Harold M. Frost (* 1921; † 19. Juni 2004) war ein US-amerikanischer Orthopäde und Chirurg. Er wird als einer der wichtigsten Forscher und Theoretiker im Bereich der Knochen-Biologie und -Medizin seiner Zeit angesehen. Frost publizierte nahezu 500 wissenschaftliche Artikel und 16 Bücher. Nach dem Science Citation Index ist er einer der meistzitierten Autoren in seinem Fachgebiet.
Seine wichtigsten wissenschaftlichen Beiträge umfassten:
- Die Entwicklung der Knochen-Histomorphometrie zur Beschreibung von Knochenauf- und -abbau-Prozessen auf zellulärer Ebene
- Die elfte Rippen-Biopsie zur Diagnose von metabolischen Knochenkrankheiten
- Die Untersuchung der multicellulären Einheit als Schlüssel des Knochenmetabolismus
- Der experimentelle Beweis, dass Östrogen die Knochenformation reduziert
- Der histologische Beweis von Microrissen in menschlichen Knochen-Biopsien
- Das grundlegende Modell über die Anpassung der Wachstumsfuge des Knochens entsprechend den auf sie einwirkenden mechanischen Reizen
- Das Utah-Paradigma der Knochenphysiologie (Mechanostat-Theorem), das als Erweiterung des Wolffschen Gesetzes die Adaption des Knochens auf mechanische Reize und somit den Zusammenhang zwischen Muskel und Knochen beschreibt.