
Hans Dreyling der Ältere († 15. September 1573 in Schwaz) war ein Bergbaufachmann aus Böhmen mit politischen Kontakten, der etwa 1530 nach Schwaz kam.
Er gebrauchte das Prädikat „von Steieck“.
1551 trat er in Geschäftsbeziehungen mit Matthias Manlich (vgl. Melchior Manlich) und kaufte 1554 die Firma Stöckl. Er wurde Rat des Erzherzogs Ferdinand II. und Berg- und Schmelzherr in Tirol.
1573 erwarb er Schloss Wagrain in Ebbs.
Hans Dreyling der Ältere war dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau war eine Tochter des Hans Heyrling v. Winkl aus Lueg am Brenner und der Anna Kaufmann aus Schwaz. Dieser Ehe entstammte zumindest eine Tochter, Margaretha, welche den Reichenhaller Salzmeier Albert (Albrecht) Scheuchenstuel zu Weiching heiratete und in der Kirche St. Zeno in Bad Reichenhall begraben ist.
Seine zweite Ehefrau war Regina Löffler, eine Tochter des Gießers Gregor Löffler und der Elisabeth Pranger.
Seine dritte Ehefrau war aus dem Geschlecht der oberbayrischen Dieperskircher, welche sich in Innsbruck niedergelassen hatten.
Seinen drei ältesten Söhnen Ulrich, Hans und Caspar Dreyling (1539–1599) finanzierte er das Studium an den Universitäten Padua, Ingolstadt, Wien und Tübingen.
1582 nahm die tirolische Adelsmatrikel seine Söhne Ulrich, Hans und Caspar Dreyling von Wagrein in ihr Verzeichnis auf. 1580 nannte sich Caspar auch von Hochaltingen.
Der älteste Sohn, Ulrich Dreyling, war später Berghauptmann in Schlaggenwald und Sankt Joachimsthal.
Hans Dreyling der Jüngere war Hofrat Erzherzogs Ferdinand II. und Gesandter dessen auf mehreren Missionen ins Ausland.
Caspar Dreyling war ebenfalls kaiserlicher Rat am Hof Ferdinands II. und weiters Gewerke in Schwaz und Rattenberg. Caspar war viermal verheiratet:
Der älteste Sohn des Caspar Dreyling, Hans Dietrich, heiratete Magdalena Colin, Tochter des Hofbildhauers Alexander Colin.
Noch 1590 gehörte den Dreyling der Edelsitz Hocholtingen im Dorf Kundl und die Hofmark Stumm im Zillertal. Wenige Jahre danach scheinen beide Besitzungen an die Familie Plank aus Rattenberg, und von diesen an die Schiedenhofen von Stumm übergegangen zu sein. Die Besitzer des kleinen Schlosses Hocholtingen erhielten 1685 ein kaiserliches Privileg, Bier zu brauen, und das Schloss wurde zu einer Bierbrauerei umfunktioniert. 1946 wurde daraus die Biochemie GmbH, welche 1964 in die Sandoz AG eingegliedert wurde.
1591 verloren Caspar und Hans durch eine verunglückte Silberspekulation ihr Vermögen und die Firma Dreyling ging im folgenden Jahr in den Bankrott.
In den weiteren Jahren erloschen die Dreyling in ihrem tirolischen Zweige gänzlich. Das Epitaph des Caspar Dreyling befindet sich in der Dreifaltigkeitskirche in Kufstein.
Sein Epitaph in der Schwazer Pfarrkirche, das ihn mit seinen drei Söhnen und zwei Enkeln zeigt, wurde um 1575 von Hofbildhauer Alexander Colin und Gießer Hans Christof Löffler geschaffen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dreyling, Hans |
| ALTERNATIVNAMEN | Dreyling, Hans der Ältere |
| KURZBESCHREIBUNG | Bergbaufachmann |
| GEBURTSDATUM | vor 1530 |
| STERBEDATUM | 15. September 1573 |
| STERBEORT | Schwaz |