Hartmann Hinterhuber

Hartmann Hinterhuber (* 17. Oktober 1942 in Bruneck, Südtirol) ist ein italienisch-österreichischer Psychiater und Hochschullehrer.

Leben

Hinterhuber studierte von 1961 bis 1968 Medizin an den Universitäten Innsbruck und Padua. Er wurde 1968 promoviert und absolvierte danach eine Ausbildung zum Specialista in Malattie nervose e mentali an der Scuola di Specializzazione in Neurologia e Psichiatria der Universität Bologna, die er 1972 abschloss. Im selben Jahr übernahm er die Leitung der von ihm gegründeten Zentren für Psychische Gesundheit der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol (Italien). 1976 wurde er Oberarzt der Universitätsklinik für Psychiatrie in Innsbruck, 1978 Primarius der Psychiatrischen Dienste Südtirol Nord und Ost. Seine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie schloss er 1982 an der Psychiatrisch-neurologischen Universitätsklinik Innsbruck ab. Im gleichen Jahr wurde er an der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck mit der Schrift „Die Epidemiologie psychiatrischer Erkrankungen“ für Psychiatrie und Neurologie habilitiert.

1985 berief ihn die Universität Innsbruck zum ordentlichen Universitätsprofessor für Psychiatrie und Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie, deren Leitung er bereits seit 1983 kommissarisch innehatte. 1990 gründete er das Institut für Suchtforschung der Universität Innsbruck mit Sitz in Frastanz, dem er auch als Direktor vorstand. Von 1999 bis 2003 war er Vizedekan der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck. Seit 2008 ist er Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. 2011 wurde Hinterhuber emeritiert. Nachfolger auf seinem Lehrstuhl wurde W. Wolfgang Fleischhacker.

Mit Kornelius Kryspin-Exner (1926–1985) gründete Hinterhuber 1975 die „Gesellschaft für Psychische Gesundheit – pro mente tirol“, der er seit 1986 als Präsident vorsteht und die mit 300 Mitarbeitern heute die größte sozialpsychiatrischen Einrichtung Westösterreichs ist. Von 2001 bis 2007 war er Mitglied der österreichischen Bioethikkommission.

Seine Forschungsschwerpunkte sind Allgemeine Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und psychiatrische Rehabilitation, depressive Störungen und psychiatrische Erkrankungen des Alters sowie Suchtmedizin.

Hartmann Hinterhuber gründete 1982 mit Kornelius Kryspin-Exner und Franz Gerstenbrand die österreichische Fachzeitschrift Neuropsychiatrie, die er bis 2011 mit Ullrich Meise und Johannes Wancata herausgab. Er ist Autor bzw. Herausgeber von 38 Büchern und hat über 400 wissenschaftliche Arbeiten publiziert.

Schriften (Auswahl)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 20. Ausgabe (2005). Bd. 1, S. 1377.
  2. 1 2 Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber (Memento des Originals vom 4. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Website Mini Med Studium, 25. September 2013, abgerufen am 3. Oktober 2015.
  3. 1 2 Curriculum vitae Hartmann Hinterhuber (Memento des Originals vom 15. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 2013, Website des Verbands Tiroler Zahnärzte, 2013, abgerufen am 3. Oktober 2015.
  4. 1 2 3 Vorsitzende und Vortragende (Memento des Originals vom 27. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Symposium: Kontroversielle Fragen zur „Bipolaren Störung“ 5. bis 6. Juni 2009, www.bipolarsymposium.at, abgerufen am 3. Oktober 2015.
  5. ↑ Kornelius Kryspin-Exner im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  6. 1 2 3 Curriculum vitae Hartmann Hinterhuber (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 23. Oktober 2015, Website von „pro mente tirol“, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  7. ↑ Preisträger der Hans Prinzhorn Medaille, Website der Deutschsprachigen Gesellschaft für Kunst & Psychopathologie des Ausdrucks e.V., abgerufen am 3. Oktober 2015.
  8. ↑ Hohe Auszeichnung, Website der Medizinischen Universität Innsbruck, 26. Februar 2008, abgerufen am 3. Oktober 2015.
  9. ↑ Sozialehrenzeichen der Stadt Innsbruck für Hartmann Hinterhuber, Website der Medizinischen Universität Innsbruck, 4. Juni 2009, abgerufen am 3. Oktober 2015.
Personendaten
NAME Hinterhuber, Hartmann
KURZBESCHREIBUNG italienisch-österreichischer Psychiater und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 17. Oktober 1942
GEBURTSORT Bruneck, Südtirol