










Hansruedi Scheller (* 4. April 1931 in Kilchberg ZH; † 15. Oktober 2007 in Zürich) war ein Schweizer Grafiker, Ruderer und Orientierungsläufer.
Hansruedi Scheller wurde als Ruderer zwölf Mal Schweizer Meister (im Achter sowie im Vierer mit und ohne Steuermann) und 1959 Europameister im Vierer ohne Steuermann (mit Emil Ess, Rolf Streuli und Göpf Kottmann). Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gehörte Scheller zum Schweizer Aufgebot im Achter, mit dem er nach einem dritten Platz in den Hoffnungsläufen ausschied. Zudem errang er in den 1950er-Jahren sieben Schweizer Meistertitel im Orientierungslauf (viermal Einzelmeister und dreimal Mannschafts-OL-Meister). Zweimal wurde er als Sportler des Jahres ausgezeichnet, 1959 in der Kategorie «Team» mit dem erfolgreichen Vierer ohne Steuermann und 1977 in der Kategorie «Künstler» für sein künstlerisch-grafisches Schaffen in Verbindung mit dem Sport.
Scheller gehörte von den 1960er- bis in die frühen 1990er-Jahre zu den richtungsweisenden Schweizer Grafikern. Unter dem Firmennamen «Atelier Scheller» entwarf er Plakate, zahlreiche Signete für Verbände und Firmen. Das wohl bekannteste darunter war das gemeinsame Logo der Vereinigung Schweizerischer Kantonalbanken, das ab 1981 in seiner Originalform im Einsatz stand und heute noch in abgeänderter Version Verwendung findet. Schellers wegweisende Pionierleistung bestand in der Entwicklung von Wegleitsystemen, die er für rund 250 Grossbauten mit Schwerpunkt im Kanton Zürich realisierte. Seine Arbeiten in Gemeinde- und Einkaufszentren, Sport- und Schulanlagen, Hallenbädern, Tiefgaragen, Heimen, Spitälern und Kasernen standen am Anfang der heutigen Disziplin Signaletik. Scheller wurde von renommierten Architekturbüros wie Esther und Rudolf Guyer, Schwarzenbach und Maurer oder Hertig, Hertig, Schoch beigezogen.
Scheller entwickelte Orientierungssysteme für komplexe Bauten. Sie sollten Orientierung stiften und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität verbessern – Scheller sprach von «Humanisierung der Architektur». Sein Instrumentarium umfasste Farbkonzepte, Orientierungstafeln, Übersichtspläne, Wegweiser, Beschriftungen, Leuchten, Einrichtungsgegenstände sowie Reliefs, Wand- und Deckenbemalungen an der Grenze zur Kunst am Bau. Zum Einsatz kamen hochwertige Materialien wie emaillierter (später pulverbeschichteter) Stahl, Acrylfarben, Aluminium und Plexiglas. Die Arbeiten waren stets eng mit der Architektur verbunden und Teil der Gesamtgestaltung; entsprechend intensiv war die Zusammenarbeit mit den Architekturbüros. Das «Atelier Scheller» am Zürcher Münsterhof mit mehreren Angestellten führte die Arbeiten meist vom Konzept bis zur Montage selber aus.
Der an der Kunstgewerbeschule Zürich ausgebildete Scheller orientierte sich formal am modernen Kunstschaffen wie der Zürcher Schule der Konkreten, unterwarf seine Entwürfe jedoch nie mathematischen Ordnungen. Seine Suche galt nicht der Poesie der Proportionen, sondern der Frage, wie Gestaltung in komplexen Räumen möglichst einfach und angenehm Orientierung stiften kann. Meist ging er von Motiven mit einem thematischen Bezug zum Gebäude aus – menschliche Figuren, Tiere, Pflanzen oder Werkzeuge –, die er in einfache Formen auflöste. Was so entstand, heisst heute Piktogramm. Oft führte Scheller von Übersichtstafeln oder Piktogrammen am Eingang her Farbstreifen bis zu den Zielräumen und setzte sie zur Gestaltung von Fluren und Treppenhäusern ein.
Scheller stammte aus einer Schiffer-Familie aus dem Ortsteil Schooren in der Gemeinde Kilchberg am Zürichsee. Mit seinem älteren Bruder Heinrich teilte er die Leidenschaft für den Rudersport. Er war verheiratet mit Rosemaria Scheller-Calonder, hatte vier Kinder und wohnte auf dem Horgenberg.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scheller, Hansruedi |
| ALTERNATIVNAMEN | Scheller, Hans Rudolf (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Grafiker und Sportler |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1931 |
| GEBURTSORT | Kilchberg ZH |
| STERBEDATUM | 15. Oktober 2007 |
| STERBEORT | Zürich |