Harald Seewann

Harald Seewann mit Band und Mütze der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania.

Harald Seewann (* 20. November 1944 in Graz; † 19. Oktober 2023 ebenda) war ein österreichischer Journalist, Burschenschafter und Studentenhistoriker. Durch Jahrzehnte widmete er sich der Geschichte der Grazer Korporationen und der jüdischen Studentenverbindungen in Österreich.

Leben

Nach der Matura am Realgymnasium Graz studierte Seewann an der Ludwig-Maximilians-Universität München Betriebswirtschaft. Er kehrte 1965 nach Graz zurück und durchlief eine Journalistenausbildung. Er war als Verlagskaufmann bei der Kleinen Zeitung des Katholischen Preßvereins der Diözese Graz-Seckau und nebenbei als freier Journalist tätig. Seit 1964 Mitglied der Grazer fachstudentischen Burschenschaft Germania, der heutigen Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania (DB), widmete er sich seit 1977 der österreichischen Studentengeschichte. Er gehörte 1979 zu den Gründern des Steirischen Studentenhistoriker-Vereins und war Mitglied zahlreicher studentengeschichtlicher Vereine. Er gründete 1995 das Archiv Historia Academica Judaica und war Herausgeber des gleichnamigen Periodikums. Im Mittelpunkt steht das (frühere) jüdisch-nationale Korporationsstudententum.

Nach seinem Tod erwarb das Institut für Hochschulkunde in Würzburg seinen wissenschaftlichen Nachlass.

Ehrungen

Rezeption

Der US-amerikanische Diplomat und Autor Edmund Schechter, in seiner Wiener Studentenzeit selbst Mitglied der jüdischen Verbindung Kadimah gewesen, urteilte im Jahr 1992 über Seewann:

„Harald Seewann ist einer der 'Gerechten', die es nach jüdischer Tradition in jeder Generation gibt.“

– Edmund Schechter

Publikationen

Schriftenreihe des Steirischen Studentenhistoriker-Vereins

Einst und Jetzt

Historia Academica Judaica

Sonstiges

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Kleine Zeitung, 25. Oktober 2023
  2. ↑ Nachruf auf den Studentenhistoriker Professor Harald Seewann – Arbeitskreis der Studentenhistoriker – AKSt. 7. Oktober 2023, abgerufen am 1. November 2023 (deutsch).
  3. ↑ Sammlung Seewann im IfH in Würzburg eingetroffen – Arbeitskreis der Studentenhistoriker – AKSt. 22. September 2025, abgerufen am 28. Juni 2026.
  4. ↑ Hohe Ehrung für Professor Seewann: Ehrenmitgliedschaft des StStV – Arbeitskreis der Studentenhistoriker – AKSt. Abgerufen am 8. Februar 2023 (deutsch).
  5. ↑ Schechter, Edmund: Das jüdisch-nationale Couleurstudententum. In: Seewann, Harald (Hrsg.): Zirkel und Zionsstern, Bd. 3, Graz 1992, S. 9. zit. nach: Sigler, Sebastian: "Mit Wort und Wehr für Judas Ehr'". In: Ders. (Hrsg.): Jüdische Korporierte – jüdische Vebindungen. »Mit Wort und Wehr für Judas Ehr'«. Duncker & Humblot, Berlin 2026, ISBN 978-3-428-19717-0, S. 9.
  6. 1 2 A. V. Kadimah: Harald Seewann legt große, neue Dokumentation vor (bruecklmeierverein.de) (Memento des Originals vom 6. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Personendaten
NAME Seewann, Harald
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Studentenhistoriker
GEBURTSDATUM 20. November 1944
GEBURTSORT Graz
STERBEDATUM 19. Oktober 2023
STERBEORT Graz