Hans Backoffen

Kreuzigungsgruppe auf dem Frankfurter Peterskirchhof (1511)
Kreuzigungsgruppe im Frankfurter Dom (1509)
Kreuzigungsgruppe in Bad Wimpfen

Hans Backoffen – auch Hans Backoff, Hans Backoffenn, Hans Backoiffen oder Hans Backofen – (* um 1470 in Sulzbach; † 21. September 1519 in Mainz) war ein deutscher Bildhauer. Er war Bürger von Mainz und stand in Diensten der Erzbischöfe als Hofbildhauer. Seine Werkstatt ist ab 1505 bis 1519 in Mainz nachweisbar.

Leben

Der Geburtsort des Hans Backoffen ist nicht genau lokalisierbar, da verschiedene Orte namens Sulzbach in Frage kommen. Wahrscheinlich handelt es sich um Sulzbach am Main, welches damals zu Kurmainz gehörte, oder um das nicht weit von Mainz gelegene Reichsdorf Sulzbach bei Höchst. Im Jahr 1516 erwarb er vom Kloster Eberbach eine Altersrente von 18 Gulden jährlich für sich und seine Frau Catharina Fust. Backoffen zahlte hierfür einmalig 200 Gulden an das Kloster. Er gehörte zum Kirchenvorstand von St. Ignaz in Mainz, wo er 1519 die Kreuzigungsgruppe auf dem Pfarrfriedhof stiftete und gemeinsam mit seiner Frau Catharina († 25. Oktober 1519) in der Kirche beigesetzt wurde.

Stil

Hans Backoffen gilt zusammen mit dem zeitlich etwas früheren Adalbertmeister als einer der bedeutendsten Vertreter der mittelrheinischen Bildhauerkunst in Mainz. Beide stehen am Übergang der Spätgotik in die Renaissance. Hans Backoffen ist der Hauptvertreter des sogenannten „spätgotischen Barock“, der Periode ab 1500, in der erste Elemente der (Italienischen) Renaissance europaweit zu finden sind und die straffere, fast noch schematische Darstellungsform und strengere Gestik der Gotik ablösen.

Werke (Auswahl)

Grabplatte im Kloster Eberbach für Adam und Maria von Allendorf

Zu den Werken des Hans Backoffen zählen vornehmlich Grabmäler und Kreuzigungsgruppen u. a.:

Aus der Werkstatt Hans Backoffens gehen u. a. folgende Werke hervor:

Literatur

Fotos

Commons: Hans Backoffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Einsingbach, Wolfgang; Riedel, Wolfgang: Kloster Eberbach im Rheingau. 17. Auflage. Deutscher Kunstverlag München 2007. ISBN 978-3-422-02166-2, Seite 82.
  2. ↑ Winfried Wilhelmy (Hrsg.): Schrei nach Gerechtigkeit. Leben am Mittelrhein am Vorabend der Reformation (= Publikationen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz. Band 6). Regensburg 2015, Kat. Nr. 111, S. 332–334 (Winfried Wilhelmy).
  3. ↑ Winfried Wilhelmy (Hrsg.): Von Albrecht von Brandenburg zu Abraham Roentgen (= Meisterwerke des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums. Band 3). Regensburg 2025, Nr. 19, S. 166–177 (Winfried Wilhelmy).
  4. 1 2 Peter Metz: Backoffen (Backoff, Backoffenn, Backoiffen, Backofen), Hans, von Sulzbach (Sultzpach). In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 506–507 (deutsche-biographie.de).
  5. ↑ Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln: eine Reise durch das romantische Rheintal. Dumont Kunst-Reiseführer DuMont Reiseverlag 1999, S. 375.
  6. ↑ Zum Begriff „Gotischer Barock“ vgl. z. B. Georg Lill: Deutsche Plastik. Volksverband der Bücherfreunde, Berlin 1925.
  7. ↑ Vgl. dazu den (umstrittenen) Begriff im französischen „gothique flamboyante“ (Flamboyantgotik) für die Spätgotik.
  8. ↑ Reclams Kunstführer, Deutschland III, Rheinlande und Westfalen, 1975, ISBN 3-15-008401-6
Personendaten
NAME Backoffen, Hans
ALTERNATIVNAMEN Backoff, Hans; Backoffenn, Hans (vollständiger Name); Backoiffen, Hans; Backofen, Hans
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bildhauer
GEBURTSDATUM um 1470
GEBURTSORT Sulzbach, Deutschland
STERBEDATUM 21. September 1519
STERBEORT Mainz, Deutschland