Hans Ostermann

Hans Ostermann (links) mit Heinrich Bartmann 1924 in Detroit, Seminole Ave 5705
Das Grab von Hans Ostermann und seiner Ehefrau Elisabeth geborene Vieborg auf dem neuen Mauritz-Friedhof in Münster

Hans Ostermann (* 7. Juni 1898 in Iserlohn; † 22. Juni 1990 in Münster) war ein deutscher Architekt.

Leben

Nach Schule und Militärdienst im Ersten Weltkrieg begann Hans Ostermann 1919 sein Architekturstudium in Hannover, wechselte 1920 zur Technischen Hochschule Aachen, an der er 1923 die Diplom-Hauptprüfung ablegte. Im Anschluss ging er 1923–1924 nach Detroit. Als Mitarbeiter in einem Architekturbüro konnte er dort in den USA an repräsentativen Wohnbauten mitwirken.

Zurückgekehrt ins heimatliche Münster gründete er 1924 zusammen mit Franz Wethmar und Johannes Nellissen eine Bürogemeinschaft. Später firmierten Ostermann und Wethmar ohne Nellissen. Es entstanden öffentliche Bauten, darunter vielfach Krankenhaus- und Kirchbauten sowie zahlreiche Privathäuser. 1930 wurde Ostermann Mitglied der 1919 gegründeten Künstlergemeinschaft Schanze. 1933 gründete er sein eigenes Büro.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Hans Ostermann maßgeblich am Wiederaufbau des Prinzipalmarktes in Münster. Ab 1946 bis 1952 war er Mitglied im Rat der Stadt Münster (Bauausschuss). Nach seinen Plänen entstanden allein acht Giebelhäuser am Prinzipalmarkt. Zusammen mit Büropartnern (Bernt Droste, Werner Voscort, Meinhard Hallmann) und in Kooperation mit Architekten (u. a. mit Max von Hausen, Ortwin Rave) konnte er vornehmlich in Westfalen während des Wiederaufbaus und der Nachkriegszeit zahlreiche Wohnhäuser, Geschäftshäuser, Banken, Kirchen, Schulbauten, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude und Industriebauten realisieren. Mit seiner konservativen, soliden Handschrift zählte Ostermann zu den wichtigen stadtbildprägenden Architekten in Münster und Westfalen. Vielfach während der Bauprojekte Zusammenarbeit mit Künstlern, u. a. mit Ernst Bahn, Theo Jungglas, Hermann Kissenkoetter, Aloys Röhr. Sein umfangreicher Nachlass befindet sich im Stadtarchiv Münster.

Werk

Das Deutsche Studentenheim am Breul
Lichtspielhaus „Apollo“ (Baujahr 1937), heute Ladenlokal Titus, Ludgeriplatz Münster, Foto: 2016
Standortlazarett und heutige Hautklinik Münster (Baujahr 1937), Foto: 2016
Lichtspielhaus „Schloßtheater“, Kanonierplatz Münster (Baujahr 1953), Foto: 2016

In Partnerschaft mit Franz Wethmar:

Im eigenen Büro ab 1934:

Nach 1945:

In Partnerschaft mit Bernt Droste:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Stadt Münster: Als Architekt das Stadtbild geprägt. Stadtarchiv übernimmt Nachlass von Ostermann / Neue Initiative: Private Nachlässe von Architekten dauerhaft sichern. Pressemitteilung vom 23. Januar 2015.
  2. ↑ Niels Gutschow, Gunnar Pick: Bauen in Münster. Ein Architekturführer. Münster 1983, S. 31.
  3. ↑ Heinrich Otten: Kirchenbau nach 1945 in Westfalen-Lippe. In: LWL. LWL, abgerufen am 22. März 2020.
  4. ↑ Jeder hat mit angepackt Vor 60 Jahren wurde die Kirche St. Wendelin in Bockholt eingeweiht. In: Westfälische Nachrichten. WN, 21. Oktober 2011, abgerufen am 22. März 2020.
  5. ↑ Greven-Bockholt, Kath. Kirche St. Wendelin Grundriss. Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V., abgerufen am 22. März 2020.
Personendaten
NAME Ostermann, Hans
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt
GEBURTSDATUM 7. Juni 1898
GEBURTSORT Iserlohn
STERBEDATUM 22. Juni 1990
STERBEORT Münster, Westfalen