János Székely (Schriftsteller)

János Székely, in Deutschland als Hans Szekely arbeitend, (geboren 7. Juli 1901 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben 16. Dezember 1958 in Ost-Berlin) war ein ungarischer Schriftsteller und Drehbuchautor.

Leben

János Székelys Vater starb früh, und er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. In der kurzen Periode der Ungarischen Räterepublik veröffentlichte Székely in der Zeitschrift MA 1919 ein Antikriegsgedicht. Nach dem politischen Umsturz durch das Horthy-Regime floh Székely im Alter von achtzehn Jahren nach Berlin. Hier schrieb er Gedichte und Kurzgeschichten und gewann 1923 mit der Erzählung Der neunte Monat einen Preis. 1924 beteiligte er sich als Drehbuchautor an der Produktion des Low-Budget-Filmes Namenlose Helden. Er wurde von den Regisseuren Lupu Pick und Joe May entdeckt und mit weiteren Drehbüchern beauftragt. 1929 schrieb er für den Produzenten Erich Pommer das Drehbuch für einen der ersten europäischen Tonfilme Melodie des Herzens, dessen Regie Hanns Schwarz führte.

Im Jahr 1934 wurde Székely von Ernst Lubitsch für die Arbeit an Desire nach Hollywood eingeladen. Ab 1935 hielt er sich in Budapest auf und begann eine autobiographische Trilogie zu schreiben, von der er nur dessen ersten Band Verlockung 1945 in den USA fertigstellte. Sein Theaterstück Schauspielschule wurde am 8. März 1938 in Wien uraufgeführt. Nach dem Anschluss Österreichs emigrierte Székely 1938 in die USA. Die Schauspielerin Erzsi Barsony folgte ihm aus Budapest. Das Paar heiratete 1939 in New York, und der Ehe entstammt die 1941 geborene Tochter Kati Székely. Die Familie erhielt 1944 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Während der McCarthy-Ära verließ die Familie 1951 die USA und zog nach Mexiko. Im Jahr 1957 nahm János Székely ein Angebot der DEFA als Drehbuchautor an. Seitdem lebte die Familie in der DDR.

Székely veröffentlichte in den USA zwei Romane unter dem Pseudonym John Pen. Sein bekanntestes literarisches Werk ist sein autobiographisch inspirierter Roman Kísértés (Verlockung). Er erschien in den 1950er Jahren in Norwegen und Frankreich, 1959 in der DDR, wo der Roman neun Auflagen erreichte, geriet später in Vergessenheit und wurde 2000 neu entdeckt. 2006 erschien auch sein im amerikanischen Exil in englischer Sprache entstandener Roman Der arme Swoboda in einer deutschen Übersetzung.

Auszeichnung

Werke

Drehbücher

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Deutsche Erstausgabe eines jahrzehntelang verschollenen Romans, dessen ungarisches Original unauffindbar ist. Die englische Übersetzung stammt von Frank Gaynor.

Einzelnachweise

  1. ↑ Biographische Nachbemerkung. In: János Székely: Verlockung. Diogenes, Zürich 2016, S. 981–985
  2. 1 2 3 4 Diogenes Verlag: Autor János Székely. Abgerufen am 28. Februar 2026.
  3. ↑ Erich Hackl: Not, Hass und Aufruhr. Geniestreich aus dem Nachlass: Janos Szekelys Roman »Eine Nacht, die vor 700 Jahren begann«. In: Junge Welt. 27. Mai 2023, abgerufen am 3. Juli 2023.
  4. ↑ Editionshinweis beim Diogenes Verlag. Abgerufen am 28. Februar 2026.
  5. ↑ Christian Stappenbeck: Ausgegraben: Székelys letzter Roman. In: Zeitschrift Ossietzky, 15/2023. Abgerufen am 28. Februar 2026.