Bereits während seiner Schulzeit erhielt Vent Mal- und Zeichenunterricht durch seinen Vater Rudolf Vent, einem Landschaftsmaler. Nach dessen Tod begann er 1948 eine Lehre als Bau- und Dekorationsmaler in Weimar und besuchte Abendkurse, unter anderem bei Otto Paetz. In Vorbereitung eines geplanten Hochschulstudiums absolvierte Vent 1951/52 ein einjähriges Studium an der Fachschule für Ausbautechnik und schloss dieses als Industriemeister ab, anschließend arbeitete er als Restauratorenvolontär am Schloßmuseum Gotha.
Vent hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1967 bis 1988 an der VI. Deutschen Kunstausstellungen bis zur X. Kunstausstellungen der DDR in Dresden. 1980 wurden seine Arbeiten im Rahmen der Wanderausstellung Zeitvergleich ausgestellt, die von der Kunstzeitschrift ART, der Galerie Brusberg und dem Kulturministerium der DDR in Westdeutschland organisiert wurde. Eine Reise Vents im Rahmen der Ausstellungsreihe nach München wurde aber kurzfristig abgesagt, nachdem sich Günter Grass in seinem Vorwort zum Katalog der Ausstellung Gedanken über die deutsche Teilung gemacht hatte.
1989 erschien ein Werkverzeichnis seiner Druckgrafik, das von Peter Röske herausgegeben wurde. Seit 1990 war Vent Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Er lebte zuletzt in Berlin.
Hans Vent hat ein umfangreiches künstlerisches Werk hinterlassen. Um dessen Bewahrung und Erschließung zu sichern, wurde 2019 dem Willen des Künstlers entsprechend durch Peter-Alexis Albrecht unter dem Dach der Cajewitz-Stiftung die Hans-Vent-Stiftung gegründet. Der schriftliche Nachlass befindet sich in der Akademie der Künste.
Vent war von 1961 bis zur Scheidung 1966 mit der Malerin und Grafikerin Eva Vent verheiratet; er hatte dann eine Lebensgemeinschaft mit der Berliner Keramikerin Christina Renker.
1961 Entwicklung der Flug- und Autotechnik (Wandbild, Latex, 3,50 × 12 m; Speisesaal des VEB Autoreparaturwerk, Berlin-Pankow, Blankenburger Straße; mit Paris)
1967 Poetische Version des Kosmos (Wandgestaltung, Tempera auf Latex, ca. 3 × 12 m; mit Horst Zickelbein; Berlin-Prenzlauer Berg, Storkower Straße, Speiseraum der Betriebsgaststätte des VEB Bau- und Montagekombinat IHB Berlin; seit Anfang der 80er Jahre in einer Aula in Berlin-Karlshorst)
1969 Erforschung des Kosmos im Wandel der Zeit (Wandgestaltung, teilweise farbig bemalte Fotoleinwand, 2,70 × 45,00 m; Cottbus, Innenraum der damaligen Mokka-Milch-Eisbar Kosmos; Ausführung unter Mitwirkung der DEWAG Werbung Cottbus; mit Abriss des Gebäudes 2007 zerstört)
1973/74 Der Mensch und das Meer (Betonglasfenster, 178,55m²; im Gastmahl des Meeres; mit Rolf Lindemann und Dieter Gantz, 1992 demontiert, heute im Besitz eines privaten Sammlers, gelagert in Berlin-Frohnau, wartet auf Wiederaufbau im öffentlichen Raum von Berlin)
2003 Beteiligung an der Ausstellung »Kunst in der DDR« der Staatlichen Museen, Nationalgalerie, mit dem 1988 von der Nationalgalerie erworbenen Bild »Menschen am Strand – Begegnungen«
2016 Berlin, »VENT. Der Maler«, Galerie Parterre Berlin
2017/18 Potsdam, »Menschen am Strand« (1974–1975), Ausstellungsbeteiligung im Museum Barberini
2019 Berlin, »In Memoriam Hans Vent«, Galerie der Berliner Graphikpresse
2019 Berlin, »Hans Vent – Der andere Blick. Malerei, Zeichnung, Skulptur«, Galerie Forum Amalienpark
2023 »VENT. Landschaften. Rudolf Vent/Hans Vent/Peter Vent. Drei Malergenerationen – ihr Ursprung liegt in Niedergrunstedt«, Ausstellung im Kunstverein Hofatelier e.V. Niedergrunstedt bei Weimar
2024 Berlin, »Hans Vent – Im Raum der Figur. Malerei Grafik Plastik« Galerie Amalienpark/Raum für Kunst
2025 Berlin, »Erotische Situationen - Papierarbeiten von Hans Vent«, Galerie Amalienpark/Raum für Kunst
2026 Berlin, Haus. Kunst. Mitte ("The Art of Two. Between Autonomy and Collaboration")
Zitate
„Ich habe immer dann aufgehört zu malen, wenn ich gemerkt habe, [dass] durch mehr Dazutun das Bild zu genau, zu naturalistisch wird und damit seinen künstlerischen Sinn verliert.“
– Hans Vent
„Für mich hat die rein abbildhafte Darstellung von Arbeitsvorgängen oder die Illustrierung von Geschichtlichem wenig Sinn. Dagegen hat das Seinsmäßige, das Elementare des Menschen immer eine Rolle gespielt.“
– Hans Vent
„Häßlichkeit ist kein Programm für mich. Davon bin ich weit entfernt. Ich habe dagegen immer eine Vorstellung von Harmonie gehabt, der ich nachgehe.“
– Hans Vent
„Der Künstler weitet die schlichte Gegebenheit einer Strandszene zu einem poetischen Bild des Lebens aus. Sein Grundton ist Bejahung des Einklangs des Menschen mit der Natur durch Bekräftigung sinnlicher Schönheit. Ein duftiger, sensibler und dabei energischer Auftrag leuchtender Farben hält die große Fläche in lebendiger Bewegung. Doch ist das Ganze keine Idylle. Im Zentrum finden wir die stolze Schönheit und Fruchtbarkeit von Frauengestalten, deren leibliche Haltung die Form für geistige Einstellung ist. In ihrer Nachbarschaft existieren noch Menschen, die sich kleinbürgerlich in ihrer Strandburg einzukapseln scheinen. Im Spannungsbogen der Komposition ist die vom Licht umflossene Vision einer ‚dem Meer entsteigenden Venus‘ der kummergebeugten Gestalt einer Einsamen, Alternden konfrontiert. Das Bild ist ein großer Wurf.“
– Peter H. Feist zum Bild Menschen am Strand im Palast der Republik
Berlin-Information (Hrsg.), Dietmar Kuntzsch (Red.): Kunst für Berlin: Beiträge der Kunsthochschule Berlin (1947–1987). Berlin-Information, Berlin / Kunsthochschule, Berlin, 1987, ISBN 3-7442-0019-1, S. 76–77
Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Teil I. Band 3. Künstler und ihre Werke. K. G. Saur, München 2008, S. 1705
Samson Dietrich Sauerbier: Strandleben: Über das Werk von Hans Vent (= Künstler: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 88, Heft 28). Zeit-Kunstverlag, München 2009, ISSN0934-1730
12Peter Michel: Ankunft in der Freiheit. Essays gegen den Werteverlust der Zeit, Berlin 2011, S. 175.
↑Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 1 Berlin. Hrsg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 150/151
↑Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Potsdam, S. 44/45
↑Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 1 Berlin. Hrsg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 152/153
↑Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973
↑Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 88/89