| Harbin SH-5 | |
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Harbin SH-5 | |
| Typ | Langstrecken-Seepatrouillenflugboot |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Harbin Aircraft Manufacturing Corporation |
| Erstflug | 3. April 1976 |
| Indienststellung | September 1986 |
| Stückzahl | 5 |
Die Harbin SH-5 ist ein viermotoriges Langstrecken-Seepatrouillenflugboot der chinesischen Marineflieger. Der Typ dient der Ortung und Bekämpfung von Über- und Unterwasserseezielen, dem Legen von Minen, dem Such- und Rettungsdienst sowie dem Frachttransport. Da die Leistungen des Entwurfs nur unbefriedigend ausfielen, endete die Produktion nach bereits vier Serienmaschinen. Eine Ausführung als Löschflugzeug wurde erprobt. Die SH-5 ist zwar mit einem Fahrwerk ausgestattet, das jedoch nur zur Bewegung an Land und zum Wasser/Land-Übergang genutzt wird und nicht für Starts und Landungen ausgelegt ist. Sie ist daher als Flugboot und nicht als Amphibienflugzeug zu betrachten.
Bereits Anfang 1968 wurde ein Nachfolger für die bei den Marinefliegern eingesetzten Berijew Be-6 – ein Entwurf aus den 1940er-Jahren – gefordert. Die Ausschreibung ging an das Flugzeugwerk Harbin, dessen Entwurf Schuischang Hongzhaji 5 oder SH-5 bereits im Dezember 1968 durch die Behörden genehmigt wurden. Der Detailentwurf war bis zum Februar 1970 (nach anderen Quellen bis Juni 1969) abgeschlossen. Im Oktober 1970 wurde die Fertigung eines ersten statischen Prototyps 01 begonnen, der im Oktober 1971 fertiggestellt wurde. Bei der Konstruktion kamen für den chinesischen Flugzeugbau neue Fertigungstechniken wie das chemische Fräsen von Integralträgern, versenkte und abgedichtete Niete sowie das Punktschweißen zum Einsatz. Die strukturellen Belastungstest begannen aber aus unbekannten Gründen erst ab August 1974. Gleichzeitig befand sich bereits der erste fliegende Prototyp 02 in der Fertigung, der im Dezember 1973 fertiggestellt wurde.
Die Verlegung zum Flugtestgelände erfolgte erst bis Oktober 1974, dort fanden zunächst Test zu Wasser statt. Der erste 23-minütige Flug fand erst am 3. April 1976 statt. Nach weiterer Entwicklungs- und Erprobungszeit, die sich typisch für diese Zeit in der chinesischen Luftfahrt, sehr in die Länge zogen, wurde mit dem Bau von vier Serienmaschinen begonnen, auf einen geplanten weiteren Prototyp wurden verzichtet. Die Serienmaschinen mit den Nummern 9113, 9123, 9133 und 9143 waren bis November 1984 fertiggestellt; die Erprobung lief noch bis 1985. Die Leistungen des Typs befriedigten nur unzureichend, weitere Flugzeuge wurden daher nicht gebaut. Die Serienmaschinen gingen im September 1986 beim 3. unabhängigen Regiment auf der Marinebasis Qingdao in Dienst. Neben den mangelnden Leistungen kam es nicht zur ursprünglich geplanten Bewaffnung mit Anti-Schiff-Raketen. Dies und die mangelnden Antriebsleistungen machten nur Einsätze in Form von Überwachungsflügen in niedriger und mittlerer Höhe möglich, für die ursprünglich vorgesehenen Langstrecken-Antischiffseinsätze oder schnelle Überführungen blieb der Typ ungeeignet.
Mindestens eine Maschine wurde zu einem Feuerlöschflugzeug mit einer Kapazität von sechs Tonnen Löschwasser umgerüstet.
Der Rumpf des Schulterdeckers ist nicht als Druckkabine ausgeführt. Er ist mit einem Doppler-Navigationsradar vom Typ DPL-1 (Typ-773) in einer kleinen Radarnase sowie einem INS-Navigationssystem ausgestattet. Der charakteristische Hecksporn enthält einen MAD-Detektor für magnetische Anomalien. Die Bewaffnung setzt sich aus einem Zwillingswaffenturm auf dem Rumpfrücken und vier Außenlastträgern unter den Flächen für Schiffsbekämpfungsflugkörper oder Torpedos (drei pro Pylon) zusammen. Zusätzlich können die internen Waffenschächte im Rumpfheck Wasserbomben, Minen, Bomben, Sonarbomben und Seenotrettungsausrüstung aufnehmen.

| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Besatzung | 5–8 |
| Länge | 39,9 m |
| Spannweite | 36 m |
| Höhe | 9,79 m |
| Flügelfläche | 144 m² |
| Flügelstreckung | 9 |
| Leermasse | 26.500 kg |
| max. Startmasse | 45.000 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 555 km/h |
| Marschgeschwindigkeit | 450 km/h |
| Patrouillengeschwindigkeit | 230 km/h |
| Steigleistung | 9,0 m/s |
| Dienstgipfelhöhe | 7000 m |
| max. Reichweite | 4570 km |
| Triebwerke | vier Propellerturbinen Dongan Wojiang WJ-5A mit je 3.150 PS (2.317 kW) |
| Bewaffnung | eine 23-mm-Zwillingskanone auf dem Rumpfrücken |
| Gesamtwaffenlast | 6000 kg |