausanne und der Universität Jena. 1940 bestand er das Staatsexamen. Mit einer Doktorarbeit bei Jussuf Ibrahim wurde er 1941 in Jena zum Dr. med. promoviert. Noch in Jena schrieb er über den Ikterus.

Die fachärztliche Ausbildung durchlief er in Bremen, Bonn und Münster, wo er für zehn Monate kommissarisch die Universitäts-Kinderklinik leitete. Als Direktor der Krefelder Kinderklinik erkannte er die fatalen Nebenwirkungen von Thalidomid. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berief ihn 1961 auf ihren Lehrstuhl für Pädiatrie. Seine Nachfolge an der Kinderklinik der Städtischen Krankenanstalten von Krefeld trat 1961 Wilhelm Kosenow (* 1920) an. 1977 war Wiedemann Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 1980 wurde er emeritiert.

Wie seine Frau Gisela, geb. von Sybel, sammelte er Autographen.

Ehrungen

Veröffentlichungen

Bis 1984 war Wiedemann Herausgeber des European Journal of Pediatrics.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Dissertation: Zur Frage der kindlichen Bleivergiftung (Über einen Fall tödlich verlaufener Bleieklampsie und zwei Fälle von Bleieinwirkung bei Kleinkindern).
  2. ↑ Der konstitutionelle, familiäre, hämolytische Ikterus im Kindesalter (1946).
  3. ↑ Fritz Hilgenberg: Erlebte Kinderheilkunde. Beiträge zur Geschichte der Kinderklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, gesammelt von Fritz Hilgenberg. Münster 1992, S. 32–37.
  4. ↑ Wiedemann, Hans-Rudolf: Hinweis auf eine derzeitige Häufung hypo- und aplastischer Fehlbildungen der Gliedmaßen. Medizinische Welt 37 (1961), S. 1863–1866.
  5. ↑ L. Zichner, Michael A. Rauschmann, K.-D. Thomann: Die Contergankatastrophe - Eine Bilanz nach 40 Jahren. Springer-Verlag, 2006, ISBN 978-3-7985-1585-7 (google.de [abgerufen am 5. August 2020]).
  6. ↑ Die Contergankatastrophe (2005)
  7. ↑ Ole Daniel Enersen: Hans-Rudolf Wiedemann (Memento vom 26. November 2024 im Internet Archive) bei whonamedit.com
  8. ↑ Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 274.
  9. ↑ Präsidenten. DGKJ, abgerufen am 5. August 2020.
  10. ↑ H.-R. Wiedemann: Beitrag zur Geschichte der Universitäts-Kinderklinik Kiel. Ansprachen und Reden an Gäste und Mitarbeiter 1963–1980.
  11. ↑ „Ein ganzes Heft Autographa!“ Die Sammlung Gisela und Hans-Rudolf Wiedemann. Katalog der Handschriften im Deutschen Literaturarchiv. ISBN 978-3-929146-12-7.
  12. ↑ Mitgliedseintrag von Hans-Rudolf Wiedemann bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 11. April 2015.
  13. ↑ Ehrenmitglieder. DGKJ, abgerufen am 5. August 2020.
  14. ↑ Horst Bickel: Farewell to Hans-Rudolf Wiedemann as editor-in-chief. In: European Journal of Pediatrics. Band 142, Nr. 1, April 1984, ISSN 0340-6199, S. 2–2, doi:10.1007/BF00442580.
Personendaten
NAME Wiedemann, Hans-Rudolf
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pädiater und Autographensammler; Direktor der Universitätskinderklinik Kiel
GEBURTSDATUM 16. Februar 1915
GEBURTSORT Bremen
STERBEDATUM 4. August 2006
STERBEORT Kiel