Hans Encke

Hans Encke (* 12. Januar 1896 in Potsdam; † 2. August 1976 in Köln) war ein deutscher evangelischer Geistlicher.

Leben

Hans Encke war der älteste Sohn des Gartenarchitekten Fritz Encke. Er besuchte das Evangelische Lyceum und das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln. Konfirmiert wurde er 1911 von Carl Jatho. Nach Notabitur kämpfte er im Ersten Weltkrieg als Soldat unter anderem in Russland, wo er verwundet wurde und ein Bein verlor. Studium der Theologie in Marburg (1917), kurz in Bonn (1919) und ein Jahr in Kiel (1920). 1921 Beginn des Lehrvikariats bei Pfarrer Nack. Erste Predigt in der Antoniterkirche (Köln). Ordination 1923 in Köln. Ab 1923 Krankenhausseelsorger der Evangelischen Gemeinde Köln, später erster hauptamtlicher Religionslehrer an der städtischen Berufsschule. Leiter der Evangelischen Volksjugend Köln im Bund Deutscher Jugendvereine. Ab 1925 war er Pfarrer an der Kreuzkapelle in Köln-Riehl.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Encke Vertrauensmann der Kölner Synode der Bekennenden Kirche und saß im November 1937 für kurze Zeit in Haft. 1935 nahm er an den Bekenntnissynoden in Berlin-Dahlem und in Berlin-Steglitz teil. Mitte 1939 wurde Hans Encke der Kölner Vertrauensmann des Büro Grüber. 1945 war Encke Mitbegründer der Kölner CDU. 1945 wurde er Superintendent des Kirchenkreises Köln, war in dieser Funktion von 1953 bis 1955 Geschäftsführer der Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH und 1951/1952 maßgeblich daran beteiligt, dass die Skulptur Der Schwebende von Ernst Barlach in die Antoniterkirche kam. 1964 wurde er erster Stadtsuperintendent des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln.

Encke ist u. a. von Anton Räderscheidt porträtiert worden. Hans Encke hatte sechs Kinder: Hans, Klaus, Helene, Helga, Walter und Karin-Bettina Encke. Er starb 1976 im Alter von 80 Jahren und wurde auf dem Kölner Südfriedhof beerdigt.

Ehrungen

Würdigungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Siegfried Hermle: Hans Encke, in: Thomas Martin Schneider, Joachim Conrad und Stefan Flesch (Hrsg.): Zwischen Bekenntnis und Ideologie. 100 Lebensbilder des rheinischen Protestantismus im 20. Jahrhundert. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, S. 168–171, hier S. 170.
  2. ↑ Adolf Klein: Köln im Dritten Reich: Stadtgeschichte der Jahre 1933–1945. Greven, 1983, S. 195 books.google.de
  3. ↑ Wilhelm Niemöller: Die Preußensynode zu Dahlem. Vandenhoeck & Ruprecht, 1997, ISBN 3-525-55532-6, S. 245, books.google.de
  4. ↑ Wilhelm Niemöller: Die Synode zu Steglitz. Vandenhoeck & Ruprecht, 1997, ISBN 3-525-55524-5, S. 376, books.google.de
  5. ↑ Otto Dann: Köln nach dem Nationalsozialismus. Peter Hammer Verlag, 1981, ISBN 3-87294-177-1, S. 215, books.google.de
  6. ↑ Siegfried Hermle: Hans Encke, in: Thomas Martin Schneider, Joachim Conrad und Stefan Flesch (Hrsg.): Zwischen Bekenntnis und Ideologie. 100 Lebensbilder des rheinischen Protestantismus im 20. Jahrhundert. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, S. 168–171, hier S. 170f.
  7. ↑ 50 Jahre Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH. (PDF; 1,75 MB) Festschrift. In: antoniter.de. 2001, S. 29, archiviert vom Original am 26. Mai 2005; abgerufen am 20. Dezember 2024.
  8. ↑ Antje Löhr-Sieberg, Annette Scholl (Hrsg.): Barlachs Engel. Stimmen zum Kölner Schwebenden. Unter Mitarbeit von Anselm Weyer. Greven Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-7743-0481-9.
  9. ↑ Hans Encke in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 11. Juli 2019.
  10. ↑ EKV: 125 Jahre Hans Encke – Archivale des Monats Januar 2021, download 21. März 2026
Personendaten
NAME Encke, Hans
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelischer Geistlicher
GEBURTSDATUM 12. Januar 1896
GEBURTSORT Potsdam
STERBEDATUM 2. August 1976
STERBEORT Köln