Hans August Balthasar Strahl (* 28. März 1857 in Berlin; † 13. März 1920 in Gießen) war ein deutscher Anatom und Hochschullehrer.
Nach dem Abitur am Gymnasium Philippinum (Marburg) im Jahre 1875 studierte Hans Strahl vier Semester an der Universität Marburg Medizin. 1876 wurde er Mitglied des Corps Teutonia zu Marburg. Nach dem Physikum wechselte er für 2 Semester an die Eberhard-Karls-Universität, wo er sich 1877 auch dem Corps Franconia Tübingen anschloss. Führungsstark veranlagt, klammerte er bei Teutonia einmal den Fuchsmajor und zweimal den Senior, bei Franconia je einmal den Consenior und den Senior. Er kehrte nach Marburg zurück und legte dort im Wintersemester 1879/80 das Staatsexamen ab. 1880 wurde er zum Dr. med. promoviert. Seine akademischen Lehrer und persönlichen Förderer in Marburg waren die Anatomen Nathanael Lieberkühn und Guido Richard Wagener. Anfang 1882 habilitierte er sich in Marburg für Anatomie. 1887 wurde er zum Prosektor am anatomischen Institut und a.o. Professor ernannt. 1895 wurde er o. Professor für Anatomie und Direktor des anatomischen Instituts der Hessischen Ludwigs-Universität. Vom 1. April 1909 bis zum 1. Oktober 1910 sowie vom 1. Oktober 1918 bis zum 1. Oktober 1919 war er Rektor der Universität Gießen.
In seinen Publikationen befasste er sich mit der Entwicklungsgeschichte der Reptilien sowie der Anlage der Embryonalhüllen und der Plazenta. Viele Plazentaformen wurden von ihm erstmals beschrieben. Den verschiedenen Plazentaformen gab er durch Einführung einer neuen Nomenklatur eine Systematik. Noch heute existiert eine umfangreiche Sammlung histologischer Schnitte menschlicher und tierischer Embryonen als Gasser-Strahl’sche Sammlung im anatomischen Institut der Universität Marburg.
| Personendaten | |
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| NAME | Strahl, Hans |
| ALTERNATIVNAMEN | Strahl, Hans August Balthasar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Anatom und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 28. März 1857 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 13. März 1920 |
| STERBEORT | Gießen |