Hans Falkenberg

Hans Falkenberg (* 7. Juli 1926 in Stettin; † 4. Juni 2008 in Schwabach) war ein deutscher Regionalgeschichtsforscher, Schriftsteller und Unternehmer.

Kindheit und Jugend

Hans Falkenberg gehörte zur Flakhelfer-Generation und verbrachte die Zeit des Zweiten Weltkriegs in Stettin zwischen Schulbank und Dienst am Geschütz Nach dem Notabitur wurde er als 17-Jähriger in den letzten Kriegsmonaten an die Ostfront eingezogen. Durch die Kriegswirren kam er zu Kriegsende verwundet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im Sommer 1945 wurde er aus dem Gefangenenlager in Remagen am Rhein entlassen und fand seine Eltern Maria und Walter Falkenberg in Schleswig-Holstein wieder.

Familie

1954 heiratete er Renate Unteutsch, geborene Lübbers, Enkelin von Carl Langhein. 1957 wurde der gemeinsame Sohn Michael geboren. 1958 zog Hans Falkenberg mit der Familie nach Nürnberg. Die Ehe wurde 1968 geschieden. Im selben Jahr heiratete er Renate Desch. 1969 kam sein zweites Kind, Karin Falkenberg, auf die Welt.

Leben und Beruf

Einer technischen Ausbildung als Werkzeugmacher in Itzehoe, direkt nach Kriegsende, folgten berufliche Wanderjahre. Hans Falkenberg war in Oberbayern mit einem fahrbaren Lebensmittelgeschäft tätig, in Baden-Württemberg für den Vertrieb von Plattenspielern, Plattenwechslern, Musikboxen und Automaten und in Hamburg mit einem Lautsprecher-Vertrieb tätig. 1963 gründete er in Nürnberg die Firma Industrievertretungen Hans Falkenberg GmbH & Co. KG sowie kurze Zeit später die Firma Hans Falkenberg Bauelemente. Ab 1982 studierte er parallel zu seinen unternehmerischen Tätigkeiten Deutsche und vergleichende Volkskunde und Wirtschaftsgeografie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1989 verkaufte er beide Firmen und lebte bis 2002 vorwiegend am Banana-River in Merritt Island, Florida, USA, wo er schriftstellerisch tätig war.

Von 1969 bis zu seinem Tod im Jahr 2008 bewohnte er mit seinen Kindern und Enkelkindern das Haus Schlag 11 im oberösterreichischen Mühlviertel mit Haupthaus, Getreidespeicher – "Troadkasten" –, Geräteschuppen, Holz- und Backhaus. Das Haus entwickelte er "zu einem Heimatmuseum", in dem der Kulturwissenschaftler "Zeugnisse und Geräte der dörflichen Haus- und Feldarbeit" sammelte, dokumentierte und eine umfangreiche kulturwissenschaftliche Bibliothek aufbaute.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans Falkenberg: Traueranzeige von und für Hans Falkenberg. 6. April 2008, abgerufen am 10. Juli 2024.
  2. ↑ Hans Falkenberg: Als Urheber jeglichen Unfugs stand immer ich fest. Sextaner in der Bismarck-Oberrealschule Stettin. In: Pommersche Zeitung 35 (1995), S. 16.
  3. ↑ Hans Falkenberg: Man müsste Klavier spielen können... dann wäre man vielleicht nicht als Luftwaffenhelfer eingezogen worden. In: Pommersche Zeitung 41 (2007), S. 10.
  4. ↑ Karin Falkenberg: Ein Mann, Jahrgang '26. Institut für Alltagskultur, München 1996, ISBN 3-927332-59-3.
  5. ↑ Siehe: Ein Haus zieht um. Der Troadkasten von Schlag. Eine Dokumentation. Pfarrkirchen im Mühlviertel 2004, ISBN 3-927332-23-2
  6. ↑ In ungestörter Ruhe ganze Werbekampagnen vorbereitet. Seit 30 Jahren pflegt das Ehepaar Hans und Renate Falkenberg intensive Beziehungen zum Mühlviertel. In: Rohrbacher Rundschau. Band 37, 14. September 2000.
  7. ↑ Zum Tod von Hans Falkenberg. In: Zeitung für Pfarrkirchen und Altenhof. 22. Jg., Nr. (2008), S. 15.
Personendaten
NAME Falkenberg, Hans
KURZBESCHREIBUNG deutscher Regionalgeschichtsforscher, Schriftsteller und Unternehmer
GEBURTSDATUM 7. Juli 1926
GEBURTSORT Stettin
STERBEDATUM 4. Juni 2008
STERBEORT Schwabach