
Harald J. Hampel (* 1962 in Singen/Hohentwiel) ist ein deutscher Neurowissenschaftler und Psychiater. Seine Forschung umfasst die Früherkennung und die Entwicklung genetischer Faktoren, biologischer, neurophysiologischer und bildgebender Marker sowie pharmakologischer Therapien. Seine wissenschaftliche Forschung dient der Entwicklung einer Präzisionsmedizin für neurologische und psychiatrische Erkrankungen, insbesondere bei der Alzheimer-Krankheit und anderen neurodegenerativen Erkrankungen.
Hampel wurde in Singen/Hohentwiel geboren. Er studierte Humanmedizin an der Universität Witten/Herdecke und an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er promoviert wurde und sich habilitierte. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Ab 1995 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt an den National Institutes of Health (NIH), National Institute on Aging (NIA), Laboratory of Neurosciences, in Bethesda, Maryland. Im Jahr 1997 wurde er Gründungsdirektor des Alzheimer-Gedächtnis-Zentrums (Alzheimer Memorial Center) an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2002 erhielt er die Anerkennung als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. 2005 wurde er auf eine W2-Professur für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen, zudem erhielt er in diesem Jahr die fakultative Weiterbildung für klinische Geriatrie. 2006 erwarb er den Abschluss Master of Science (M.Sc.) an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in Köln.
Nach der Approbation als Arzt im Jahr 1994 war Hampel zunächst als Assistenzarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig.
Hampel wurde anschließend auf leitende Funktionen an mehreren internationalen Institutionen berufen. 2006 wurde er zum Professor und Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie am Trinity College der Universität Dublin, Irland, ernannt. Dort war er leitender Wissenschaftler (Principal Investigator) am Trinity College Institute of Neuroscience (TCIN). Für seine akademischen und wissenschaftlichen Leistungen ernannte ihn das Trinity College Dublin 2008 zum Professorial Fellow. 2010 wurde er zum Professor, Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin sowie zum Co-Direktor des Brain Imaging Center (BIC) an der Goethe-Universität Frankfurt ernannt. Hampel hatte die Position bis 2012 inne. Begründet wurde die einvernehmliche Trennung mit „unüberbrückbaren Differenzen“. 2013 wurde Hampel an die Universität Pierre und Marie Curie (Paris VI) berufen, die 2018 in der Sorbonne Université aufging, wo Hampel bis 2019 als Professor und Inhaber des Exzellenz-Lehrstuhls, gefördert durch den AXA Research Fund, an der Klinik für Neurologie sowie am Paris Brain Institute (ICM – Institut du Cerveau et de la Moelle épinière) tätig war. Anschließend wechselte er in die biopharmazeutische Industrie und übernahm die leitende Position des Chief Medical Officer und Senior Vice President für den Bereich Neurologie bei Eisai Inc. (Nutley, New Jersey). Während seiner Tätigkeit bei Eisai Inc. wurde die Alzheimer-Therapie Leqembi (Lecanemab) entwickelt, zugelassen und weltweit eingeführt. Im Januar 2026 nahm Hampel die leitende Position des Senior Vice President und Worldwide Head of Medical Affairs im Fachbereich Neuroscience (Neurologie und Psychiatrie) bei dem biopharmazeutischen Unternehmen bei Bristol-Myers Squibb (Princeton, New Jersey) ein. Hampel ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Sinaptica Therapeutics (Cambridge, Massachusetts). Er war Gründungspräsident der Alzheimer Precision Medicine Initiative (APMI) sowie der Cholinergic System Working Group und war Senior Associate Editor und Reviewing Editor der Zeitschrift Alzheimer’s & Dementia, dem Journal der Alzheimer Gesellschaft der USA (Alzheimer’s Association), (Chicago, Illinois).
Hampels Arbeit ist der Entwicklung moderner wissenschaftlicher Forschungsansätze, medizin-theoretischer Konzepte sowie neuer Technologien zur Früherkennung, Diagnostik, Prävention und Therapie neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit gewidmet. Wissenschaftliche Leistungen sind unter anderem:
Hampel hält zwölf Patente im Zusammenhang mit seiner Forschung und erhielt mehrere wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter den Forschungspreis der Deutschen Hirnstiftung (Hirnliga e.V.), den Alois-Alzheimer-Forschungspreis der Goethe-Universität Frankfurt sowie den Katharina-Hardt-Forschungspreis der Katharina-Hardt-Stiftung.
Stand 2026 sind mehr als 900 Publikationen von Harald Hampel als Autor oder Koautor in PubMed verzeichnet; sein h-Index bei Google Scholar beträgt 159. Seine Veröffentlichungen wurden über 130.000-mal zitiert, zu den Werken gehören unter anderem Publikationen in wissenschaftlichen Journalen sowie Lehrbüchern.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hampel, Harald |
| ALTERNATIVNAMEN | Hampel, Harald J. |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Neurowissenschaftler und Psychiater |
| GEBURTSDATUM | 1962 |
| GEBURTSORT | Singen/Hohentwiel |